Bye bye, Behindertenparkplatz //
Ein Abschiedsbrief

by Kaiserin

Lieber Behindertenparkplatz,

seit zwei Jahren gehörst du zu meinem Leben wie meine Brille auf der Nase. Na ja, nicht ganz so existenziell. Ohne meine Brille finde ich den Weg zurück nach Hause nicht, wenn ich nachts betrunken aus einer Bar falle, was ich, um ehrlich zu sein, mittlerweile nicht mehr als zehn Mal im Jahr mache. Schließlich bin ich Mutter von zwei Kindern. Eines davon mit Behinderung, das andere ohne – aber auch nicht ohne. Die Mutter, also ich, auch nicht. Ausgehen, Alkohol trinken, tanzen. Das geht auch alles als Mutter, auch als Mutter einer behinderten Tochter, auch wenn das manche Menschen gar nicht glauben können. Echt nicht. Die sagen dann irgendwann spät nach Mitternacht an der Bar: „Ich hätte ja nicht gedacht, dass man sich mit dir betrinken kann. So als Mutter von einem behinderten Kind.“ Tz.

Wenn ich dann also nachts, im besten Fall mit Brille auf der Nase, nach Hause kam, lief ich immer auch an dir vorbei, mein lieber Behindertenparkplatz. Direkt vor unserer Haustür haben dich zwei Männer hingemalt. Zwei weiße Streifen rund um die Parkbucht herum, kleines Schild mit einer Nummer aufgestellt, und schon warst du da. Lange ersehnt, denn so einfach war es nicht, dich zu bekommen. Du hast dich ordentlich geziert.

„Wie behindert ist ihre Tochter denn?“ wollte die Frau vom Ordnungsamt, Abteilung Straßenverkehrsbehörde, am Telefon von mir wissen. Ganz genau wollte sie alles wissen, denn: „Nur behindert sein reicht nicht für einen Behindertenparkplatz“. Aha, soso. Die Gehbehinderung meiner Tochter reichte nicht aus, um dich zu bekommen. Wir mussten noch zusätzlich zum Schwerbehindertenausweis eine Fachärztliche Stellungnahme einreichen. Darin stand, dass meine Tochter manchmal Sauerstoff braucht, um gut atmen zu können. Also mehr, als sie selbst einatmen kann. Und deshalb kam es manchmal auf Sekunden an, wenn wir mit ihr aus der Wohnung ins Auto oder vom Auto ins Krankenhaus oder von der Wohnung mit dem Auto ins Krankenhaus mussten. Wie gut, dass wir dich hatten. Wir hatten ein halbes Jahr auf dich gewartet. Unser Leben wurde leichter mit dir.

Wären da nicht die anderen Menschen gewesen. Sie wollten dich auch. Alle wollten dich. Du warst fast immer besetzt, wenn wir dich brauchten. Die Frau vom Ordnungsamt gab mir einen Rat: „Polizei rufen, Abschleppen lassen.“ Anfangs fühlte es sich seltsam an, andere Autos abschleppen zu lassen. Irgendwann habe ich nicht mehr darüber nachgedacht – so wie die anderen Menschen anscheinend auch nicht darüber nachgedacht haben, auf was für einem Platz sie parken. Wir hatten diverse Ideen, die an die Herzen der anderen Menschen appellieren sollten und zeigen sollten: „Dieser Parkplatz gehört einem kleinen, gehbehinderten vierjährigen Kind und ihrer Familie. Wir brauchen ihn!“ Vielleicht ein großes Foto aufstellen? Ein Plakat malen?
„Nützt allet nüscht“, desillusionierte mich eines Tages ein Polizist. „Aus Erfahrung kann ich ihnen sagen: Dit is den anderen Leuten scheißegal, die parken da einfach. Lassense lieber abschleppen, dit is effektiver.“

Seit gestern gibt es dich nicht mehr. Du wurdest wieder unkenntlich gemacht, das Schild abgebaut, die weiße Farbe mit Asphalt-Grau überstrichen. Als wärst du nie dagewesen. Ich habe es gar nicht bemerkt, meine kleine Tochter aber: „Mama, unser Parkplatz ist weg!“ schaute sie mich empört an, die kleinen Händen in die Hüften gestützt. „Oh ja, der ist nicht mehr da“, bestätigte ich ihre Beobachtung und fügte hinzu: „Den brauchen wir ja jetzt nicht mehr, weil deine Schwester nicht mehr da ist.“ Kurzes Nachdenken mit gekräuselter Kinderstirn. „Aber ich hab auch manchmal keine Lust, zu Fuß zu gehen“, die Hände wieder an den Hüften. „Ja, aber du willst bloß nicht, deine Schwester konnte nicht gehen“, versuche ich die bürokratischen Regelungen aufs Einfachste herunterzubrechen. Sie seufzt, Erklärung widerwillig angenommen.

Letzte Woche, du warst noch da, die Frau von der Straßenverkehrsbehörde entschuldigte sich dafür, dass sie nach dem Tod meiner Tochter den Parkplatz nicht sofort entfernen könne, „massiver Bearbeitungsrückstand“. Also nutzte ich dich weiter, jedes Mal beim Einparken mit Kloß im Hals, du gehörtest uns ja nicht mehr, unsere Berechtigung war gestorben. Da sprach mich beim Aussteigen eine Frau an, nein, sie sprach nicht, sie blaffte: „Das hier ist ein Behindertenparkplatz!“

„Ja, ich weiß, deshalb parke ich hier. Danke, dass Sie aufpassen“, sagte ich ihr und ging nach Hause. Fünf Tage später warst du weg. Vielleicht für immer.*

Danke, dass wir dich nutzen durften.

Deine Mareice

 

*89 Prozent der Behinderungen werden im Lauf des Lebens erworben.

 

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Dieser Brief erschien zuerst bei kleinerdrei in der Rubrik Muss ja. <3

51 Kommentare zu “Bye bye, Behindertenparkplatz //
Ein Abschiedsbrief

  1. Hallo in die Runde. Ich habe diesen Beitrag (mehrmals) gelesen und lange darüber nachgedacht, ob ich hierzu etwas schreibe. Ich tue es, vielleicht regt es zum Nachdenken an. Ich werde mich nicht dazu äußern, was Christina hier gepostet hat, das haben andere schon zur Genüge getan. Ich erzähle meine Geschichte.
    Auch wir hatten damals die Befürchtung, dass, nach einer Unstimmigkeit der Fruchtwasseruntersuchung, unser Kind eine Behinderung haben würde. Wir hätten uns dennoch dafür entschieden, obwohl wir keine Ahnung gehabt hätten, was auf uns zukommen würde. Doch unser Kind ist gesund, wofür wir jeden Tag sehr dankbar sind. Zwei Jahre nach der Geburt, wurde bei mir eine Entzündung im Rückenmark festgestellt und nun bin ich die Behinderte. Ich bin seitdem Querschnittgelähmt, bin aber wieder etwas auf den Beinen. Ich habe eine gute Ausbildung, hatte einen super Job und habe dieser Gesellschaft über 20 Jahre ohne Fehlzeiten gedient. Nun ist es an der Gesellschaft, mir für mein Engagement, etwas zurückzugeben und glauben sie mir, es ist nur ein Bruchteil dessen, was ich an Leistung in all den Jahren erbracht habe. Auch ich kämpfe täglich mit den Blockaden der Menschen in ihren Köpfen und im richtigen Leben, sprich Behindertenparkplatz etc. Ich bin eine „junge attraktive“ (liegt im Auge das Betrachters :-)) Frau und entspreche optisch so garnicht dem Behindertenbild dieser Gesellschaft und kämpfe auch täglich dagegen an. Ich bin nicht verbittert, zynisch oder deprimiert, nein. Was ich eigens damit sagen will, liebe Christina, manchmal dreht das Leben auch den Spieß um und man kommt selbst in eine Situation, in der man froh ist, dass einen diese Gesellschaft auffängt, nämlich dann, wenn man es aus eigener Kraft nicht mehr schafft. Ich wünsche Ihnen, dass Sie niemals in solch eine Situation kommen, aber ich erbitte mir Rücksichtnahme und Respekt, vor all denjenigen, die solche Lasten tragen müßen.

  2. Pfui Bah! Hat diesem Kommentator denn niemand Anstand beigebracht. Das ist ekelhaft. Schrecklich und widerlich. Ich bin sprachlos.

    Und dein Text, was soll ich sagen, ich habe einen Frosch im Hals. Schicke in Gedanken ganz viele gute Energien und endlose Kraft. Von Mama zu Mama.

  3. Liebe Christina, ich kann einfach nur hoffen, dass sich hinter diesem Namen ein 63 Jähriger vom Leben enttäuschter Internet-Troll verbirgt, der von der Gesellschaft verlassen, ein einsames Leben lebt – und seit Jahren hinter einer Gardine auf diesen Parkplatz schielt, weil er ihn daran erinnert, dass rein theoretisch für jeden (auch für ihn) in dieser Gesellschaft ein Platz ist, und er auch einen solchen Parkplatz bekäme, wenn er denn einen bräuchte. Dafür zahlt er (vielleicht?) aber ich immer wieder gerne in unser System ein. Ein Kommentar wie dieser zeigt mir, wie sehr diese Gesellschaft gerade in Schieflage gerät, weil wir die Fähigkeit Mitgefühl zu empfinden immer mehr verlieren. Trotzige, weil humanistische Faust in der Tasche geballte, Grüße

  4. Wie viele Zigtausend Euro Ihre Tochter die Gemeinschaft wohl gekostet haben mag… Und das, obwohl klar war, dass sie derselben nie etwas zurückgeben würde können und wahrscheinlich auch nicht lang am Leben sein würde.
    Wie sinnlos das scheint.

    • Uns hat Kaiserin 1 sehr wohl viel gegeben. Sie hat Behinderten Menschen ein Gesicht gegeben, hat Bewusstsein geschaffen, uns zu Tränen gerührt – Tränen der Freude und der Trauer. Mareice hat durch Kaiserin 1 Großes leisten können – der Vielfalt ein Gesicht zu geben. Das ist mit Geld nicht auf zurechnen. Es ist unbezahlbar!!!

    • Wieviel zig Tausend Euro Sie die Gemeinschaft wohl schon gekostet haben? Und das mit dem Ergebnis, dass Sie ihr ganz offensichtlich herzlich wenig zurück zu geben haben. Das erscheint mir weit sinnloser und sehr traurig.

    • Wie sinnlos es ist, einen solchen Kommentar hier zu hinterlassen…
      Dieses Mädchen hat allein mit ihrem Dasein, einem Lächeln, einer Geste mehr hinterlassen und gegeben, als Sie es mit ihrer offenbar gefühlskalten Art wohl je werden.

    • Was für ein unfassbar unmenschlicher Kommentar. Der Wert eines Lebens wird Ihrer Meinung nach nur finanziell bemessen. Wie sinnlos das scheint.

    • Das Recht auf Leben macht sich in unserer Gesellschaft zum Glück nicht mehr am volkswirtschaftlichen Nutzen eines Menschen fest, liebe Christina. Es gilt das Grundgesetz und keine personenbezogene Bilanz am Ende eines Lebens.
      Gleiche Rechte. Für jede und jeden. Auch für dich.

    • Liebe Christina, vielleicht sollten Sie bevor sie solche Kommentare unter einen Blog schreiben einfach mal das Hirn einschalten!
      Es könnte nämlich sehr gut sein, das der ein oder andere, der diesen Blog liest ein für Sie nichts für die Gesellschaft tuendes Kind daheim hat!
      Noch haben wir ein Solidarsystem!
      Hier wird nicht die Frage gestellt wer oder was man der Gesellschaft gibt!
      Mit freundlichen grüßen
      Dorothea Jaekel mit ihrem Sohn der aufgrund seiner Behinderung nichts für die Gesellschaft tun wird außer reichlicht Geld kosten

    • Und jeder einzelne Euro war es wert!
      So ein ignoranter, unfassbar unmenschlicher Kommentar! Ich hoffe von Herzen, Sie schämen sich und wünsche Ihnen sehr, dass Sie nie auf Unterstützung angewiesen sein werden. Ich bezweifle, dass sich jemand dafür zuständig fühlen wird!

    • Das ist mit Abstand der empathiloseste Kommentar den ich seit langem gelesen habe. Und das will schon was heißen! Herzlichen Glückwunsch!

      Ich habe meinen Teil der Kosten von Herzen gern übernommen, genauso wie ich eines Tages Sie mitfinanzieren werde, falls Sie alt und gebrechlich werden oder nach einem Unfall etc. Hilfe benötigen. Kein Leben ist wertlos.

      Und ob die Kaiserin der Gesellschaft etwas zurückgegeben hat? Wer ist „die Gesellschaft“? Ich bin sicher, dass sie ihrer Familie und allen, die sie persönlich kannte, etwas „zurückgegeben“ hat (Was ist das überhaupt für eine Formulierung? Wo steht, dass man irgendwem etwas zurückgeben muss, wenn man lebt? Was soll ich überhaupt zurück geben? Steuern?) . Was geben Sie denn der „Gesellschaft“? Hass? Neid? Unzufriedenheit? Aber ich will nicht unfair sein, sicher zeigen Sie anderswo auch ihre guten Seiten… Genießen Sie Ihr scheinbar sehr produktives Leben und bleiben Sie am besten diesem Blog fern. Danke.

    • Sehr geehrte Frau „Christina“,

      ich habe tatsächlich überlegt, ob ich mir die Mühe machen soll auf Ihren absolut geschmacklosen und widerwärtigen Kommentar zu antworten. Denn offensichtlich wollen Sie damit nur provozieren und eine Diskussion entfachen. Allerdings will und kann ich das so nicht stehen lassen. Sie verstecken sich mit Sicherheit gerne in der Anonymität des Webs und ich bezweifle dass Sie solche Aussagen einer Mutter mit schwerkrankem Kind ins Gesicht sagen würden. Es gibt in unserer Gesellschaft glücklicherweise so etwas wie das Solidaritätsprinzip und das ist auch gut so.

    • Sehr geehrte Christina,

      was bilden sie sich eigentlich ein? Glücklicherweise sprechen wir hier über ein Menschenleben und die werden nicht in ökonomischen Wertigkeiten betrachtet. Außer von offenbar derart unmoralischen Menschen, wie sie es zu sein scheinen. Schon einmal ins Grundgesetz gesehen oder sich mit Organspenden auseinandergesetzt? Ich wünsche ihnen ein langes und gesundes Leben. Anderenfalls müssten sie vermutlich ihre perverse Einstellung über Bord werfen.

      Mit fassungslosen und stinkwütenden Grüßen.

    • Christina, abgesehen davon, dass Ihr Kommentar an Pietätlosigkeit und Mangel an Empahtie kaum zu übertreffen ist, leben wir ganz offenbar in unterschiedlichen Gesellschaften. Die Gesellschaft, in der ich leben möchte, hält Menschen nicht für Produkteinheiten. Ihr Weltbild ist durchsetzt von der Idee, dass nur die Menschen einen Wert besitzen, die was leisten können. Dabei definieren Sie nicht einmal was Sie mit “ zurückgeben“ meinen. Was für Menschen sind denn für Sie gut genug für eine Gesellschaft und was planen Sie für sich selbst wenn, Sie irgendwann nicht mehr dem menschlichen Preis-Leistungs-Verhältnis entsprechen? Ich für meinen Teil hoffe einfach, dass Sie nicht nachgedacht haben, als Sie das schrieben. Und wenn Sie das doch Ernst meinen, dann hoffe ich inständig, dass Sie eine Minderheit sind. Ich werde jedenfalls weiter daran arbeiten, dass unsere Gesellschaft den Menschen per se als wertvoll empfindet und seine Existenz nicht an seine Produktivität koppelt. Und auch wenn ich Sie anhand dieses Kommentars zutiefst verachte, wünsche ich Ihnen, dass Ihr Leben besser wird und Sie nicht weiter sinnlose Kommentare schreiben müssen.

    • Oh Herr, wirf Hirn vom Himmel, es wird gebraucht. Und wenn Du schon dabei bist, einigen würde eine große Dosis Empathie auch nix schaden.
      Und als nächstes redden wir dann wieder von lebenswerten und -unwertem Leben? Ja? Mal über die Herkunft des eigenen Vokabulars nachgedacht?

    • Unnötig, respektlos und vor allem falsch! Ich hoffe, dass die Menschen, die Sie lieben (wenn es denn solche gibt) nicht genau so empathielos und verbittert sind.

    • Christina,

      Dein Kommentar soll provozieren und tut es auch. Eigentlich sollte man solche Dummheit einfach ignorieren, aber hier finde ich, dass jede Gegenstimme wertvoll.

      Ein wunderbares liebes kleines Mädchen ist verstorben und das ist unsagbar traurig. Die Gesellschaft verliert an Vielfalt.

      Liebe Mareice, mein herzliches Beileid!

      • Mein Gott,
        hat sie das wirklich geschrieben?!? Ich kann es nicht fassen!! Nicht nur, dass es unsagbar herzlos ist, so etwas auf einer Seite zu schreiben, wo gerade die Mutter eines verstorbenen Kindes darüber schreibt, wie sie und ihre Familie weiter zu leben versucht, nachdem das geliebte Kind verstorben ist.
        Nein, es wird auch irgendwann ihre Schwester zu lesen bekommen, der man dann erklären muss, warum eine Person der Meinung ist, das Leben ihrer Schwester sei nicht so viel wert gewesen wie ihres – sofern sie später hoffentlich in der Lage sein wird, uns als Gesellschaft das wieder zu geben, was sie uns als Kind gekostet hat.
        Liebe Cristina, warum stören Sie solche Seiten? Warum belästigen Sie uns alle mit Ihren Äusserungen? WIR sind hier auch Teil der Gesellschaft, von der Sie sprachen und uns hat Kaiserin 1 viel beigebeacht. Mut, Lebenswillen, Dankbarkeit, Demut… Um nur einen Teil zu benennen. Also hat sie ihren Teil mehr als zurückbezahlt.
        Können Sie das auch von sich behaupten?!?

    • Wieviel Zeit ich damit verbracht habe, diesen herablassend Kommentar zu lesen. Und wie mir Christina nichts davon wieder geben wird. Wie sinnlos das scheint.
      Ich bin einfach nur fassungslos.

    • Geht’s noch?! Das nennt sich Solidargemeinschaft! Ich wünsche Dir, dass Du nie auf Unterstützung angewiesen sein wirst. Und wenn doch zahle ich auch für Dich gern mit.

    • Ich sitze hier und grüble, jetzt ziehe ich meine Stirn in Falten, überlege, schüttle meinen Kopf! Kann es wirklich sein, dass es einen Menschen gibt, der solch einen Kommentar ernst meint, wirklich so denkt?!
      Ich kann und will es mir nicht vorstellen, deshalb bleibe ich bei der Hoffnung, dass sie sich unglücklich ausgedrückt hat und eigentlich etwas anderes damit sagen wollte!!!

    • Ich habe den Kommentar jetzt mehrfach gelesen, weil ich hoffte, die Pointe noch zu verstehen. Aber Felanzeige … Niemand sucht sich eine Behinderung freiwillig aus. Was soll man Ihrer Meinung denn machen? Menschenleben nach Kosten-/Nutzenrechnung aufteilen, lebenswichtige Medikation verweigern, im Fall, das die „Kosten“ den „Nutzen“ dieses Menschen übersteigen?
      Diese Denkweise ist mir absolut zuwider. Ich kann nicht fassen, dass es tatsächlich Menschen gibt, die die blöde Kohle über ein Menschenleben stellen!

    • Christina, mir fehlen die Worte. So ein fieses Nachtreten gegenüber den Hinterbliebenen und all den Menschen, deren Leben die Kaiserin 1 bereichert hat.

      Was hast Du bloß für eine naive, unvollständige Auffassung vom Geben und Nehmen und vom Leben an sich. Auch der Sinn Deines Lebens bemisst sich nicht in einer Bilanz in Euro.

    • Liebe Christina,

      ihr Kommentar ist mit einer der schlimmsten die ich jemals lesen musste …
      Ich hoffe in Ihrem Leben passiert Ihnen nicht mal etwas wo Sie der Gemeinschaft auf der Tasche liegen müssen …. oder doch …Eigentlich wünsche ich Ihnen genau das….Den nur so werden Sie lernen und verstehen was es für die Mutter bedeutet so einen Kommentar lesen zu müssen.

    • Es ist ein grauer regnerischer Dienstag Mittag im Oktober.

      Ein Troll gelangt auf Mareices Blog und liest diesen Artikel.

      Danach legt er sich einen falschen Emailaccount an, um kommentieren zu können.

      Wie sinnlos für die Gemeinschaft erscheint mir ein Troll, der soviel Zeit hat, unter der Woche solch´ verbitterte Worte niederzuschreiben.

    • Wie kommen Sie darauf, dass dieses Kind nichts der Gesellschaft zurückgegeben hat? Verstehe ich überhaupt nicht. Aber meine Denkweise und Einstellung ist auch nicht ausschließlich materiell.

    • Einem Menschen ein Leben in der Mitte unserer Gesellschaft zu ermöglichen auch wenn es nicht einfach ist, mag vielleicht teuer sein, aber es lohnt sich.
      Ob man einem Egoisten wie Christina die Ausbildung finanzieren sollte, der sie dann wohl nutzt um sich zu bereichern und darüber jammert, dass er der Gemeinschaft etwas zurück geben soll, darüber bin ich schon eher bereit zu diskutieren.

    • Wie sinnlos ihr Kommentar erscheint, Frau Christina. Und doch spiegelt er mir einen Teil der Gesellschaft wieder, den ich persönlich kennen lernen durfte und den ich einfach widerwertig finde. Herzlos, kalt, egoistisch. Mit Vorurteilen bestückt. In seinem kleinen Denken gefangen. Kaiserin 1 hat gerade ihrer Familie und deren Freunden und Bekanntenkreis viel gegeben. SIe hat mir viel gegeben, die ich ihr Leben nur im Internet verfolgte. Die Familie hat trotz aller Schwierigkeiten so viel Positives immer nach außen gestrahlt. Aber das sehen Sie nicht. Sie sind gefangen in ihrem Weltbild. Schwer vorstellbar, dass sie eine offene Sicht der DInge haben. Sie zeigen mir wieder dieses Menschenbild, dass man als Elternteil eines behinderten Kindes bitte nichts beantragen soll, auch wenn es einem zusteht, denn das geht ja auf das Steuergeld nicht behinderter Menschen. Ja, solche Aussagen kamen auch schon hintenrum an mich und mein Kind wird irgendwann selbstständig sein. Das verwundert mich übrigens immer wieder. Im Internet oder hinterrücks könnt ihr das äußern, aber selten schafft ihr es, dies einem ins Gesicht zu sagen. Merken Sie eigentlich wie wenig Empathie Sie haben? Sie schreiben ihre kurzen 4 Zeilen einer Mutter, die noch in Trauerverarbeitung ist. Einer Mutter, die ihr geliebtes Kind verloren hat und sind wahrscheinlich noch Stolz auf sich. Ich frage mich wirklich was nur schief in ihrem Leben gelaufen ist, dass sie solche Gedanken hegen und auch noch rausschreiben. Schämen sollten Sie sich und ich hoffe, dass wenn durch einen Unfall oder ein anderers Unglück Ihnen etwas passieren sollte und Sie auf Hilfe angewiesen wären, niemals jemand so kommt und Ihnen sagt: „Hören Sie auf sinnlos unser Steuergeld zu verschleudern.“ Aber wünschen tue ich Ihnen so ein Unglück nicht. Viel mehr wünsche ich, dass Sie in Situationen in ihrem Leben kommen, wo Sie lernen, dass solche Gedanken nicht wünschenswert sind und sie Lernen offener und akzeptierender zu werden und sich vielleicht dazu Ringen können irgendwann dieser wunderbaren Mutter, Mareice, eine Entschuldigung entgegen zu bringen.

      Nun zu dir liebe Mareice, in deinen ganzen Texten merkt man die liebe zu Kaiserin 1 und auch hier spürt man sie durch jede Zeile durch. Wie schmerzhaft muss auch dieses Abschnittsende für euch sein. Nochmal ein Schnitt in die eh schon große Leere, die der Verlust eines geliebten Kindes mit sich bringt. Ich wünsche dir und deiner Familie weiterhin alles Gute, denkt an Sie, erinnert euch an Sie, jede einzelne Minute eurer Tochter war es Wert, dass Sie lebte! Sie war etwas besonderes und hat viel mehr gegeben als manch ein Mensch sich vorstellen kann. Ich freue mich auf dein Buch nächsten Monat und werde es Schritt für Schritt lesen und nocheinmal in eure Welt eintauchen. Kasierin 1 kann stolz sein, dass sie in so einer Familie, ihr doch viel zu kurzes Leben, sein durfte.

      Viel Liebe an euch

      Jenny

    • Spontan wünsche ich Ihnen, Christina, dass Sie selber niemals Kinder haben werden. Und falls ein so kaltherziger Mensch wie Sie es trotzdem schaffen sollte, sich zu reproduzieren, dann hoffe ich, dass Ihr Kind niemals behindert sein wird. Denn ich möchte nicht darüber nachdenken, wie Sie mit einem behinderten Kind umgehen würden.

    • Liebe Christina,

      diese Zigtausend Euro wurden investiert in Ärzte, Pharmakonzerne, Pflegebedarf etc.. d.h. es haben viele daran mit verdient und es wurden Arbeitsplätze gesichert. Das Gesundheitswesen hat einen Umsatz von ca. 350 Mrd Euro und beschäftigt 5 Mio Menschen. Also ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Das ist doch ganz in ihrem Sinne.
      Aber ganz nebenbei, was ist IHR Wert? Wie hoch ist IHR Gesamtwirtschaftlicher Nutzen? Das BIP Pro Kopf in Deutschland beträgt ca. 45000 USD. Ich hoffe sie sind darüber.. denn sonst sind Sie, nach eigener Definition, auch nicht besonders wertvoll für die Gemeinschaft.

    • Was machen wir bloß mit Christina, wenn Unfall, Krankheit oder Alter sie zum Pflegefall machen und sie so sinnlos für die Gesellschaft wird?

    • Ich bin sprachlos…das meinen Sie jetzt nicht ernst?! Ich bin erschrocken über soviel Kaltherzigkeit! Dann wollen wir mal hoffen, dass Sie niemals krank und ein Pflegefall werden, dann können Sie der“ Gesellschaft ja nichts mehr zurückgeben“. Was geben Leute wie Sie der Gesellschaft zurück?

  5. Ein unfassbar guter Text. Ich bin durch kleinerdrei darauf gestoßen und habe dann mit Begeisterung und viel Gänsehaut deinen Blog gelesen. Danke für deine Offenheit, deine Empfehlungen und deine tollen Texte. Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute, viel Kraft und weiterhin die Fähigkeit, das alles aufzuschreiben.

  6. So unbeschwert ich diesen Artikel zu lesen begonnen hatte, so beklommen hab ich ihn in einer 180°-Wendung der Gefühle tief betroffen ausklingen lassen müssen. Wie auch immer, sehr gelungen und ich hoffe, dieser Blog hat so auch zur besseren Bewältigung des „Lebens“ sei es für uns als Leser (zumindest in meinem Fall) aber vor allem für die Autorin beigetragen. Es müsste eigentlich so sein.

  7. @Leute, die einfach auf einem Behindertenparkplatz parken:
    Eine Freundin der Familie hat, wenn sie in entsprechender Stimmung war, in diesen Fällen einen Zettel mit „Sie haben meinen Parkplatz – Möchten Sie auch meine Behinderung?“ am Scheibenwischer hinterlassen.

    Herzliche Grüße an Dich, liebe Mareice

  8. Liebe Mareice,

    Dein Schreiben berührt mich sehr. Vor Monaten, als ich deinen Blog entdeckte, ahnte ich nicht, was unserer Familie „blüht“. Unser jüngster Sohn, vor fast 19 Jahren verunglückt und seither schwer behindert, verließ uns ganz leise und unverhofft in der Nacht zum 30. April. Seitdem ist alles anders.

    Behindertenparkplätze sind tabu für uns und selbst das jetzige Auto ist nicht mehr nötig…

    Liebe Grüße von elsie

  9. Der Abschiedsbrief hat mich sehr berührt. Mein tief empfundenes Mitgefühl möchte ich euch wissen lassen. Danke, dass wir als Leser diese Einblicke bekommen dürfen.
    Anja

  10. Aus der „Not“ heraus habe ich auch einmal unberechtigterweise auf einem Behindertenparkplatz geparkt. Das war mir damals schon unangenehm. Durch Deinen Artikel werde ich künftig auf die Unterscheidung zwischen „Not“ und „Notwendigkeit“ besser acht geben.

  11. Ich bin gerade erschrocken und sehr traurig. Habe ich es doch nicht mitbekommen… Es tut mir sehr sehr leid um deine Tochter… War es einfach nur still geworden auf deinem Blog oder ich zu blöd… Leider fehlen mir die richtigen Worte, auch wenn es die nicht gibt in solch einem Moment. Ich versuche ein bisschen nachzulesen und wünsche dir und deiner Familie viel Kraft.

  12. Danke für deinen Post!
    Ich muss zugeben ich parke auch mal ganz automatisch auf dem Mutter Kind Platz wenn ich allein unterwegs bin obwohl ich noch über andere ärgerte. Aber ich habe noch nie, ganz ehrlich und Hand aufs Herz auf einem behinderten Parkplatz gestanden. Ich denke dann tatsächlich oft gut das ich ihn nicht brauche. Trauen jemanden deswegen anzusprechen tu ich mich aber auch nicht. Obwohl ich manchmal gern würde!
    Ich wünsche dir weithin viel Kraft für diese schwere Zeit!
    LG nanany

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