Die kaiserliche Woche // KW 22

by Kaiserin

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Leben ist Kommunikation und andersherum. Die meisten Menschen kommunizieren mit Worten – gesprochen oder geschrieben. Zwischenmenschliche Verunsicherung entsteht, wenn Kommunikation auf diesem Weg nicht möglich ist. Bei Begegnungen mit taubblinden Menschen kann das der Fall sein. Kaum eine Behinderung wird mit so vielen Unsicherheiten und Befürchtungen assoziiert wie die Taubblindheit. Heiko Kunert hat für Leidmedien.de einen informativen Artikel über Menschen mit dieser Sinnesbehinderung – und das von ihnen gezeichnete Bild in den Medien – geschrieben: Taubblindheit: Die vergessene Behinderung in den Medien

Mein Kind ist so gut wie seine Gene? Ulrike Baureithel schreibt in der WOZ differenziert über das immer präsenter werdende Thema Pränataldiagnostik: Das gescreente Wunschkind als Konsumgut

Was wichtig ist? Freundschaft! Den Freunden im Elternleben widmet sich die neue Ausgabe vom Podcast Mutterskuchen. Von Freund_innen, die im besten Fall das ganze Leben begleiten, erzählt Anika Lindtner ganz wunderbar bei Kleinerdrei: Lebensgefährtinnen

Auch bei Kleinerdrei: Ein großartiger Text von Nicole von Horst zum Kita-Streik mit allen Hintergründen und der Realität zu Hause. Kind und Kitastreik

In Berlin-Kreuzberg sucht ein kleiner, feiner Kinderladen übrigens noch nach einem Kind für ihren Integrationsplatz. Alle Infos gibt es hier: Kinderladen MUKO Weiterlesen

Und wie machst du das, Julia?

by Kaiserin

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„So langsam gehen uns die Nerven aus!“ schrieb mir Julia in dieser Woche per Mail. Der Grund für ihre strapazierten Nerven ist der deutschlandweite Streik von Erzieher_innen in Kitas. Julias Familie ist davon betroffen – und zwar besonders hart. Ihr jüngster Sohn ist entwicklungsverzögert und braucht die Therapien, die in seiner Kita angeboten werden. Ohne Kita: keine Förderung. Im Mutterfragebogen erzählt Julia, warum eine Notbetreuung oder ein privater Zusammenschluss von Eltern für Familien mit behinderten Kindern oft nicht in Frage kommen – und davon, welche Konsequenzen der Kita-Streik für ihr Berufs- und Familienleben hat. Weiterlesen

#WasAndersWäre

by Kaiserin

Was wäre, wenn…? ist eine Frage, die ich mir selten stelle. Denn sie führt ja nicht wirklich zu etwas. Ich bin eher pragmatisch: Es ist, wie es ist. Oder?
So ein Gedankenspiel kann natürlich auch spannend sein, Gedankensteine ins Rollen bringen, Perspektiven verrücken, neue Horizonte eröffnen. Almut und Sascha vom Blog Ich mach mir die Welt wagen ein solches Gedankenspiel. Sie stellen sechs Fragen zum Nachdenken über Geschlechterklischees, die ich gern beantwortet habe. Vielen Dank für diese tolle Möglichkeit des öffentlichen Denkens. Weiterlesen

Die kaiserliche Woche // KW 21

by Kaiserin

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Wie sieht eigentlich ein perfekter Arbeitstag aus? Darüber – und über meine Freiberuflichkeit, Glück und Barrieren – habe ich in dieser Woche in einem Interview auf Frei, Frau & gesprochen. Die tolle Ricarda von Die gute Website beschäftigt sich auch mit dem guten Arbeiten und hat Tipps für einen guten Arbeitstag.

„Lieber jetzt unromantisch, als später arm“ – so lautet der Tipp von Helma Sick für alle Frauen, die sich binden möchte. Sick diskutierte in einer Gesprächsrunde, initiiert vom Familienmagazin NIDO, über die (Un-)Gerechtigkeit in Partnerschaften mit Kindern. Es geht dabei um (unbezahlte) Care-Arbeit, Rollenklischees, Geld und: Macht. 40 Windeln wechseln macht 400 Euro oder: Was macht das Geld mit der Liebe?

Von einer Mutter, die ungeplant und unverhofft zu ihren Kindern kam. Ohne Schwangerschaft, ohne Geburt. Eine Reportage über Pflegekinder: Plötzlich Mama 

Krankheiten, wirklich schwere Krankheiten, machen sprachlos. Nicht immer unbedingt den kranken Menschen selbst, oft aber sein Umfeld. Emily McDowell hatte Krebs und hat diese Erfahrung gemacht. Entstanden sind dadurch wunderbare Karten mit Sätzen, die Sprachlosigkeit überwinden können; nicht nur in Krankheitsfällen. Get well soon? Was man zu jemandem sagt, der eine Krankheit hat

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Und wie machst du das, Tina?

by Kaiserin

Tina Sander

Inklusion schaffen wir! lautet der Slogan einer tollen Kampagne, initiiert vom Verein mittendrin, der sich für (schulische) Inklusion einsetzt. Einer der vielen schlauen und tatkräftigen Köpfe dahinter ist Tina Sander. Vor einigen Monaten fragte sie mich, ob ich nicht Lust hätte, ein paar Sätze zum Thema Inklusion zu sagen – vor laufender Kamera. Was dabei herausgekommen ist, ist hier zu sehen. Im Kaiserinnenreich erzählt Tina aus ihrem Alltag als berufstätige Mutter mit zwei Kindern, eines davon mit Behinderung. Dabei ist Tina vor allem: zupackend und mitreißend. Weiterlesen

Glück ohne Plan

by Kaiserin

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„Eine Prognose gibt es nicht“ – Wie oft ich diesen Satz gehört habe, kann ich nicht mehr zählen. Kaiserin 1 ist mittlerweile dreieinhalb Jahre alt und die einzige Prognose, die es für sie gibt, ist die, dass sie wohl immer ein behinderter Mensch sein wird. Wie stark ausgeprägt ihre Behinderungen sein werden, ist nach wie vor nicht klar.

Höchstwahrscheinlich wird sie sich niemals durch Lautsprache verständigen, denn bisher haben wir nicht das Gefühl, dass sie etwas mit den hörbaren Informationen, die sie durch ihr Cochlear Implantat bekommt, anfangen kann. Es ist unwahrscheinlich, dass sie irgendwann ihren Namen schreiben wird – ihre Sehbehinderung ist stark ausgeprägt und das Auge kein Organ, das von heute auf morgen einfach so besser wird. Wenn es gut läuft, wird sie von alleine Stuhlgang haben können – ohne Hilfe und Unterstützung durch Pflegepersonal. Wenn es gut läuft, wird sie irgendwann mit Unterstützung ein paar Schritte gehen können. Das sage übrigens ich als Mama, aus meinem Bauchgefühl heraus. Ärzt_innen und Therapeut_innen sagen: „Eine Prognose gibt es nicht“. Ihre Chromosomen sind zu speziell. Alle haben Angst, irgendwann zur Verantwortung gezogen zu werden, wenn sie mit ihrer Einschätzung falsch liegen.

Dabei geht es für uns als Eltern manchmal einfach nur um einen Grashalm Hoffnung. Etwas, woran wir uns festhalten können in schlechten Zeiten. Im Krankenhaus, wenn mal wieder eine Lungenentzündung zugeschlagen hat. Ein Grashalm, der daran erinnert: „Alles ist möglich, auf für Dein Kind. Hör nicht auf zu hoffen“. Ein Grashalm, der für Wunder steht.

Ich habe nicht aufgehört, zu hoffen – habe aber auch schnell meine Erwartungen an die Realität angepasst. Mittlerweile rechne ich nicht mehr damit, dass meine behinderte Tochter irgendwann „Ich hab dich lieb“ zu mir sagt. Mir reicht es, wenn sie glücklich und zufrieden ist. Ich sehe ihre kleinen Fortschritte und bin so stolz wie es eine Mama nur sein kann. Das erste Lächeln. Die ersten Wochen ohne Magensonde. All diese Fortschritte, mit denen sie zeigt: „Ich habe Lust auf Leben, ich bin gerne hier“! Weiterlesen

Die kaiserliche Woche // KW 20

by Kaiserin

Und ich hätte mir gewünscht, irgendjemand hätte mir die Erlaubnis erteilt, zu machen was mir gut tut. Weil ich das nicht konnte. Wünschte, irgendjemand hätte gesagt, es ist okay, beim stundenlangen Stillen auch stundenlang Filme zu gucken, oder es ist okay, auf Pausenmodus zu gehen, und dass man sich nicht ins Aus katapultiert, wenn man für ein paar Monate nichts nebenbei macht und chillt. Nicole von Horst hat für Kleinderdrei einen intimen und tröstlichen Artikel darüber geschrieben, wie schwierig es ist, auf sich selbst zu hören. Über verschüttete Milch weinen

Blogs bilden das private Leben ab und sind damit politisch, denn private Fragestellungen beinhalten auch immer öffentliche Fragen. Heinz Bude ist einer der führenden deutschen Soziologen und spricht auf NIDO.de über Familie, Elternschaft und Perspektiven: „Niemand will dumm dastehen“

Fast hatte ich das Gefühl, keine Artikel mehr zu #regrettingmotherhood lesen zu wollen. Bis Jacinta Nandi mir gezeigt hat, dass eben doch noch nicht alles dazu gesagt ist. Hier der beste Text zur Debatte: Alleine mit dem Hass der Gesellschaft

Nicht jede Person ist zu symbolischen Beziehungen befähigt oder gewillt. Warum sollten alle Frauen, die Mütter werden, zu einer Mutter-Kind-Beziehung bereit sein, die von ihnen abverlangt, allgegenwärtig zu sein, unbedingt verfügbar – beides sowohl körperlich als auch emotional – und bedingungslos liebend? fragt Márcia Elisa Moser. Der ganze großartige Texte: Traurige Mütter

Katharina Ludwig ist Journalistin und hat den Blick für schräge Details und charmante Menschen. Ihre Beobachtungen des Alltags schreibt sie ab jetzt ins Internet. Ihr Blog, der abonniert gehört: Grüße aus B.

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Meine re:publica // #rp15

by Kaiserin

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Im Jahr 2014 habe ich dieses Blog gegründet. Gleichzeitig war ich das erste Mal auf einer Konferenz offiziell als Bloggerin unterwegs, nämlich bei der re:publica. Ich erinnere mich noch an den Moment, als ich vor dem Eingang in der Schlange stand und von einer Frau angesprochen wurde, warum ich denn dort sei. Ich wurde rot und berichtete unsicher von meinem Blog, der gerade erst ein paar Wochen alt war. Glücklicherweise war sie selbst (Familien-)Bloggerin und gleich begeistert.

In diesem Jahr war ich wieder bei der re:publica, dieses Mal als Speakerin. Die Überraschung war groß, als Raúl Aguayo-Krauthausen und ich die E-Mail mit dem Betreff „You`re in“ bekamen – und die Aufregung auch! Wir legten also los und begaben uns auf die Suche nach Menschen, die im Internet für Inklusion kämpfen. Passend zum Europa-Thema der re:publica schauten wir über den deutschsprachigen Tellerrand und fanden über 200 Menschen, Projekte und Initiativen. Fünf davon wählten wir aus, um sie in unserer Session vorzustellen. Während die konzeptionelle Vorbereitung reibungslos lief, sah das mit der organisatorischen anders aus. Natürlich wollten wir eine inklusive Session, in der uns jeder Mensch verstehen kann. Doch eine Gebärdensprachdolmetschung zu organisieren, stellte sich ebenso kompliziert heraus, wie eine Kinderbetreuung für ein digitales Festival mit über 6.000 Teilnehmer_innen zu organisieren. Weiterlesen

Die kaiserliche Woche // KW 19

by Kaiserin

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Wie gewohnt super ist die neueste Ausgabe des Lila Podcasts mit einer prägnanten Forderung zum Muttertag: Mehr Botschaften auf Männerärsche, bitte!

Wie der Muttertag zwischen Wunsch und Wirklichkeit aussieht, erzählen einige meiner Lieblingsbloggerinnen hier: Was sich Mütter wirklich zum Muttertag wünschen

Um die Divergenz zwischen Vorstellung und Realität geht es auch in folgendem Link, allerdings in einem ganz anderen Kontext. Katrin Gottschalk, Chefredakteurin des MISSY Magazines, berichtet aus ihrem Redaktionsalltag: Hinter den Kulissen – Eine Tour durch den MISSY-Kosmos

Die WIRED hat mir ein paar Fragen gestellt, ich habe gern geantwortet: Ein Kaiserinnenreich für digitale Inklusion

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Die kaiserliche Woche // KW 18

by Kaiserin

Die Woche im Sauseschritt.

Die fuckermothers listeten zehn Gründe auf, warum Arbeit ein wichtiges Thema für feministische Perspektiven auf Elternschaft ist. Ich schrieb einen Kommentar dazu – da waren es elf Gründe! Ein Grund, das Internet zu lieben.

Ein anderer Grund für Internetliebe ist das Blog Kleinerdrei. Diese Woche hat Andrea Meyer dort einen super Text über ihre Erfahrungen als lesbische Co-Mutter in Berlin veröffentlicht: Ich bin nur dick

An alle Kaiserschnitten: Liz vom Blog Kiddo the Kid startet eine Narbenparade! Hier der Text, mit dem alles begann: Bauchgefühle. Retrospektive

Das Kaiserinnenreich war für den Grimme Online Award vorgeschlagen, wurde dann aber doch nicht nominiert. Das ist nicht schlimm, denn ich freue mich sehr über diese Nominierung: „Wer darf leben“ für Grimme Online Award nominiert Weiterlesen