Sommerpause

by Kaiserin

»Wann geht’s denn eigentlich weiter mit den Mütter-Interviews auf deinem Blog?“, wurde ich nach einer Lesung gefragt. Meine Antwort: »Ich weiß es nicht.«
Es wird irgendwann weitergehen – im Moment gibt es andere Prioritäten in meinem Leben. Leben, zum Beispiel.

»Ein Mal Erdbeere mit bunten Streuseln, bitte«, zum Beispiel.
»Warum heißt das eigentlich Bürgersteig, obwohl hier gar keine Burger verkauft werden?«, zum Beispiel.
»Einen Wodka-Lemon, bitte«, zum Beispiel.
»Ist ein See ein kleines Meer?«, zum Beispiel. Weiterlesen

Fremdwerte

by Kaiserin

Auf diesem Blog geht es um Inklusion, Chancengerechtigkeit, Familie, Feminismus und mehr. Um das alles – und mehr – geht es auch in diesem Text, über den ich gestolpert bin und von dem ich mir wünsche, dass ihn sehr viele Menschen lesen. Die Autorin möchte anonym bleiben; ich freue mich, den Text veröffentlichen zu dürfen.

In der letzten Woche habe ich viel über Frauen und ihre Sichtbarkeit nachgedacht, dazu gab es einige Texte im Netz: einerseits den Ursprungstext über die gebotoxte Frau, in dem eine Frau darüber schrieb, wie schwierig es ist, als Frau über 40 noch sichtbar zu bleiben, DasNuf schrieb „Im Gegensatz zu meinem Körper dürfen meine Worte Gewicht haben“, Journelle schrieb „Sichtbarkeit einfordern“, und Kitty Koma einen Text über das Altern in der Filmbranche, „Nimm! Mich! Wahr!“. Weiterlesen

Und wie machst du das, Julia?

by Kaiserin

julia

Name: Julia Latscha

Alter: 42 Jahre

Mutter von: Lotte (14 Jahre) und Kasimir (11 Jahre)

Wir wohnen in Berlin-Mitte – sehr zentral, auf 95 Quadratmetern, die leider nicht barrierefrei sind. Zwar gibt es einen kleinen Fahrstuhl, der aber nur in den Zwischenetagen hält. Acht Stufen sind mit oder ohne Rollstuhl zu überwinden. Aber weil die Wohnung so schön hell ist, mit kleinem Garten im Hinterhof und Balkon und vor allem auch viele Freundinnen und Freunde in der Nähe sind, wohne ich immer noch hier.

Beruf: ehemals Physiotherapeutin, heute Autorin und Lebens- und Projektmanagerin

Berufung: Visionärin für ein vielfältiges Leben. Weiterlesen

Das Leben eben, Pt. IV

by Kaiserin

In »Das Leben eben« teile ich in unregelmäßigen Abständen meine liebsten Fundstücke aus dem Netz – und eigene Gedanken. Oft geht es dabei um Inklusion, Gleichberechtigung und das Leben mit Kindern. Manchmal um kleine Szenen des Alltags; manchmal um Trauer, als Teil des Lebens. Außerdem dabei: Blumen, Empörung und Musik. Das Leben eben. Weiterlesen

#MeinTagohnemich

by Kaiserin

Initiiert vom Bündnis des Women`s March sind alle Frauen* am 8. März 2017 dazu aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen: A Day Without A Woman. Dabei geht es um die Lohnarbeit, die nach wie vor nicht gerecht bezahlt wird – und die Care-Arbeit, die nach wie vor überwiegend von Frauen übernommen und schlecht bis gar nicht vergütet wird.  Was genau passiert eigentlich – oder würde passieren – wenn Du einen Tag lang mal die Füße hochlegen würdest? Einen Tag lang nichts organisieren, für niemanden sorgen, einfach mal nichts tun? Unter dem #MeinTagohnemich sammeln wir ab morgen Geschichten vom Tag ohne Frauen, vom Tag ohne Dich. Weiterlesen

»Für dich heiße ich Nora.« //
Ein Ausstellungsbesuch

by Kaiserin

Menschen mit Down-Syndrom als Außerirdische darstellen – seriously!? Klar, mit dieser Diskussion könnte ich jetzt in den Text einsteigen. Mache ich aber nicht. Ich möchte viel lieber zeigen, wie toll die Ausstellung TOUCHDOWN ist, die in der Bonner Bundeskunsthalle zu sehen ist. Und warum sie das ist, selbst für Museumsmuffelinen wie mich.

In klarer Sprache führen Menschen mit Down-Syndrom durch die sieben Abteilungen der Bundeskunsthalle. Zu bestimmten Zeiten persönlich, sonst auf kleinen Texten an den Wänden und in Filmen. Die Ausstellung zeigt Spuren von Menschen mit Down-Syndrom: in der Kunst, in der Wissenschaft, in Filmen und im Theater, in der Gesellschaft, in verschiedenen Zeiten. Sie erzählt, wie Menschen mit Down-Syndrom leben, wie sie früher gelebt haben – und wie sie in Zukunft leben möchten. Entwickelt wurde das Konzept von Menschen mit und ohne Down-Syndrom. Im Buch zur Ausstellung schreibt Rein Wolfs, der Intendant der Bundeskunsthalle, dass mit der Ausstellung das erste Mal überhaupt die Geschichte des Down-Syndroms erzählt wird. „Wir selbst waren ebenso erstaunt darüber, wie unerforscht dieser Bereich unserer gemeinsamen Geschichte noch immer ist.“ Weiterlesen

Und wie machst du das, Elisabeth?

by Kaiserin

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Name: Elisabeth*

Alter: 41 Jahre

Mutter von: Anouk* (12 Jahre), Rasmus* (9 Jahre) und Momme* (2 Jahre)

Wir wohnen in einer kleinen Stadt in Schleswig-Holstein, in einem Haus aus den 1950er Jahren, das wir mit sehr viel Eigenleistung in vielen großen und kleinen Schritten sanieren. Dazu gehört ein großer Garten. Es sieht noch sehr nach Baustelle aus, an vielen Stellen geht es weiter, mal sichtbarer, mal unsichtbar. Wir haben schon viel geschafft. Jemand sagte neulich, dass es immer mehr ein kinderfreundliches Haus wird. Viele befreundete Kinder kommen sehr gerne zum Spielen zu uns – das macht mich glücklich. Seit Einzug vor drei Jahren bewohnen wir die untere Etage. Es ist eng und provisorisch, kein Zimmer ist ganz fertig. Aber wir arbeiten mit all unserer Kraft am Ausbau des oberen Geschosses und hoffen, dass die Kinder in der zweiten Jahreshälfte im Dachgeschoss ihre Zimmer beziehen können und räumliche Entspannung eintritt. Weiterlesen

Und wie machst du das, Gaby?

by Kaiserin

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Name: Gaby

Alter: 52 Jahre

Mutter von: Selina Johanna (27 Jahre) und Fiona Marie (11 Jahre)

Oma von: Noah Immanuel (18 Monate)

Ich wohne in Langenfeld im Rheinland. Eine wenig schöne Stadt mit ca. 60 000 Einwohner*innen. Ich liebe dieses Nest von Herzen, denn ich bin hier geboren, tief verwurzelt und in einem guten Netzwerk mit wundervollen Menschen bestens aufgehoben. Kurz nach der Geburt von Fiona haben wir ein Reiheneckhaus in ganz ruhiger Lage und zentrumsnah (nein, das ist hier nicht paradox) gekauft. Mit Garten. Fiona kann toben, Fußball spielen, schaukeln. Im März 2015 konnten wir das Haus direkt nebenan erwerben. Ein riesiger Glücksfall. Das braucht man manchmal einfach: Glück.
Wir bauen um. Seit Monaten. Fiona wird mittelfristig in unserer Nähe leben können mit einer Pflegekraft. Später einmal soll sie sich weiter von uns entfernen. Aber so weit sind wir noch nicht… Weiterlesen

Und wie machst du das, Christin?

by Kaiserin

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Name: Christin

Alter: 30 Jahre

Mutter von: Emma (5 Jahre) und Maximilian (8 Jahre)

Wir wohnen in Panketal, im Berliner Speckgürtel. Noch in einem Haus zur Miete, aber das wird sich hoffentlich im nächsten Jahr ändern. Geplant ist ein barrierefreier Bungalow.

Beruf: Mutter, Hausfrau, Studentin, Ehefrau

Berufung: Allroundtalent

Wie war dein Leben, bevor deine Kinder kamen?
Ziemlich chaotisch und nicht besonders fokussiert. Aus jetziger Sicht war ich selber noch ein Kind und habe einfach in den Tag hineingelebt – sorglos und frei. Das ist weder verwerflich oder schlimm, sondern war meinem Alter entsprechend. Jung, wild, ein bisschen verrückt. Es war weder besser noch schlechter als jetzt, nur anders.

Wie sieht dein Alltag heute aus?
Voll und durchgeplant. Zu typischen Dingen wie Schule, Kindergarten, Haushalt kommen Studium, private Projekte und vier bis fünf Therapietermine für Emma (Physiotherapie, Logopädie), zweimal die Woche Leichtathletik und einmal die Woche Klavier von Max. Natürlich passieren dann noch ungeplante Sachen wie kaputte Autos, kranke Kinder, Kindergeburtstage, Elternversammlungen, Arzttermine. Unser Alltag ist nicht besonders langweilig. Weiterlesen