Eins.

by Kaiserin

Das Kaiserinnenreich ist ein Jahr alt! Happy Birthday to you (and me)!

Vor genau einem Jahr habe ich mit einem Klick meinen ersten Blogartikel veröffentlicht. Wir waren damals über Ostern in Köln. Kaiserin 1 wurde dort operiert und wir konnten im Ronald McDonald Haus und bei ihr sein.

Ich erinnere mich noch an meine Aufregung – und auch an den Gedanken: Ach, liest ja eh keine_r. Dass die Freundin, die mich damals ermutigte, mein Blog zu starten, Recht behalten sollte, weiß ich heute. Meine Artikel werden gelesen. Von viel mehr Menschen, als ich es mir hatte träumen lassen. Meine Texte werden kommentiert, verlinkt, gemocht, kritisiert, debattiert.

Die ersten Zeilen für das Kaiserinnenreich waren harte Arbeit. Auf der einen Seite musste ich erst einmal wieder reinkommen ins Schreiben, in den Flow. Nach drei Jahren familiärer Pflege- und Fürsorgearbeit mussten sich meine Autorinnenfinger und mein Kopf erstmal wieder umstellen. Vom Windelwechseln zurück zum Tippen, von der Familienorganisation zurück zum Redaktionsplan. Was mir vor der Geburt von Kaiserin 1 leicht von der Hand ging, musste ich wieder neu erlernen. Die ersten Texte schrieb ich während der Kita-Eingewöhnungszeit von Kaiserin 2., manchmal sogar auf dem Spielplatz. Während ich den Kinderwagen mit einem Fuß wippte, so dass sie schlief, konnte ich gleichzeitig mit dem Laptop auf dem Schoß schreiben.

Mit den Wochen fiel mir das Schreiben immer leichter – und dank einer Blitzeingewöhnung von Kaiserin 2 und einer immer stabiler werdenden Konstitution von Kaiserin 1 hatte ich auch endlich mehr Zeit für mein Blog und auch weitere journalistische Arbeit darüber hinaus. Mein Blog war der erste Schritt zurück ins Berufsleben.

Für den Start fing ich chronologisch an, mit der Geburt von Kaiserin 1 und der Frage: Wie sagen wir es unseren Freunden?
Von unserer Zeit im Kölner Krankenhaus schrieb ich in Zuhause im Krankenhaus.
Warum Kaiserin 1 so oft ins Krankenhaus muss(te), erklärte ich in einem Text über ihre fiese Darmkrankheit Morbus Hirschsprung: Oh Shit!.
Schon nach kurzer Zeit bekam ich viel Feedback auf meine Texte. Eine Formulierung trifft es ziemlich genau: Fernwärme.
Im Juni startete ich meine Reihe Die kaiserliche Woche, in der ich jeden Sonntag meine Lieblingsbilder zeige, Lieblingstexte verlinke und zeige, was mir gefällt und mich umtreibt.
Ich habe mich über Die Barrieren in den Köpfen aufgeregt und über menschenfeindliche Formulierungen, über Körperbilder für Kinder und ich habe an Mutterbäuche appelliert. Ich habe gestanden, dass ich keine perfekte Mutter bin – und erklärt, warum ich es auch gar nicht sein möchte. Ich habe gezeigt, welche Superkräfte Mütter behinderter Kinder haben und ich zeige sie, die Supermamas des Alltags, in meiner Rubrik Mutterfragebogen – Special Needs Edition.

Ich habe geträumt, wie Inklusion im Jahr 2025 aussehen könnte und mich an das allerschönste Weihnachtsgeschenk meines Lebens erinnert. Ich habe mich gefragt, was der Begriff Special Needs eigentlich bedeutet und wie das Familienleben mit vielen professionellen Hilfen funktionieren kann: Nähe und Distanz.
Behinderte Momente sind Szenen aus unserem Leben mit einem behinderten Kind.
Wir haben den dritten Geburtstag von Kaiserin 1 gefeiert und den zweiten Geburtstag von Kaiserin 2. Wir waren im Krankenhaus, an der Nordsee, in Wien, in Hamburg, im Kupferhof, im Sonnenhof, in der Kita, auf dem Spielplatz.

Wie sich das für eine Geburtstagsansprache gehört, sage ich zum Abschluss DANKE. Für die vielen wohlwollenden Kommentare und Mails, Verlinkungen und Empfehlungen. Für das herzliche Willkommen in den Reihen der Elternblogger_innen. Für das Lob – und auch die konstruktive Kritik. Für all die Ermutigungen und die Menschen, die neu im Kaiserinnenreich sind, digital und offline. Das dickste DANKE geht an meine Lieblingsnerds Manu und Alex, die tollste Illustratorin Daniela, die geduldigste Fotografin Carolin und Thorben für den Support. Und an meine Mädchen, die coolsten Kaiserinnen der Welt.

Mareice

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Foto: Carolin Weinkopf

P.S.: Was rund um das Kaiserinnenreich in diesem Jahr passierte, zeigt das Echo.

27 Kommentare zu “Eins.

  1. Herzlichen Glückwunsch wünsche ich dir und deinem wundervollen Blog.

    Ab heute werde ich öfters vorbeischauen, denn mir gefällt es hier!

    Mach weiter so und danke für die ausführliche und tolle Zusammenstellung deines ersten Jahres.

    Liebe Grüße
    Alina

  2. Happy Birthday Kaiserinnenreich!
    Ich glaube, ich bin über den special needs Mutterfragebogen hier gelandet und seitdem eine begeisterte Leserin 🙂
    Ich komme quasi „von der anderen Seite“ und arbeite beruflich mit schwerstmehrfachbehinderten Kindern, deine Einblicke und Anregungen inspirieren mich oft bei der Arbeit, danke dafür!
    Ich freue mich schon auf viele weitere Blogeinträge, die hoffentlich recht wenig mit Krankenhäusern zu tun haben werden.
    Liebe Grüße, Katharina

  3. Herzlichen Glückwunsch zum ersten Bloggeburtstag! Dein Blog ist eine große Bereicherung für mich. Vielen Dank für den Einblick in Euer schönes, herzliches, schwieriges, liebevolles Familienleben!
    Alles Gute für Dich, Deine Lieben und für den tollen Blog!
    Jana

  4. Herzlichen Glückwunsch zum Ersten Geburtstag! Vielen Dank für Deinen (ja, für mich sind Blogs maskulinum^^) aufklärerischen, horizonterweiternden, tellerrandüberblickenden, betroffenundfröhlichmachenden und einfach grundsympathischen Blog, auf dass die Ideen nie ausgehen, die Inspiration stets lebendig und die Muse knutschfreudig bleibt und die Leidenschaft am Brennen. Alles Gute für Dich, die kleinen Kaiserinnen und die Familie! Anna

  5. Herzliche Gratulation! Ich dachte ja deinen Blog gibt es schon viel viel länger 🙂

    Danke für deine Geschichten undEinblicke aus eurem Leben! Weiter so.

    Alles Liebe!

  6. Bonne anniversaire! Und was für eine Symbolik, dass Du Ostern gestartet hast. Danke für Deinen Blog und Deine vielen Infos und Inspirationen… Ich warte immer voller Vorfreude auf die nächste Kaiserinnenwoche! Danke für Deine Vorbildfunktion in Sachen „perfekter Unperfektionismus;-)“
    Steffi

  7. Liebe Mareice, herzlichen Glückwunsch zum ersten Geburtstag deines Blogs. Ich lese regelmäßig und gerne aus eurem Kaiserinnenreich. Du beschenkt mich mit Eindrücken, Ideen und Gedanken. Danke! Michelle

  8. Herzlichen Glückwunsch zum ersten Bloggeburtstag!

    Ich bin ganz frisch auf deinem Blog und kann nicht mehr aufhören hier zu lesen :-). Ich bin über den Beitrag „Es piept“ von deinem Mann hier gelandet und habe schon oft gedacht wie bei uns damals (mein kleiner Kämpfer ist Anfang Nov 11 geboren und hat wie die Kaiserin1 Weihnachten 11 und noch viele andere Tage im Krankenhaus verbracht). Bei uns hieß es, es wird ein Mädchen und als der Kämpfer dann 11 Wochen zu früh auf die Welt geholt wurde, habe ich meinen Mann auch nachsehen lassen, ob es wirklich ein Junge ist (den das war auch mein Gefühl)… genug von uns…
    Mach weiter sooo, ich wünsche euch eine Zeit ohne Tornardos und viele viele Glücksmomente!!!
    Ich bleibe hier!
    Tanja

  9. Herzlichen Glückwunsch! Ich habe dich erst vor kurzem entdeckt und alles nachgelesen. Ich bin so beeindruckt und du hörst dich so sympathisch an!

  10. Erst ein Jahr! Das Lesen hier ist schon so selbstverständlich, als wäre es nie anders gewesen. Herzlichen Glückwunsch, liebsten Dank und weiter so!!! Alle Gute für deine Familie! Herzlichst, Annett

  11. Na dann herzlichen Glückwunsch!
    Ich lese deinen Blog immer wieder gerne, besonders der Appell an den Mutterbauch hat mir sehr aus der Seele gesprochen.

  12. Herzliche Glückwünsche zur stolzen EINS.
    Und ganzganzherzlichen Dank für deine Offenheit.
    Ich lese deine Beiträge gerne und verlinke auch immer gerne mit unserer Pro Infirmis-Seite.

    Sonnige Grüsse aus der Schweiz.
    Bettina

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