Digitalisierung, Computerliebe & Barrierefreiheit
Mein #digitalLEBEN

by Kaiserin

Seit 2001 lebe ich (auch) im Internet. Zum Thema Digitales Leben hat der Arbeitskreis Digitale Gesellschaft (SPD) zehn öffentliche Fragen gestellt. Ninia ist dabei aufgefallen, dass die Fragen der Blogparade hauptsächlich von Männern beantwortet wurden. In meinem Internet existieren aber zum Glück viele, sehr viele kluge Frauen – hier zum Beispiel die wunderbaren Antworten von Ricarda. Deshalb veröffentliche auch ich meine Antworten auf die zehn Fragen – in der Hoffnung, dass mir weitere Bloggerinnen folgen und sich an der Debatte beteiligen werden.

In einer digitalen Welt zu leben, bedeutet für mich.. Alltag. Freiheit. Inspiration. Austausch mit Fremden und Freunden. Information. Teilhabe. Barrierefreiheit.

Mein Computer ist für mich… eine Art Zuhause. Er ist schon so alt, dass ich ihn in dieser Form und Farbe nicht mehr neu erwerben könnte. Mein Computer leistet mir treue Dienste, seitdem ich mich im Jahr 2007 als Redakteurin mit ihm zusammen selbständig gemacht habe. Er ist mit mir zwischen Berlin und Hamburg gependelt, hat für mich viele, sehr viele Bilder gespeichert. Ist immer an der Grenze der Speicherkapazität. Sagt mir alle paar Tage, wie lange ich schon kein Update mehr gemacht habe (lange!). Öffnet morgens als erstes meine Mailbox, mein Lieblingsprogramm. Auf seiner Rückseite steht LOVE und das passt zu meinem Computer. Texte schreibe ich nach wie vor am allerliebsten auf ihm, die Buchstabentasten passen zu meinen Fingern. Nur für Twitter und Instagram (und Telefonanrufe!) nutze ich lieber mein Smartphone.

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Computerliebe. Manchmal schaue ich ihm auch in die Augen.

Wirklich gut! Die größte Chance durch die Digitalisierung ist… für alle zugängliche Informationen. Die Diagnosen meiner behinderten Tochter wären andere, wenn wir als Eltern uns nicht die Finger wund recherchiert hätten. Das Internet ist ein gutes Instrument für die Hilfe zur Selbsthilfe. Daneben ist die Digitalisierung eine große Chance für die internationale Kommunikation und die Arbeitswelt.

Bedrohlich! Wir müssen aufpassen, dass… das Internet nicht ein elitärer Raum bleibt/wird, sondern für wirklich alle Menschen frei zugänglich wird. Stichworte: Barrierefreiheit und Netzneutralität.

Die Digitalisierung verändert mein Leben durch… die Menschen, denen ich online begegne.

Chatten mit den Enkeln, Einkaufen per Mausklick, Arbeiten ohne feste Bürozeiten. Was bringt Digitalisierung für Familien und Ältere? Die Möglichkeit zum (Erfahrungs-)Austausch und Erleichterung des Alltags. Allerdings erst, wenn Barrierefreiheit wirklich breit umgesetzt ist. Ich kenne viele ältere Menschen, für die Computer und das Internet noch immer ein rotes Tuch sind; leider. Im besten Fall bedeutet gerade für ältere Menschen der Zugang zum Internet eine Horizonterweiterung.

Programmieren in der Grundschule, das gesamte Faktenwissen der Welt in der Suchmaschine. Wie sollte Bildung in der Zukunft aussehen? Mein Lieblingslehrer hat immer gesagt: „Du musst nicht alles wissen – aber wissen, wo alles steht.“ Das gilt noch heute und wird auch in Zukunft gelten. Sinnvolles Recherchieren wird immer wichtiger. In der Kita unserer Kinder schaut der Erzieher zusammen mit den Kindern im Internet nach, wenn er selbst keine Antwort auf Kinderfragen weiß. Wichtig und gut daran ist, dass er gemeinsam mit ihnen recherchiert. Ich finde wichtig, dass Pädagogen und Eltern wissen, worüber sie sprechen – und dass sie Kinder auf ihrem Weg durchs Netz und die Medien begleiten.

An jedem Ort arbeiten können und ständig erreichbar sein. Was bedeutet das für Arbeit im Digitalen Zeitalter? Freiheit und Einschränkung gleichzeitig. Freiheit, weil wir flexibler arbeiten können. Einschränkung der Freizeit, die immer mehr von Arbeit bestimmt wird. Gefahr für die so genannte Work-Life-Balance. Andererseits auch Möglichkeiten zur Entfaltung. Mit meinem Smartphone kann ich den meisten bürokratischen Kram rund um meine Tochter auch unterwegs abarbeiten. Das ist eine wirkliche Entlastung! (Wobei die nachhaltige Entlastung eher eine Minimierung der Bürokratie wäre, aber das ist ein anderes, sozialpolitisches Thema…)

Was müssen wir im digitalen Zeitalter tun, damit unsere Wirtschaft erfolgreich bleibt? Es braucht vor allem eine Portion Mut, online sowie offline. Mutige Menschen mit Selbstvertrauen, die keine Angst vorm Scheitern haben.

Die Digitalisierung schafft Chancen und birgt Risiken. Von der SPD erwarte ich, dass was ich auch von allen anderen Parteien erwarte: Dass sich Menschen mit den Themen beschäftigen, für die sie brennen. Ich wünsche mir, dass sich Politiker für den Bereich Netzpolitik engagieren, die selbst im Internet leben.

 

 

5 Kommentare zu “Digitalisierung, Computerliebe & Barrierefreiheit
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