Auszeit für alle

by Kaiserin

Es macht viel Freude, Kindern beim (Auf-)Wachsen zuzusehen. Fast genau so toll ist es, Projekte wachsen zu sehen. So ein ständig wachsendes Projekt ist der Verein Hände für Kinder. Initiiert von einem Vater eines behinderten Kindes verfolgt er eine Vision: Entlastung schaffen für Familien mit behinderten Kindern. Seit Mai 2013 gibt es im Norden Hamburgs ein Kurzzeit-Zuhause für uns: den Kupferhof. Kaiserin 1 war zusammen mit uns eine der ersten Gäste und auch jetzt haben wir wieder das Glück – nachdem nun endlich auch ihre Gesundheit mitspielt – zwei Wochen Auszeit im Kupferhof genießen zu können.

Die Betreuung der behinderten Gastkinder übernehmen hier liebevolle Pflegekräfte, nach Absprache mit den Eltern. Bezahlt wird der Aufenthalt für insgesamt 28 Tage im Jahr über Sozialhilfeträger und die Pflegekasse. Familien, die ihr Kind begleiten, müssen ein kleines Entgelt zahlen und bekommen dafür alles inklusive: Gutes Essen, köstlichen Kaffee und viele Tipps und Ideen zur Freizeitgestaltung in Hamburg.

Zu diskutieren ist natürlich, ob der Anspruch auf 28 Tage Kurzzeitpflege im Jahr nicht bloß ein Tropfen auf den heißen Stein ist für Eltern, die durch die Pflege ihrer schwerbehinderten Kinder oft mit mindestens einem Fuß im Burnout stehen… An dieser Stelle freue ich mich aber einfach über diese Möglichkeit und kann sie allen betroffenen Familien nur empfehlen!

Wir genießen die Tage auf dem Kupferhof sehr. Kaiserin 2 ist ganz happy mit dem Trampolin im Garten, den drei unterschiedlichen Sandkästen (einer davon extra für Rolli fahrende Kinder gebaut) den zwei großzügigen Spielecken und den vielen freundlichen Menschen, die hier haupt- oder ehrenamtlich arbeiten. Kaiserin 1 wird hier nie langweilig, das Programm für die kleinen Gäste (so werden die behinderten Kinder hier genannnt) ist vielfältig, heute waren zwei wunderbare Clowns zu Besuch; alle Kinder werden wirklich sehr individuell betreut und bespaßt.

Ich genieße die Ruhe hier im Grünen und das Gedanken schweifen lassen; dazu ist im Alltag doch meist gar keine Zeit. Nicht kochen müssen, nicht putzen müssen, die Pflege von Kaiserin 1 größtenteils abgeben zu können – das alles fühlt sich herrlich nach Urlaub an.

Ich gehe jetzt wieder auf die (sonnige!) Terrasse, wie sich das im Urlaub gehört. In den nächsten Tagen wird es ruhig sein, bei mir und hier auf dem Blog. Nächste Woche geht`s dann wieder weiter mit dem Alltag im Kaiserinnenreich. Bis dahin ein paar visuelle Eindrücke vom Kupferhof.

 

Der Kupferhof finanziert sich (auch) durch Spenden. Gebucht werden kann ein Aufenthalt hier.

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