Dass du da bist – Zum 4. Geburtstag

by Kaiserin

Meine liebe kleine große Tochter,

vor einigen Tagen habe ich ein Interview gegeben. Es ging eigentlich nicht um Dich, nur ganz zum Schluss noch ein paar Fragen zu meinem Blog und wie es denn eigentlich so ist, das Leben mit einem behinderten Kind wie Dir.
„Ganz normal, eigentlich“ und „das Problem sind nicht die Behinderungen meiner Tochter, sondern die Behinderungen durch strukturelle Diskriminierungen“, irgendwie sowas habe ich geantwortet.

Nachdem ich erzählt hatte, in welche Schubladen du so passt (schwer mehrfach behindert, taubblind, gehbehindert, entwicklungsverzögert), kurze Stille.
Dann eine Frage:
„Welche Fähigkeiten hat sie denn?“ Weiterlesen

Die Veränderung in der Welt

by Kaiserin

Text: Liz Birk-Stefanovic (Kiddo the Kid)

 

„Nee. Die sieht nicht behindert genug aus. Man muss sehen, dass die behindert ist. Aber kein Rollstuhl. Rollstuhl ist so Klischee.“

„Wie wär’s mit blind?“

„Hatten wir schon.“

„Spastiker?“

„Nicht Dein Ernst.“

Während meine Kollegen angestrengt auf ein paar Farbdrucke starren, starre ich angestrengt auf meine Kollegen. Der Kunde, an dem wir uns seit Wochen die Zähne ausbeißen, ist eine gemeinnützige Organisation für Menschen mit Behinderung. Und an diesem Tag in der Werbeagentur scheint es mir, als könnten wir genauso gut Werbung für sechsköpfige Amöbenwesen aus der zwölften Dimension versuchen. Von denen haben wir genauso wenig Ahnung.

Der zitierte Dialog war nicht der erste dieser Art, den ich mitgehört habe – aber es war der erste, der mich richtig sauer macht. Weil ich nur wenige Tage vorher nämlich wirklich eine Begegnung der dritten Art hatte: Mit Kaiserin 1. Weiterlesen

Die kaiserliche Woche // KW 43

by Kaiserin

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Nicole verrät bei Kleinerdrei elterliches Geheimwissen: Kind und Überraschung

Die Krautreporter erklären, was eigentlich gar nicht erklärbar ist: Der Syrien-Krieg verständlich erklärt (auch für dich)

Die Maus zeigt ab heute, was eine Familie erlebt, die aus Syrien nach Deutschland geflüchtet ist: Die Sendung mit der Maus

Die fuckermothers haben zusammengestellt, wie und wo man Kinderbücher jenseits von Rollenklischees findet. Weiterlesen

Die kaiserliche Woche // KW 42

by Kaiserin

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Auf Utopia gibt es fünf Gründe, Pappbecher gegen Thermobecher zu tauschen.

Auf Mit Vergnügen haben Laura Gehlhaar und Raúl Krauthausen elf Sätze, die behinderte Menschen nicht mehr hören können gesammelt.

Trotzdem froh: Margarete Stokowski über die neue Graphic Novel Dich hatte ich mir anders vorgestellt von Fabien Toulmé.

Kiddo the Kid hat einen Text geschrieben, den ich eigentlich schreiben wollte. Nun ja, lest ihn einfach bei ihr. Über Laute Tage.

Anne Köhler ist Autorin und erlebt leise Tage. Sie beginnt nach einem Jahr Elternzeit wieder mit dem Schreiben. Tag 1

Musik für laute und leise Tage gibt`s bei plique, zum Laufen und zum Arbeiten. Weiterlesen

Die kaiserliche Woche // KW 41

by Kaiserin

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Das Leben mit Kindern ist ein Erlebnis – mit behinderten Kindern sowieso. Birte Müller schreibt über ihr Erlebnisleben.

Christiane Link über das Wort behindert: Diskussion um die richtigen Begriffe.

Ein Text, der uns alle angeht. Simone Dede Ayivi schreibt in der ZEIT: Wir müssen über Rassismus reden

Warum es kleine Zettelchen in Kinderbüchern braucht, damit die Welt breiter, weiter und größer wird, hat Suse Bruha aufgeschrieben: Der Genderwahn der bösen Wölfin

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Und wie machst du das, Antje?

by Kaiserin

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Auf der Suche nach einer Diagnose für ihren behinderten Sohn war Antje lange Zeit – mittlerweile sucht sie nicht mehr. Die Unsicherheit wurde zur Sicherheit, sagt die Hamburger Mutter von zwei Kindern. Vor allem, weil Pelle einfach Pelle ist. Die Antwort, wie sie ihren Alltag meistert, fällt ihr übrigens leicht: Alles kein Hexenwerk – sondern nur viel Arbeit mit viel mehr Liebe. Weiterlesen

Mein Kind, das Gespenst

by Kaiserin

Meine große Tochter ist das Kind, vor dem sich alle werdenden Eltern fürchten. Sie ist das Kind, wegen dem pränatale Untersuchungsmethoden entwickelt wurden. Sie ist das Kind, für – nein, gegen – das es Schwangerschaftsabbrüche gibt. Die Vorstellung, ein Kind wie sie zu bekommen, spukt zwischen den Zeilen und Kreuzen des Mutterpasses umher, oft auch in den Gedanken der werdenden Eltern. Bis die Hebamme nach der Geburt des Kindes sagt: „Alles gut, das Kind ist gesund“. Nach der Geburt von Kaiserin 1 war nicht „alles gut“. Meine behinderte Tochter ist ein Gespenst. Weiterlesen

Die kaiserlichen Wochen // KW 38 – 40

by Kaiserin

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Falls die gute Fee irgendwann zu uns kommt, werde ich mir die Behinderung meiner Tochter nicht wegwünschen. Sondern alle drei Wünsche dafür hergeben, dass Behinderung kein Stigma mehr bedeutet, dass behinderte Menschen gleichgestellt statt benachteiligt werden, und dass irgendwann keiner mehr auf Anhieb sagen kann, was man damals meinte, als man immer von Inklusion redete – weil Menschen mit Behinderung schon lange ganz selbstverständlich überall gleichwertig dazugehören. Ella schreibt auf ihrem Blog Ringelmiez, warum sie froh ist, ein Kind mit Behinderung zu haben.

Der Film Mehr als ein Bruder begleitet die Brüder Marcel und Sascha – der eine schwer behindert, der andere nicht.

…aber frei sein. Auf einer Bank in der Sonne sitzen, ein zartes Vermissen von etwas, jemanden, und doch milde versöhnt mit allem. Auf dem Blog fragmente gibt es eine Anleitung zum Entlieben.

Und sonst?
Radtouren durch den gelb-roten Herbstwald, Kastanien in den Händen, Trampolin unter den Füßen, eine warme Tasse Tee in der Hand, Waffeln mit Puderzucker auf dem Schoß, Herbstmusik im Kopf. Weiterlesen