Filmtipp: Der Traum vom perfekten Kind

by Kaiserin

Die Pränataldiagnostik boomt. In der sensiblen Phase der Schwangerschaft stellt sie werdende Eltern vor viele Fragen, die wichtigste: Wie viel wollen wir über unser ungeborenes Kind wissen? und: Welches Leben ist lebenswert – welches nicht? Beim Findungsprozess der eigenen, persönlichen Antwort(en) werden die wenigsten Familien ausreichend unterstützt.

Im Film „Der Traum vom perfekten Kind“ zeigt Patrick Hünerfeld, dass dieser Traum eine Illusion ist. Nur vier Prozent der schweren Behinderungen in Deutschland sind angeboren – die meisten Behinderungen werden im Lauf des Lebens erworben. Dennoch wird werdenden Eltern das Gefühl suggeriert, schon in der Schwangerschaft alles dagegen tun zu müssen, ein behindertes Kind zu bekommen.

Die Dokumentation bschäftigt sich auch mit den Hintergründen zum neuen PRAENA Test. Dieser ermöglicht es, schon zu einem frühen Zeitpunkt in der Schwangerschaft herauszufinden, ob das ungeborene Kind einen Gen-Defekt in sich trägt. Schon heute werden neun von zehn Kindern, die in der Schwangerschaft die Diagnose Down-Syndrom bekommen, abgetrieben. Kritiker des neuen Tests sehen in ihm die „gezielte Ausrottung“ von Menschen mit Trisomie 21.

„Der Traum vom perfekten Kind“ zeigt, dass es immer schwieriger für werdende Mütter wird, einfach guter Hoffnung zu sein, wie weit Medizin und Wissenschaft bereits sind und dass die Entwicklungen der Pränatalen Diagnostik eigentlich gar nicht mehr aufzuhalten sind.

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(Die Dokumentation ist noch bis zum 21. Oktober 2014 in der ARD Mediathek zu sehen.)

 

 

 

3 Kommentare zu “Filmtipp: Der Traum vom perfekten Kind

  1. Oh ja, diese Doku habe ich auch gesehen, und einen Blog darüber geschrieben. Aber meinen Blog habe ich gelöscht und binnen auf Facebook aktiv. Auch da werde ich über meine Erkrankung und Behinderungen allgemein weiterhin schreiben. Diese Diagnostiken, sie sind ein fluch.

  2. Sehr interessanter tipp. Leider kann ich die Doku hier in England nicht anschauen. Aber als ich bei meinem ersten Kind zum ersten Ultraschall kam und sich herausstellte, dass der Embryo erst 11 Wochen alt ist und damit das down Syndrom screening nicht möglich war, wusste ich, dass ich zwar keine Ahnung habe, wie ich mit einem down Syndrom Kind leben werde; aber ich wusste auch, dass ich unter gar keinen Umständen damit leben konnte, dieses Kind mit perfektem Herzschlag abzutreiben. Darum haben wir auf weitere Untersuchungen verzichtet und ich fand es sehr erschreckend, dass die Damen an der Rezeption mich deswegen als unverantwortlich bezeichnet haben.

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