Zwischen den Jahren

by Kaiserin

Für die Entstehung der Redewendung Zwischen den Jahren gibt es viele Erklärungen. Mir gefällt am besten eine ganz alte: Die Ägypter teilten ihr Jahr in zwölf Monate à 30 Tage ein. Am Ende blieben dann aber noch fünf (im Schaltjahr sechs) Tage übrig. Das waren die Tage zwischen den Jahren.

Ich weiß nicht, welchen Wochentag wir heute haben oder welches Datum. Gestern war das auch so und morgen wird es vermutlich nicht anders sein. Nach einem Jahr, in dem der Terminkalender eine immer größere Rolle spielte, genieße ich diese Tage, an denen die Zeit still steht. Der Schnee, mit dem wir heute morgen aufwachten, hat die Welt nochmal leiser gemacht. Er knirscht unter den Schuhen und glitzert in der Sonne. Während des Mittagsschlafs meiner Töchter komme ich sogar mal wieder dazu, ein paar Seiten eines Buchs zu lesen. Ich sortiere die Fotos des Jahres auf meinem Computer und bestelle den neuen Familienkalender für das kommende Jahr.

Lesenswert: Es ist nicht das Jahr, es ist das Leben. Es ist nicht zu Ende, es fängt jetzt an, wird alles wieder heller und wärmer. Sie müssen nichts ändern, Sie sind das Perfekteste, was eben gerade möglich ist. Es soll alles gut werden. Für uns alle. Auch die grandiose Sibylle Berg beschäftigt sich in ihrer aktuellen Kolumne mit der Zeit zwischen den Jahren: Gute Vorsätze: Sie sind perfekt!

Lesenswert II: Noch eine super Kolumne. Margarete Stokowski schreibt über ein Thema, das mich in diesem Jahr zunehmend beschäftigt hat: Geschlechtergerechtigkeit in der Sprache. Nackt einparken in der Wortwolke

Lesenswert III: Auf ihrem Blog WerdenundSein erinnert sich die Autorin an die Zeit zwischen den Jahren, als sie fünf Jahre alt war und diese Tage ihr Leben grundlegend veränderten.

Lebenswert: Weihnachten mit meinen Mädchen.

Lebenswert II: Schlittenfahren zwischen den Jahren und dabei wunschlos glücklich sein.

 

3 Kommentare zu “Zwischen den Jahren

    • Liebe Tina, die Resonanz ist berechtigt. Du hast diese, deine persönliche Geschichte, so wunderbar erzählt. Hat mich viele Tage zwischen den Jahren berührt und lässt mich nach wie vor nicht los. Danke, dass du sie mit uns teilst. Herzliche Grüße & Wünsche für ein gutes Jahr von: Mareice

  1. Die Einteilung der Ägypter kannte ich noch gar nicht. Aber ich weiß, dass Äthiopien (und dann vermutlich auch Eritrea) 13 Monate zählt und der dreizehnte Monat ist eben nur ein paar Tage lang.
    Ein Äthiopier erzählte mir, dass sein Land mit dem Slogan „13 Monate Sonnenschein im Jahr“ für Touristen wirbt – was ich zunächst für einen Witz, also eine Art Superlativ aus Werbegründen hielt,
    der Äthiopier hielt es auch für einen Werbe-Witz, allerdings wegen der Regenzeit.

    …i.d.S. wünsche ich dir eine winterliche Woche mit sehr viel Schnee zwischen den Jahren !!

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