Kalendergefühle

by Kaiserin

Auf diesem Blog geht es um Inklusion, um die gleichberechtigte Teilhabe am Leben, oft im Kontext von Behinderung.  Um Teilhabe geht es auch in diesem Text, über den ich gestolpert bin und von dem ich mir wünsche, dass ihn sehr viele Menschen lesen. Die Autorin möchte anonym bleiben; ich freue mich, den Text veröffentlichen zu dürfen.

Eine Mutter schrieb kürzlich einen ironisch gemeinten überspitzten Text, in dem sie vom Bastelstress schrieb, den Adventskalender befüllen zu müssen; nicht mal Rauschmittel außer Wein könne man dazu nehmen. Das führte zu einer Aufregungswelle unter den Onlinemüttern: die, die selbst und gern basteln, die, die einen aus Schokolade kaufen und gut ist; und die, die meinten, gerade unter den Müttern müsse man sich in Ruhe lassen endlich. Das setze doch die einen nicht unter Druck, nur weil man selbst einen bastelt, können die anderen doch einen aus Schokolade haben und alles wäre gut.

Zuerst dachte ich darüber nach, wieso Kinder zu haben und diese auf eine bestimmte Weise großzuziehen fast schon wie eine eigene Religion anmutet. Es gibt dann auch immer entgegengesetzte Haltungen, natürlich vor allem vertreten von Müttern. Die, die stillen gegen die, die dem Kind die Flasche geben; die, die tragen, gegen die mit dem Kinderwagen und so weiter und so fort. Es ist so wichtig geworden, wie man es macht, und das Überangebot an Informationen macht das auch nicht einfacher.

Aber, und darüber dachte ich lange nach: es ist schon so, dass die, die mit ihren Blogs eine hohe Reichweite haben und es besonders schön machen (können) und das per Fotos und Blogbeiträgen ausführlich dokumentieren, einen Druck ausüben auf die, die es nicht so schön machen (können). Und dass dadurch auch manchmal der Neid entsteht, der auch wieder zu solchen Grabenkämpfen führt. Wobei es nicht nur um Neid geht, sondern um Zugehörigkeit. Gerade die sogenannten „Mommy Wars“ sind oft Stellvertreterstreits, in denen es nicht unbedingt nur um das Thema an sich, sondern oft auch um etwas ganz anderes geht.

Und, das auch: ab einem gewissen Alter entsteht unter den Kindern ein Gruppendruck, der nur dann halbwegs in Ordnung geht, wenn die Gruppe recht gleich ist.

Ich wuchs als Kind in Verhältnissen auf, in denen das Geld immer knapp war, zumindest bis ins Teenageralter hinein, da wandelte sich das. Aber vorher hatten wir einfach viele Dinge nicht, vieles ging nicht, vieles war nicht umzusetzen. Bildung war wichtig, es gab viele Bücher, aber keine Extras. Wir wohnten in einer Sozialsiedlung, wir fuhren nie in den Urlaub, wir hatten keinen einzigen Kindergeburtstag, bei dem andere Kinder eingeladen waren. Einen selbst gebastelten Adventskalender hatten wir natürlich auch nicht; zeitweise hatten wir welche mit Bildern (die waren echt furchtbar deprimierend) und dann ganz normale aus Schokolade, die okay waren. In der Grundschule waren die Unterschiede noch nicht so wichtig, auf dem Gymnasium merkte man es dann aber schon immer wieder.

Dann war ich eine Weile im Internat, und da war es auch gemischt, was die anderen hatten und was nicht, es war zumindest im Alltag zusammen nicht so wichtig. Viele andere hatten auch ein Stipendium und ich wohnte zeitweise mit einem Mädchen im Zimmer, das immer die selbe Kleidung trug. Aber ein paar bekamen zum Advent von ihren Eltern selbst gemachte Adventskalender geschickt; und sicher wurde da einiges auch überkompensiert. Ich hatte keinen bekommen, und war damals darüber so traurig, dass ich mir selbst einen bastelte und mit eigenen Dingen befüllte, damit ich auch morgens ein Päckchen auspacken konnte.

Dass wir wenig Geld hatten, war eigentlich nicht das Hauptproblem, eher, dass es sich immer wie etwas Peinliches anfühlte, etwas, wofür man sich schämen musste. Auch wie etwas Geheimes, das durfte niemand wissen, wir sollten auch nicht so oft Besuch nach Hause bringen, deswegen wurde vermutlich auch kein Kindergeburtstag gefeiert, denn das ginge ja auch Low Budget. Aber nicht mithalten zu können und nicht dazuzugehören, war an vielen Stellen unangenehm, wenn in der Schule nach den Ferien ein Sitzkreis gemacht wurde und jeder erzählen sollte, was er in den Ferien erlebt hatte, da konnte man vielleicht sagen, man war krank oder „bei der Oma“, oder man fehlte da in der Stunde einfach. Es war auch unangenehm, wenn Kinder erzählten, was sie zum Geburtstag geschenkt bekommen hatten oder wie toll sie feierten. Wenn man selbst nie feierte, wurde man auch fast nie eingeladen, das ist ja ein wechselseitiges Tauschsystem. War sicher auch gut so, denn dann hätte man da auch wieder ein Geschenk mitbringen müssen.

Und während das alles ein halbes Leben lang her ist, holt es mich auch immer wieder ein, jetzt, als Mutter. Einerseits gehöre ich natürlich zu denen, die es immer schöner machen wollen als in der eigenen Kindheit; jedoch auch, ohne es deswegen zu übertreiben. Zum anderen möchte ich eigentlich, dass mein Kind sich aus materiellen Dingen nicht allzuviel macht und nicht so auf Geschenke und Konsum aus ist.

Gerade bei Geschenken, Adventskalendern und auch Geburtstagen, da scheinen sich Eltern heutzutage geradezu überbieten zu wollen, es muss immernoch etwas größer und toller sein als im letzten Jahr. Gerade auch bei Geburtstagen, die sind bei größeren Kindern richtig teure, aufwendige Happenings, da gibt es ein Motto, also sowas wie Rittergeburtstag, alles ist aufwendig oder es wird an einem tollen Ort gefeiert, der für alle Kinder viel Eintritt kostet. Nicht, dass man das nicht machen sollte, das meine ich ja auch nicht; aber auch da sehe ich diesen Druck zum Mitmachen. Ist halt nur schön, wenn die FreundInnen der Kinder auch Eltern haben, die sich das leisten können.

Die, die wirklich aber auch nicht mithalten können, die haben keine Stimme, die schweigen in diesen Debatten, denn zugeben kann man das nicht. Von denen hört man selten, und wenn dann eher so wie hier, in diesem Artikel aus dem Januar 2016, in dem 40 Kinder in Schöneberg nicht mehr an der Schulspeisung teilnehmen durften, weil die Eltern nicht mal den Pflichtbeitrag von einem Euro pro Mahlzeit, also 20 Euro pro Monat zahlen konnten. Dass das viel Geld ist, wenn diesen Kindern in ihren Sozialtransferleistungen monatlich weniger als 100 Euro für Essen eingerechnet ist, ist vermutlich ein anderes Thema; dass die Kinder in der Schule weinten, auch. (Der Artikel ist wirklich schwer aushaltbar zu lesen.) Aber mit Adventskalendern hat das auch schon wieder nichts zu tun.

Oder doch: Denn bei all diesen Themen, von Stillen/Flasche über Tragen/Kinderwagen bis hin zu toller selbstgebastelter Kalender/Supermarktkalender oder sogar der Teilnahme an der Schulspeisung geht es eigentlich auch um etwas anderes, und zwar Förderung und Teilhabe. Es geht darum, dass wir Eltern alle das Beste für unsere Kinder wollen, und das Gefühl haben, es ihnen manchmal nicht geben zu können.

Wenn auf Milchpulverpackungen steht „Laut WHO Gesundheitsordnung ist Stillen das Beste für ihr Kind“, wird es sich immer doof anfühlen, eine Flasche anzurühren, selbst wenn man dafür gute Gründe hat. Es fühlt sich auch doof an, wenn man den Kindern vieles nicht ermöglicht, die aufwendigen Basteleien, die tollen Ausflüge, das schöne Backen, die Musikstunden. Egal, ob es jetzt aus Zeit-, Energie- oder Geldmangel sein mag. Selbst, wenn man sich das zurecht argumentieren kann, ploppt im Hinterkopf immer wieder eine leise Stimme auf: Ermögliche ich den Kindern genug? Ist das wichtig? Sollte ich das den Kindern nicht bieten können?

Während manche dieser Themen eine reine Gesinnungsentscheidung sind, was man jetzt pädagogisch richtig findet oder nicht, bieten viele dieser Entscheidungen für ganz viele Eltern keine freie Wahl.
Es ist ein großes Privileg, den Kindern die meisten Wünsche erfüllen zu können, einen Musikunterricht mit einem teuren Instrument zu ermöglichen, oder besondere Sachen basteln zu können, und neben dem Kauf von Winterkleidung, Winterschuhen, Nikolaus- und Weihnachtsgeschenken und allem noch einen selbstgebastelten Adventskalender bestücken zu können. Das heißt ja auch nicht, das man seinen Kindern all diese Dinge nicht bieten sollte, wenn man das kann; sich dafür oder freiwillig dagegen entscheiden zu können, ist aber nicht selbstverständlich.

Man braucht die meisten materiellen Dinge wirklich nicht, um groß zu werden.
Aber dazugehören, mitmachen können, manchmal Teil dieser Gruppe sein zu dürfen, bei der man es sich so wünscht: das ist eins der wichtigsten Themen im Leben von Kindern (und auch von Erwachsenen).

27 Kommentare zu “Kalendergefühle

  1. Danke für den tollen Text! Das „Nicht-Mithalten-Können“ ist überhaupt der Schlüssel. Fast unbeschreiblich für diejenigen, die es nicht selbst durchgemacht haben. Plötzlich kam auch meine Kindheit wieder hoch (aber verreisen konnten wir, Camping/Wildcamping), und vor allem meine Jugend. Ich trug tatsächlich m.o.w. immer dieselben Anziehsachen. Das ging natürlich gar nicht.

  2. Danke AUtorin für diesen Satz
    „Es ist ein großes Privileg, den Kindern die meisten Wünsche erfüllen zu können“

    Und JA JA und JA, dieser Text gehört in einen Inklusionsblog. Welche Umwege und Mehraufwände und Anstrengungen materiell arme Eltern und Eltern von Kindern mit Behinderung auf sich nehmen müssen, das ist und bleibt eine Unverschämtheit (bzw. Schweinerei), denn wir leben doch in einem Land des Wohlstands.
    Seien es Bildungsgutscheine (Mehraufwand), Schulplatzverweigerung („Wir haben keine Lifte“) oder sonstige dumme AUsreden gegen Inklusion

    (Mareice, gerade wieder an dich gedacht: die Sonderschule weigert sich, die Tochter einer Freundin nach 13h zu beschulen. Kannste dir nicht ausdenken, son Scheiss)

  3. Vielen Dank für diesen Text! Wir wohnen auf dem Land, die drei Söhne gingen in der Stadt in die Schule. Die ersten Kindergeburtstage feierten wir zu Hause. Das Ergebnis: die Stadtkinder konnten mit dem Landleben nichts anfangen, sie konnten sich nicht benehmen, auch den Tieren gegenüber nicht, sie konnten nicht auf Bäume klettern, einer konnte nicht im Gras radfahren, weil er nur auf Teerstrasse fahren kann usw. Fazit, wir haben uns aus diesem Birthday Irrsinn ausgeklinkt. Die Stadtkinder waren in der Achtung unserer Kinder unten durch, lauter Looser. Kann nicht mal Feuer machen usw. Und unsere Kinder konnten auf einmal schätzen, was sie soviel besser und schöner haben. Auch wenn wir nie zusammen im Kino waren, wegen Geld.
    Das Problem ist einfach: Kann ich wählen, ob ich Geld ausgeben will, oder kann ich nicht wählen, weil ich das Geld nicht habe. Und lerne ich dann zwangsweise, dass ich auch ohne Geldausgeben glücklich sein kann.
    Irgendwann muss ich mich damit abfinden, dass ich zu einem bestimmten Kreis nicht dazugehöre.
    Und vielleicht bin ich dann garnicht traurig darüber. Aber was ist, wenn doch?
    Meine Kinder haben beschlossen, nicht zur Konsumwelt gehören zu wollen. Das ist ein steiniger Weg, gerade wenn man auf einem Gymnasium ist.
    Vielen Dank für solche Texte, Frau D aus U

    • Unsere Kinder konnten bei den Pfadfindern einüben, dass man gemeinsam einfaches, naturnahes und solidarisches Leben lernen kann, aber es stimmt, mit Reicheren ist oft nur schwer auszukommen, und dann lässt man es irgendwann.

  4. …mit stechendem Herzen las ich den Text und stieß natürlich im Vorab auch auf die Adventskalenderdebatte, die ja ohnehin nur stellvertretend für alle Bereiche der Aktivitäten steht. Wir gehören leider zu denjenigen, die so wenig zur Verfügung haben, daß wir nicht komplett hungrig bleiben müssen. Alleinerziehende&arbeitslos, 2 Kinder&2 Katzen. Oftmals haben wir weniger als 10€ pro Tag zur Verfügung und ich balanciere tagtäglich unsere Prioritäten, wofür das Geld letztlich ausgegeben werden kann. Meine Kinder sind die Einzigen in der Klasse, die noch nie eine Geburtstagsfeier hatten. Mein Herz blutet, sie so aufwachsen zu sehen und wir haben die Erfahrung machen müssen, daß leider niemand Verständnis zeigt.Gerade durch die Selbstverständlichkeit anderer Kinder, immer alles zu bekommen, zu besitzen, entsteht eine Scham, die ich meinen Kindern nicht nehmen kann. Dafür haben wir klar definierte Werte, Demut und Achtung anderen Menschen gegenüber, denen es noch schlechter geht als uns. Wir erleben die Dinge bewußter und nutzen unsere Zeit, aus wenig viel zu machen.Ich würde mir sehr wünschen, die heutige Gesellschaft wäre sensitiver und würde öfter über den Tellerrand gucken und die Meßlatte für den eigenen Wohlstand wäre weniger hoch. Zu allem Unglück wurde meiner großen Tochter das Fahrrad gestohlen und sie müßte erleben, daß man als Arbeitsloser nicht einmal das Anrecht auf Ratenzahlung eingeräumt bekommt…
    Trotzdem lassen wir uns nicht entmutigen und glauben an die Menschlichkeit.Gerade zur Weihnachtszeit sollte das Augenmerk darauf liegen.Und Hingabe und Liebe ist ohnehin nicht käuflich, die Zeit ist das wertvollste, was wir unseren Kindern geben können.In diesem Sinne, DANKE für die das Aufgreifen dieser Denkschnur.

  5. Pingback: Radikal hoffen | M i MA

  6. Froh bin ich, dass meine Kinder schon so groß sind und ich an diesem Wettbewerb nicht mehr teilnehmen muss. Die Anfänge des Kindergeburtstagswahnsinns haben wir noch mitgemacht, aber dann waren sie auch schon draußen aus dem Alter.
    Ich versteh’s einfach nicht, warum alles immer beurteilt werden muss. Warum muss ich zu allem Stellung beziehen? Warum wird über die anderen Leute mehr geredet, als über einen selbst nachgedacht?

  7. Ein schöner, ein wichtiger Beitrag zu einer Debatte, die mich in gewisser Hinsicht verschreckt. Umso mehr mag ich deine ruhige, klare Sicht und Beschreibung der Dinge. Weißt du ja, oder? 😉 Ich drück dich!

  8. Hallo und Danke für den schönen Text,

    mir selbst ging es als Kind ähnlich, mein Vati war oft Arbeitslosigkeit und meine Mutti verdiente damals auf Provisonsbasis nicht viel, da ich den 90gern alle nicht viel hatten.

    Ich hatte so lange ich denken kann einen Adventskalender, der geerbt von Mutti war. Den hat sie selbst mal in der Schule gebastelt/genäht und aufgehoben, kleine Schuhe aus Sisal-stoff. Wenn wir etwas mehr Geld hatten war dort auf mal kleines Spielzeug oder ähnliches drin. Wenn wenig Geld da war jeden Tag ein Stück Schokolade. Als Kind war ich entsprechend enttäuscht…

    Heute habe ich dieses Kalender immer noch und befülle ihn mir selber und habe vor ihn später für mein/e Kind/er zu nehmen. Ich finde so kann man eine Tradition daraus machen Also pro; selbstbasteln aber kein muss und nicht jedes Jahr ein neuer. So ist das basteln ja nicht zeangsläufig teurer als das kaufen… Mit was man den füllt ist ja dann an das Budget anpassbar. Kann jeden tag ein Riegel kinderschokolade sein oder ein geschriebener Zettel oder eben Spielzeug!

    Ob mit/ohne Adventskalender allen frohe AdventsTage!

  9. Hallo Mareice,
    danke für diesen Artikel, denn wir unterstellen wahrscheinlich viel zu oft ein Nicht- (fördern, geben…) wollen, dabei ist es ein beschämtes Nicht- können!!!

  10. Oh Mareice, wie bringst Du das auf den Punkt, was ich beim Lesen dieser Adventskalender-Diskussion im Netz gedacht habe. Schon öfter hatte ich beim Lesen von bestimmten Eltern-Blogs das Gefühl, den Schreibenden sei überhaupt nicht bewusst, in welch privilegierter Situation sie sich befinden und könnten kritische Kommentar entsprechend überhaupt nicht verstehen.

    • Liebe Gaby, ich war es gar nicht, die das so wunderbar auf den Punkt gebracht hat. Aber der Text der Autorin, die anonym bleiben möchte, spricht mir auch aus dem Herzen. Liebe Grüße, Mareice

  11. Vielen Dank Mareice für Deine wunderbaren Texte. Du schaffst es tatsächlich, Deinen Standpunkt sehr unaufgeregt, aber deutlich zu vertreten, und dabei tolerant und empatihsch zu sein, deshalb lese ich Deinen Blog sehr gern. Besagte Mommy Wars sind mir selbst zwar nur aus der online-Welt bekannt (was daran liegen mag, dass ich offline in Deutschlands entspanntester Stadt (Hamburg) und dort im allerentspanntesten Stadtteil (St Pauli) wohne…), aber was ich online mitbekomme, reicht mir auch schon deutlich. Eine Stimme der Toleranz wie Deine wird daher dringend gebraucht!

  12. Es mag daran liegen, dass ich selbst keine Mutter bin, oder vielleicht ist meine KIndheit auch zu lange her, aber mir erschließt sich das Problem nicht.
    Wir hatten immer einen selbstbestückten Adventskalender. Da lassen sich doch auch mit recht wenig Aufwand oder Bastelfähigkeiten oder Geldeinsatz tolle Sachen machen, die auch nach was aussehen. Unsere Inhalte waren, ich würde mal sagen, „toll, nicht teuer“. Das Jahr, das wir alle noch in Erinnerung haben, war eines, in dem sich unsere Mutter sehr darüber geärgert hatte, dass wir Sachen im Haus verteilt liegen ließen. Die sammelte sie irgendwann ein und im Adventskalender steckten in dem Jahr die lange vermissten Kleinteile.
    Mein Gefühl ist, Adventskalenderstress hat man dann, wenn man ihn sich macht. Also den Stress, nicht den Adventskalender.
    Und falls ich das Problem einfach nicht verstanden habe, könnte mir das gerne nochmal jemand erklären. 🙂

  13. Hast Du schön geschrieben, ich kann über dieses Thema leider nicht mehr im netten Ton schreiben, weil ich es fast nicht mehr ertragen kann.
    Vor kurzem habe ich einer Mutter unter den post geschrieben, dass sie auf hohem Niveau jammert. Ich wurde dann dafür abgeputzt, dass es ja schön wäre, wenn ich trotz behindertem Kind keine schlaflosen Nächte hätte, aber ich solle doch Ängste anderer Mütter ernst nehmen. NEIN, kann ich nicht! Da wird ein Pillepalle Thema künstlich aufgebläht um Aufmerksamkeit zu bekommen. Es gibt oft Phasen, da ertrage ich das nicht mehr, wenn ich selbst von eigenen Sorgen und Problemen zerfressen werde, dafür gibt es aber keine Klugscheißer-Ich-weiß-Alles-Blogs

  14. oh gott, DANKE!!!! das wäre wieder mal so ein text, den ich subito beim ersten elternabend meiner neuen klasse verteilen könnte, sollte müsste. stattdessen muss man ja auch noch den kindern austreiben, dass materielle unterschiede vollkommen normal sind… aber das steht da ja auch. ach, ich bin begeistert. danke!
    liebst,
    jule*

  15. Sehr gut. Sehr wichtig. Es wäre hilfreich, sich öfter mal in Demut zu üben. Die eigenen Privilegien zu reflektieren. Und dann eventuell seine Prioritäten anders zu setzen. Muss ja nicht grundsätzlich sein, aber in Details, doch, schon.

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