Leerstelle

by Kaiserin

Montag Morgen, schon wieder so spät dran. Hoffentlich schaffen wir wenigstens den Morgenkreis, denke ich. Zieh dir bitte schnell die Glitzerschuhe an, sage ich. Mama, der Helm, sagt Kaiserin 2. Wir stehen im Hof. Also nochmal hoch, in die Wohnung, den Fahrradhelm holen. Die Stufen wieder runter, immer zwei Stufen mit einem Schritt, schnell zum tapfer am Fahrrad wartenden Kind. Die Straße runter, Kaiserin 2 auf dem Fahrrad, ich laufend und keuchend hinterher. Sie wird immer schneller, immerhin jetzt, beim Endspurt Richtung Kita.

Beim Bäcker, Brezel zum Frühstück. Bitte nicht nur das Salz ablecken, beiß auch mal rein, sage ich. Blick auf die Uhr. Noch fünf Minuten, dann beginnt der Morgenkreis. Tasche, Helm, Kind, alles dabei, also los. Wir klingeln zwei Minuten vor zehn, noch kurz vorm bösen Erzieherinnen-Blick. Glitzerschuhe ausziehen, Hausschuhe anziehen. Kuss. Hab dich lieb, viel Spaß! Die Tür schließt. Ich atme durch. Weiterlesen

Vom (Buch-)Schreiben

by Kaiserin

VomSchreiben

„Ich kann mir gut vorstellen, dass andere Eltern auch tausend Fragen haben an dich, so wie ich“, schreibt meine Freundin Pamela mir Ende 2013 per SMS. „Wie sieht euer Alltag aus mit Kaiserin 1? Das wollen bestimmt viele wissen und trauen sich nicht zu fragen. Berührungsängste und so.“ Die Idee für mein Blog war geboren. Zu Ostern 2014 ging das Kaiserinnenreich online. Ich erzählte Geschichten aus unserem Alltag zwischen Kita und Krankenhaus, Pflege und Job, Sorge und Glück. Schon nach kurzer Zeit konnte ich mir nicht mehr vorstellen, nicht zu bloggen. Das Schreiben wurde zu einem Teil meines Lebens, mit einigen Texten schrieb ich mir die Wut aus der Seele, mit manchen den elterlichen Stolz, die Freude und die kleinen und großen Glücksmomente. Schon nach kurzer Zeit bekam ich Fernwärme zurück in Form von Mails und Kommentaren.

Das Schreiben bedeutet mir immer mehr. Schreiben ist meine liebste Reflektionsmöglichkeit, mein Ventil, meine Dokumentation. Für mich ist es – neben dem Sprechen – die beste Art, meine Gedanken zu sortieren. Gleichzeitig entsteht online ein Austausch mit anderen Blogger_innen und Leser_innen, der mittlerweile zu meinem Alltag gehört. Antje Schrupp beschreibt das auf ihrem Blog „Aus Liebe zur Freiheit“ so: Dieser kleine, tägliche, unspektakuläre Austausch ist für mich inzwischen so eine Art Werkzeug meines Denkens geworden, ein Tool, auf das ich nicht verzichten möchte. Denken funktioniert ja nicht im abgeschlossenen Gehirn einer isolierten Persönlichkeit, sondern im permanenten Austausch mit der Welt und mit anderen Leuten.  Weiterlesen