Zuhause im Krankenhaus

by Kaiserin

Kaiserin 1 ist nicht nur mehrfach behindert, sondern war auch schon mehrfach krank. Bisher hat sie sieben Operationen überstanden (Darm-Biopsien, Gaumenspaltenverschluss, Cochlear Implantat, Anlage Anus Praeter, Darmresektion und erst vergangene Woche die Rückverlagerung des Künstlichen Darmausgangs). Viel zu viele Tage musste sie deshalb schon im Krankenhaus verbringen. Sie ist dabei immer sehr geduldig, geduldiger als wir – lässt viele Einstiche über sich ergehen und weint nur, wenn es wirklich weh tut. Sie ist eine zähe kleine Kämpferin. Wir verbringen mit ihr nicht nur die Krankenhaustage, sondern auch die Nächte. Oft hat das ihr Papa übernommen, vor allem, seitdem es Kaiserin 2 gibt, die lange Zeit noch nachts gestillt werden wollte. Geht ja schlecht mit Papa.
Ehrlich gesagt war das für mich ein willkommener Grund, der gegen die Krankenhausnächte sprach. Denn diese Nächte sind das Gegenteil von Erholung. Oft sind die Stationen sehr voll, die kranken Kinder liegen in Mehrbettzimmern, den Eltern bleibt nur ein schmales Bett, das tagsüber (meist ab 7 Uhr!) zusammengeklappt in der Ecke stehen muss. Dazu kommen die ständig piependen medizinischen Gerätschaften* – je kränker das Kind, desto mehr Gepiepe. Vor allem die ersten Monate ihres Lebens war Kaiserin 1 mehr im Krankenhaus als Zuhause. Das Piepen der Intensivstationen verfolgte uns bis nachts in unsere Träume und hat uns auch Monate danach, als wir schon längst mit ihr zu Hause waren, weiter begleitet. Wie ein schlechter Ohrwurm. Weiterlesen

Warum es toll ist, eine Mädchen-Mama zu sein

by Kaiserin

Gleich vorneweg: Es ist natürlich genau so toll, eine Jungen-Mama zu sein! Manchmal auch genau so nervig, genau so berührend, genau so ermüdend, genau so bewegend!

Das soll hier gar nicht zur Debatte stehen. Ich war mir ja bei beiden Schwangerschaften zu 100 Prozent sicher, dass es sich ein kleiner Kaiser in meinem Bauch gemütlich gemacht hat. Ich sah mich schon in der Basketball-Halle am Rand mitfiebern, Hosen flicken (okay, ehrlich: Hosen zum Flicken zum Schneider bringen), Matrosenhosen kaufen, auf Bäume klettern, Computerspiele zocken und alles, was noch das Klischee einer Jungen-Mama erfüllt.

Beim entscheidenden Ultraschall habe ich daher auch wirklich fassungslos verlangt, dass der Arzt „nochmal genau nachschaut“.

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Wie sagen wir es unseren Freunden?

by Kaiserin

Nachdem Kaiserin 1 auf der Welt war, durften wir sie vier Stunden lang nicht sehen. Sie kam also aus meinem Bauch raus und zack!, direkt auf die Intensivstation. Niemand sagte uns, was los war; was wohl daran lag, dass niemand wusste, was los war. Irgendwann durften wir sie sehen, verkabelt, verquollen und beatmet. Auf dem Weg dahin kam der erste Glückwunsch, von Pfleger Björn. Ja, wir hatten ein Kind bekommen! Es war zwar auf der Intensivstation, aber es war da, es lebte, es war ein Mädchen! Herzlichen Glückwunsch.

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