Kreuzberg hilft

by Kaiserin

Alles fing bei Facebook an. Mit einem Kinderwagen und mit Kinderaugen.

Nachdem ich gesehen hatte, was ich sah und gemerkt hatte, was ich nicht weiß, wollte ich etwas tun.
Etwas, das nachhaltig hilft.
Und ich fand drei tolle Frauen, denen es ähnlich geht.

Simone Logar vom Berliner Hebammenverband, Lisa Sperling und Patricia Bonaudo vom Laden Kurz & Klein und ich haben nun die Initiative Kreuzberg hilft gegründet. Wir sammeln und sortieren gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfer_innen Sachspenden, um sie dorthin zu bringen, wo sie gebraucht werden – zu den geflüchteten Menschen in Berlin. Weiterlesen

Die kaiserliche Woche // KW 35

by Kaiserin

Es ist verrückt, was in diesen Tagen passiert.

Am Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) habe ich Anfang der Woche F. kennengelernt. Sie spricht Arabisch mit syrischem Akzent und übersetzt all die furchtbaren Geschichten der dort wartenden Familien – gemeinsam helfen F. und ich, wie wir eben können. Am Donnerstag habe ich F. zuhause abgeholt. „Meine Mutter und ich haben ein paar Sachen zusammen gepackt“, sagte sie mir. Ihre Kleidersäcke waren so schwer, dass ich sie alleine nicht tragen konnte. Am LaGeSo konnten wir – nur Dank der Spende von F. und ihrer Mutter – fünf Familien mit Schuhen ausstatten (einige der Kinder hatten bisher nur Flip Flops, wenn überhaupt).

Als ich Freitag morgens das Radio anschalte, höre ich in den Nachrichten von einem Brandanschlag auf eine Wohnung, in der geflüchtete Menschen leben – nur zehn Kilometer von meinem niedersächsischen Heimatdorf entfernt. Einen Tag später schreibt mir meine Mutter eine WhatsApp-Nachricht von der Demonstration gegen rechte Gewalt. Immerhin 2.000 Menschen kamen und sprachen sich für die Solidarität mit den Geflüchteten aus.

Auf Twitter erzählte ich von meinem Wunsch, 500 Fladenbrote an die hungrigen Menschen vor dem LaGeSo zu verteilen. Gestern landeten 300 Euro auf meinem Konto. „Für die 500 Fladenbrote, die du am LaGeSo verteilen möchtest und andere Dinge, die gebraucht werden“, schrieb der Spender, den ich nur über Twitter „kenne“.

Morgen startet „Kreuzberg hilft“ – eine Initiative, die ich gemeinsam mit drei tollen Frauen gegründet habe. Einfach, weil wir bei den Ereignissen dieser Tage nicht nur zuschauen wollten – wir wollen aktiv sein und helfen, wo und wie wir eben können. Dazu morgen mehr. Weiterlesen

Die kaiserliche Woche // KW 34

by Kaiserin

Was mich diese Woche vor allem bewegt hat war alles, Was ich nicht weiß.

Die letzte Schachtel geht im Gezerre zu Bruch, das halbe Essen fällt auf den Boden. Entsetzt schauen sich die Flüchtlinge an. Es ist zum Heulen. Gereon Asmuth schreibt bei der taz über einen Tag am LaGeSo.

Familie Shamo wird aufgerufen. Mehr Formulare. Mehr Fragen. Mehr Fotos. Auch die Tochter Alma und der Sohn Aiham werden nun unruhig. Alma weint. Eine Angestellte reicht ihr eine Rassel aus Plüsch. Amrei Coen und Henning Sussebach berichten in der ZEIT aus Passau. Im gelobten Land

Wir wissen nicht, wie es weiter geht, nur soviel, wir sitzen alle in einem Boot. Das SZ Magazin hat kurze Geschichten von geflüchteten Menschen in Deutschland gesammelt. Die Vorurteile gehen über Bord

Seit ich weiß, was Oskar hat, frage ich mich, was ich tun muss, damit er sich zurechtfindet in einer Welt, die nicht auf ihn gewartet hat. In der ZEIT schreibt Stefanie Flamm über ihren Sohn Oskar und ein Medikament, das die geistigen Einschränkungen bei Menschen mit Down-Syndrom wie ihrem Sohn reduzieren sollen. Eine Pille für Oskar

Früher gab es viele Nächte, nach denen ich morgens um sieben frühstücken ging, um mich dann ins Bett zu legen, wenn die anderen Idioten zur Arbeit gingen. Das ist jetzt wohl vorbei. Im MISSY-Eltern-ABC schreibt Bernadette La Hengst über das I wie Ins Bett gehen. Weiterlesen

Was ich nicht weiß.

by Kaiserin

Meine Geschichte fängt bei Facebook an. K. schreibt: „Jemand Platz für zwei junge Syrerinnen zum Schlafen und Duschen bis Sonntag?“ Wir sind gerade in Hamburg, im Urlaub, unsere Wohnung ist frei und ich antworte: „Unsere Wohnung ist noch bis Sonntag frei“. Einige Stunden später schreibt K., dass sie bereits über Twitter eine Unterkunft für die Frauen gefunden hat. „Kann ich sonst noch was tun?“ frage ich. „Melde dich in der Facebook-Gruppe Moabit hilft an“, rät mir K. – seitdem lese ich mit, wie viele freiwillig engagierte Menschen für ansatzweise menschliche Bedingungen vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales in Berlin sorgen.

Zehn Tage später, wieder auf Facebook. „Es werden dringend Rollstühle am LAGeSo benötigt, um medizinische Notfälle nicht auch noch über das Gelände tragen zu müssen“ schreibt A., die sich seit Tagen für geflüchtete Menschen mit Behinderungen in Berlin engagiert. Wir sind zurück in Berlin, einen Rollstuhl habe ich nicht, aber einen Kinderwagen, den ich eigentlich verkaufen wollte. „Reicht ein Kinderwagen auch?“, frage ich A. „Alles, was du entbehren kannst, hilft – und je schneller, desto besser“, antwortet sie. Am nächsten Tag fahre ich mit dem Kinderwagen, einer Babyschale und Herzklopfen nach Moabit zum Landesamt für Gesundheit und Soziales. Weiterlesen

„Wir freuen uns über jeden, der durch die Tür spaziert, rollt, robbt oder getragen wird!“
Inklusive Krabbelgruppen

by Kaiserin

Das Angebot für kleine Babys und ihre Eltern für die Freizeit und zum Austausch ist groß: Von der Babymassage über Kinderturnen bis zum Pekip. Das Freizeit-Angebot für behinderte Kinder und ihre Eltern ist klein bis gar nicht vorhanden. In Berlin gibt es nun bald zwei inklusive Krabbelgruppen. Andrea Häfele arbeitet beim Verein Eltern beraten Eltern, leitet die Krabbelgruppe in Berlin-Schöneberg und erklärt im Interview, warum Krabbeln kein Kriterium zur Teilnahme ist. Weiterlesen

„Ignoranz ist keine Option“

by Kaiserin

Vor genau einem Jahr habe ich bei meinem ersten Blogger_innen-Café einen Kinderwagen gewonnen. Er war der Hauptpreis, ich total baff und erfreut. Ein Jahr lang war er uns ein treuer Begleiter bei Ausflügen, Einkäufen und auf dem Weg zur Kita. Kaiserin 1 und Kaiserin 2 saßen oder schliefen abwechselnd darin.

Seit heute begleitet er nicht mehr uns, sondern eine nach Deutschland geflüchtete Familie mit vier Kindern. Drei davon so klein, dass sie locker in den Wagen passen. Alles, was die Familie noch an persönlichen Sachen besitzt – verpackt in einer Plastiktüte – passt auch in den Kinderwagen. In das kleine Fach unter dem Sitz, das für unseren Wocheneinkauf meist zu klein war. Weiterlesen

Die kaiserlichen Wochen // KW 32 & KW 33

by Kaiserin

Was mein Leben reicher macht? Oft sind es die kleinen Momente: Smalltalk mit meinem Späti-Mann, ein Kompliment zur richtigen Zeit, eine Blume am Wegesrand, ein perfekter Satz in einem Buch, die Füße in kaltem Wasser an einem heißen Sommertag, Kinderlachen. Viele dieser Momente durfte ich in den vergangenen zwei Wochen erleben, einige davon: Urlaubsmomente.

Bettina Rentsch hat eine Frau mit Courage ein großes Geschenk gemacht. Ihre Geschichte in meiner Lieblingsrubrik der ZEIT: Was mein Leben reicher macht

Was wir brauchen, wenn mal wieder gar nichts geht? Einen „Diese Momente-Ordner“ – was dort reingehört, erklärt die wunderbare Ricarda Kiel bei SUPERWORK. Was zu tun ist, wenn du an allem zweifelst und am liebsten im Bett bleiben willst

Eltern sind Rockstars und Rockstars manchmal auch Eltern. Fabian Soethof von New Kid and the Blog hat mit einem 3-fachen Vater und Musiker gesprochen. „Auf Tour musste ich noch nie Kinderkacke wegwischen“

Was verändert sich eigentlich mit dem Muttersein? Alles und nichts – und beides ist wahr. Isabel Robles Salgado erzählt bei Little Years von ihren beiden größten Irrtümern rund ums Muttersein.

Ada Blitzkrieg ist gerade 30 Jahre alt geworden. Sie hat ihre Gedanken dazu aufgeschrieben und kommt zu dem Schluss, dass ihre Mutter sehr mutig war. Jeder ist 30

Das Ende des Sommers ist auch der Anfang der Schule, für viele Kinder ist jetzt die Zeit der Einschulung – natürlich auch für Kinder mit Behinderungen. Über die Einschulung von Sonea hat die Kölnische Rundschau geschrieben – und ihre Mutter.

Bewegt haben mich in den vergangenen Wochen viele Flüchtlingsgeschichten. Durch das Internet werden sie verbreitet und ich finde, es kann gar nicht genug davon erzählt, geschrieben oder gebloggt werden. Maximilian Buddenbohm hat in seiner Rubrik Woanders – Der Wirtschaftsteil viele gute Beiträge verlinkt.
Wer nicht nur lesen und denken, sondern auch helfen will, kann das zumindest in Berlin relativ unkompliziert tun. Zum Beispiel so: Einer meiner Lieblingsläden, das Kurz & Klein in Neukölln, stellt ab morgen (bis zum 24. August) einen ihrer Räume als Lager von Sachspenden für Flüchtlinge zur Verfügung. In Absprache mit der Bürgerinitiative Moabit Hilft werden die Spenden im Kurz & Klein gesammelt und von dort aus zu den hilfsbedürftigen Menschen gebracht. Auf dieser Seite gibt es alle Infos. Weiterlesen

Die kaiserliche Woche // KW 31

by Kaiserin

Herzlich Willkommen im August!
Was man diesen Monat unbedingt machen sollte? Erdbeer-Minze-Eis essen, Sand zwischen den Zehen spüren, Beine hochlegen, durch Rasensprenkler hüpfen. Und das hier: Augustieren

Meine Töchter passen weder in Schubladen noch in Schablonen, schrieb ich im Juni 2014 im Text Kurvendiskussion. Welchem Vergleichsstress Eltern allgemein ausgesetzt sind, beschreibt Boris Hänssler in der Süddeutschen Zeitung. Vermessene Kindheit

In der „sozialen Hängematte“ liegt es sich nicht bequem. Julia Fritzsche und Sebastian Dörfler begeben sich in einem Radio-Feature auf die Suche nach Antworten auf die Frage, warum unsere Gesellschaft die Armen verachtet. Prolls, Assis und Schmarotzer

Alleine machen! fordert Kaiserin 2 zur Zeit mehrmals täglich. Warum es wichtig ist, die eigenen Kinder Schritt für Schritt loszulassen, wie schwierig es manchmal ist und wie schön – darüber erzählt Susanne bei Geborgen wachsen. Elternsein bedeutet immer wieder loslassen.

Ich denke an Dich, weil Du super bist. Liz schreibt ihrem Kiddo eine Liebeserklärung. Kitschig und wahr und wunderbar. Du, Kiddo

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