Filmtipp: „Am Anfang“

by Kaiserin

Die Dokumentation „Am Anfang“ thematisiert die Möglichkeiten und die oftmals schmerzhaften Konsequenzen der Pränatalen Diagnostik. Der Film von der preisgekrönten Dokumentarfilmerin Josephine Links erzählt berührend die Geschichten von Familien, die zum Teil schwere Entscheidungen treffen mussten. Links trifft drei Paare, die sie nach ihren Erfahrungen in der Schwangerschaft befragt: Wie sind sie mit den Untersuchungsergebnissen der Pränataldiagnostik umgegangen? Wie entscheidet man, wenn nicht alles gut ist?

Ein negatives Untersuchungsergebnis während der Schwangerschaft bringt die werdenden Eltern oft in ein ethisches Dilemma. Eines der porträtierten Paare entscheidet sich für einen Schwangerschaftsabbruch, eines für das Kind mit Down Syndrom. Auch zwei Pränataldiagnostiker der Berliner Charité kommen zu Wort. Abgesehen davon, dass ich noch so einige Aussagen der Ärzte verknusen muss, bin noch immer sehr berührt von der Erzählung über die Stille Geburt.

stille_geburt

„Kein Mensch kann das beim anderen sehen und verstehen, was er nicht selbst erlebt hat.“ schrieb Hermann Hesse. Der Dokumentarfilm „Am Anfang“ und die Offenheit der Familien trägt dennoch dazu bei, sich diesem Thema Pränataldiagnostik und dem ethischen Niemandsland zu nähern; ganz nah. Ein Film, der gar nicht erst nach Antworten sucht, wo es keine Antworten gibt.

Bei arte ist die Dokumentation „Am Anfang“ noch eine Woche lang zu sehen.

 

2 Kommentare zu “Filmtipp: „Am Anfang“

  1. Danke für den Film…meine Gedanken sind noch etwas durcheinander, ich versuche mich zu sortieren und vergesse sicher das Ein oder Andere-
    bewegend wie die Mama von ihrem Toten nicht schreienden Kind erzählt und das schreiende Baby mit Stilldurst zu ihr getragen wird.

    Wir haben drei Kinder,das erste Kind behindert..wir haben auch das zweittrimesterscreening gemacht und es war nichts auffälliges zu erkennen.Auch wir sind da so reingeschlittert und haben einfach „alles mitgenommen“ was nicht invasiv vollzogen wird.
    Ich habe rechts einen Engel und links einen Teufel die sich in ihren Meinungen bekriegen.. In der heutigen Zeit ist vieles ein Geschäft mit der Angst-damit lässt sich generell das meiste Geld machen. Auf der Strecke bleiben das Gefühl zu sich selbst und das Vertrauen in die Natur.
    Ich denke dass jede Familie ihre Geschichte hat und auch ihre Gründe warum Diagnostik durchgeführt werden muss-sei es invasiv oder nicht. Auch wenn vielen nicht klar ist, was es bedeutet zu solchen Terminen zu gehen. Denn wenn sich was findet muss eine Entscheidung her..dabei sollte es doch „Babykino“ sein…und es gibt weiß Gott tausende Fehlbildungen oder Erkrankungen die nicht zu diagnostizieren sind und einen nach der Geburt treffen wie ein Schlag!
    Ich erinnere mich noch genau an die Frau die weinend aus dem Untersuchungsraum kam…dem muss ich sicher nichts hinzufügen..

    Der Mensch ist teilweise recht unerheblich,als hätte er alles in der Hand und kann mächtiger sein als die Natur-das wird nie so sein! Es kann im Leben immer was passieren..trotz Diagnostik kommt ein späterer Unfall oder dergleichen dazu oder durch invasive Diagnotiken kommt es zur Fehlgeburt. Oder oder oder…

    Aber ist es nicht so, dass wir uns alle nichts sehnlicher wünschen als ein gesundes Kind in den Armen zu halten und aufwachsen zu sehen?!!!
    Aber auch wir hatten Angst und haben bei den anderen Schwangerschaften beide großen Screenings machen lassen-wieder ohne Auffälligkeiten und auf den „Rest“ haben wir gehofft und dem „Bauchgefühl“ versucht zu vertrauen.

    In unserer Situation mit einem behindertem Kind zu Hause, wünsche ich mir einfach etwas mehr Respekt und Ehrfurcht vor Mutter Natur. Es soll keiner 40 Wochen lang Angst haben müssen aber es ist auch nicht selbstverständlich gesunde Kinder zu bekommen!
    Und ich bin täglich dankbar für das was ich habe und auch täglich traurig für das was ich -trotz der gesunden Jungs- mit meiner Tochter nicht habe!

  2. Danke für diesen Filmtipp!
    Ich habe mir erlaubt, den Film auf meinem Blog weiterzuempfehlen und auch aufs Kaiserinnenreich (weil hier gefunden) hinzuweisen.
    Alles Liebe 🙂

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