Von Kreisen, Kleidern, Klamotten & Kram

by Kaiserin

Es gibt Lieder, die machen unerträgliche Zeiten erträglich. Sie fühlen sich an, als wären sie genau für diesen Moment, für genau diese Situation, für eine_n selbst geschrieben. Als kämen sie aus einem selbst heraus, direkt aus Kopf, Herz und Bauch. Mir geht es so mit „Ein Elefant für dich“ von „Wir sind Helden“. Zum 3. Geburtstag von Kaiserin 1 habe ich darüber geschrieben.

Heute ist es immer noch unser Lied – aber ich höre es auch anders nach den Erlebnissen der letzten Monate. Ich habe Eltern kennengelernt, die ihre Kinder tage-, nein, wochenlang auf ihren Hüften getragen haben. Und ich habe Eltern kennengelernt, die ihre Kinder nicht mehr tragen können, weil sie sie verloren haben, auf der langen Flucht nach Deutschland. Weiterlesen

Als allererstes: Kind

by Kaiserin

Die Menschen, die mir im Alltag mit meiner behinderten Tochter begegnen, reagieren unterschiedlich. Eine Situation werde ich aber niemals vergessen: Es ist jetzt fast drei Jahre her, es war Sommer, wir feierten den Geburtstag eines Freundes und waren sehr froh, dass unsere damals 1-jährige Tochter dabei sein konnte. Nach einigen Monaten im Krankenhaus endlich ein Hauch von Normalität. Wir lagen auf einer Decke, die Magensonde für die Ernährung hing Kaiserin 1 damals noch aus der Nase. Viele Freunde waren da, ein fröhliches Fest. Auch die Oma unseres Freundes war dabei, eine freundliche alte Dame. Als sie unsere Tochter sah, wurden ihre Augen groß. Sie stützte die Arme in die Hüften und rief entsetzt: “Oh Gott! Sowas gibt`s noch!?“ Weiterlesen

Was ich weiß.

by Kaiserin

HelpingHands

Vor einigen Tagen habe ich über das geschrieben, was ich nicht weiß. In der Zwischenzeit ist einiges passiert. Noch immer weiß ich vieles nicht. Zum Beispiel, wie es eigentlich dazu kommen konnte, dass eine humanitäre Katastrophe vor dem LaGeSo nur haarscharf verhindert werden konnte, in dem sich hunderte freiwillige Menschen – organisiert von Moabit hilft – gefunden haben, die dort tagtäglich Großartiges leisten. Noch immer weiß ich nicht, warum dort nicht hauptamtliche Menschen genau diese Arbeit tun. Ich weiß nicht, warum die Politik es nicht schafft, Hilfsorganisationen zu schicken, die dort genau so professionell und empathisch arbeiten, wie die ehrenamtliche Helfer_innen in den vergangenen Wochen. Ich weiß nicht, warum ein Security-Mitarbeiter einen geflüchteten Jugendlichen vor dem LaGeSo geschlagen hat. Ich kann mir noch immer nicht vorstellen, wie es sein muss, das eigene Kind im Meer zu verlieren. Wie es sein muss, nach vielen Tagen, Wochen und Monaten einer langen Flucht in Berlin anzukommen und keine Schuhe und davon brennende Füße zu haben. Ich weiß nach wie vor nicht, wie auch nur ein_e einzige_r Politiker_in mit offenen Augen und Herzen vor dem LaGeSo gewesen sein kann, ohne danach nicht sofort Konsequenzen anzuordnen, die unverzüglich umgesetzt werden. Damit das Notwendigste getan wird, nachhaltig und professionell.

Aber einige Dinge, die weiß ich mittlerweile. Es gibt Menschen, die gesehen, gefühlt und verstanden haben und danach handeln. Viele von ihnen durfte ich in den vergangenen drei Wochen kennenlernen. Mein Leben ist reicher durch sie geworden. Mit drei von ihnen habe ich Kreuzberg hilft gegründet. Es war eine Entscheidung aus dem Bauch heraus. Jede von uns wusste: Nichtstun ist keine Option. Also taten wir etwas. Wir fanden einen großen Lagerraum zum Sammeln von Sachspenden, wir fanden Helfer_innen zum Sortieren, wir fanden Fahrer_innen zum Ausfahren der Spenden. Und dann war Kreuzberg hilft da. Vom Gedanken in die Tat, innerhalb einer Woche. Weiterlesen

Die kaiserliche Woche // KW 36

by Kaiserin

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Diskriminierungen wegen des jungen oder alten Lebensalters, einer Behinderung oder chronischen Krankheit, aus rassistischen Gründen oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts (Männer, Frauen, Trans* und intergeschlechtliche Menschen), der Religion oder Weltanschauung sowie der sexuellen Identität sind nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verboten. Dennoch ist Diskriminierung in Deutschland an der Tagesordnung. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes startet deshalb eine große Umfrage.

„Ich bin Jule.“ Im freitag erklärt Autorin Juliane Löffler, warum ein Coming-out heute leider immer noch nicht überflüssig ist. Ganz so einfach ist es dann doch nicht

Wo kein Weg, da ist ein Wille. Die Krautreporter berichten über ein paar coole Künstler in New York. Die Unglücksraben

Für das Magazin von Betreut.de habe ich aufgeschrieben, was ich mir für den Umgang mit meiner behinderten Tochter wünsche. Weiterlesen