Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung oder: Ein ganz normaler Mittwoch

by Kaiserin

Heute ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung. Als Familie mit einem behinderten Kind ist für uns täglich der Tag der behinderten Menschen. Jeder Tag ein Feiertag – oder so ähnlich. Der Hintergrund dieses offiziellen Datums ist ein sinnvoller: Der Einsatz für die Würde, die Rechte und das Wohlergehen von Menschen mit Behinderung soll gefördert werden. In der Öffentlichkeit soll für die Lebensrealität von Menschen mit Behinderung sensibilisiert werden. Auch mein Blog wurde aus diesem Bedürfnis heraus geboren. Ich möchte zeigen, dass das Leben mit der Geburt eines mehrfach behinderten Kindes nicht vorbei ist, möchte die Bereicherung meines Lebens durch meine behinderte Tochter darstellen, aber auch die vielen Stolpersteine nicht verschweigen.

Leben mit Behinderung – darum ging es auch die vergangenen zwei Tage beim Zukunftskongress der Aktion Mensch, #INKLUSION2025 in Berlin. Die Leitfrage in vielen spannenden Panels: „Wie wird Inklusion im Jahr 2025 aussehen?“ Was braucht es, um Inklusion zu leben? Bereichernd für mich waren vor allem die vielen kurzen und langen Gespräche, die sich zwischendurch ergaben: Mit (Online-)Aktivisten, Blogger_innen (zum Beispiel mit dieser oder diesem oder dieser), Referent_innen, anderen Eltern von Kindern mit Behinderung und mit Kindern von Eltern mit Behinderung.

Auch technische Innovationen, die in Zukunft Kommunikation und Arbeit mit Menschen mit Behinderung barriereärmer oder im besten Fall barrierefrei gestalten werden, wurden gezeigt. Eine super Idee vom Design Research Lab der Universität der Künste Berlin: die Lorm Hand, mit der taubblinden Menschen der Zugang zum Internet, zu Sozialen Medien und vor allem die Kommunikation mit anderen Menschen ermöglicht wird. Gerade für mich als Mutter einer taubblinden Tochter machen solche Entwicklungen Hoffnung auf eine inklusivere Zukunft.

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Die zwei Tage Zukunftskongress müssen nun erstmal sortiert werden. Für die Zwischenzeit empfehle ich  ein Interview, das ich für die taz mit einer klugen Frau führen durfte: Lisa Pfahl wuchs mit fünf behinderten Pflegegeschwistern auf und ist heute Berlins erste Professorin für Disability Studies. Sie erklärt, wie man cool mit dem Begriff Behinderung umgehen kann – und auch sie hat eine inklusive Vision für das Jahr 2025: Behindert, aber nicht nur.

3 Kommentare zu “Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung oder: Ein ganz normaler Mittwoch

  1. Liebe Mareice, auf einem Blog habe ich eine Buchvorstellung entdeckt, die dich vielleicht auch interessieren könnte. Papa Moll ist eine Buchserie die bei uns in der Schweiz sehr beliebt ist (ich kenne sie bereits aus meiner Kindheit und mag die liebevollen Bilder sehr). Dieses spezielle Buch ist der Inklusion & Integration gewidmet und wurde zusammen mit einer Institution erarbeitet.
    Hier der Link: http://www.fairybread.com/
    Liebe Grüsse
    Tina

  2. Sehe ich ähnlich – wie bei den meisten Kongressen waren die vielen Gespräche mit Bekannten, Freunden und neuen Gesichtern zwischendurch der wichtigste Part. Inhalte für Mobilista.eu habe ich zwar (erwartungsgemäß) nicht mitgenommen, dafür aber viele neue Gedankengänge 🙂

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