Happy Birthday, Buch!

by Kaiserin

Vor genau einem Jahr saß ich mit meinem Buch »Alles inklusive – Aus dem Leben mit meiner behinderten Tochter« vor mir, einer Weißweinschorle in der Hand und der Journalistin Manuela Heim neben mir im Berliner taz-Café. Vor genau einem Jahr fand dort meine Buch-Premiere statt, ich las das erste Mal die Sätze laut vor, die ich bisher immer nur leise in mir getragen hatte. Vor genau einem Jahr, etwas später, war ich ziemlich betrunken und ziemlich glücklich. Weiterlesen

»Ich kann nicht fordern, über etwas zu sprechen, ohne darüber zu sprechen.«
Autorin Laura Ewert im Interview

by Kaiserin

Laura Ewert hat für die taz.am wochenende die Geschichte ihrer Schwangerschaft aufgeschrieben: „Plötzlich ist da diese Falte im Nacken“.
Dass dieses Kind uns nun unser ganzes Leben beschäftigen werde. Zumindest das war ja so geplant. Bei Reportagen.fm hat die Journalistin Fragen zur Entstehung des Textes und zu den Reaktionen darauf beantwortet. Weiterlesen

Über kurz oder lang

by Kaiserin

Vor langer, langer Zeit lebte auf einer wilden grünen Insel ein Mädchen mit langen roten Haaren. Ihr Name war Grace. Wann immer der Wind heulte und die Wellen sich an den hohen Felsen brachen, stand Grace auf den Klippen und träumte davon, über das stürmische Meer zu segeln. „Mädchen fahren nicht zur See“, sagte ihr Vater. „Außerdem würden sich deine langen Haare in den Tauen verfangen.“* Weiterlesen

Und wie machst Du das, Sandra?

by Kaiserin

„Wer heute schwanger ist, braucht Kraft, um einfach guter Hoffnung zu sein.“ Sandra Schulz hat das Buch geschrieben, das sie selbst gern gelesen hätte. In „Das ganze Kind hat so viele Fehler“ – übrigens ein Originalzitat eines betreuenden Arztes – berichtet sie von der Entscheidung für ihre Tochter Marja. Ein kluges, berührendes und wichtiges Buch. Ich freue mich sehr, dass Sandra im Mutterfragebogen aus ihrer Schwangerschaft und ihrem Leben mit Marja erzählt.  Weiterlesen

Von Rollenbildern, Schablonen und Freiheit

by Kaiserin

„Dich hätte ich als Role Model gebraucht, als Lotte klein war“ – einer der ersten Sätze meiner Freundin Manu, als wir uns kennenlernten. Sie selbst ist Journalistin, smart, hübsch, schlau, Mutter von zwei Kindern, mit und ohne Behinderung. Ich, ein Vorbild für diese coole Frau? „Warum das denn?“, fragte ich zurück. „Einfach deine Perspektive; das Wissen, dass das Leben nicht vorbei ist mit einem behinderten Kind. Das hätte ich damals gebraucht.“

Und ja, ich wusste sofort, was sie meinte. Auch ich dachte, mein Leben sei vorbei, in den ersten Tagen auf der Intensivstation mit unserer Tochter, zwischen Inkubator und Diagnosesuche. Ich kannte weder behinderte Kinder, noch ihre Eltern. Beim Wort „Selbsthilfegruppe“ bekam ich eine Gänsehaut, in der inklusiven Krabbelgruppe, zu der ausschließlich behinderte Kinder mit ihren Eltern kamen, fühlte ich mich unwohl. Weiterlesen

»Werde, die du bist!«

by Kaiserin

Tina hat ein Kind bekommen. Auf Facebook und ihrem Blog zeigt sie Fotos vom Baby und schreibt dazu einen Leitspruch, ein Zitat von Hedwig Dohm, Feministin und Publizistin: »Werde, die du bist«.

Abgesehen davon, dass ich Hedwig Dohm und ihr Schaffen schätze, bin ich bewegt von diesem Satz. Gibt es einen passenderen Begleitsatz (das Wort gefällt mir besser als »Leitspruch«) für ein neugeborenes Kind? Ich kenne keinen schöneren.

Gleichzeitig ist es ein wichtiger Satz. Denn schon während der Schwangerschaft sind Eltern mit der Frage konfrontiert, »was es denn wohl werden wird«.
»Ein Kind, hoffentlich«, habe ich schon während meiner ersten Schwangerschaft am liebsten geantwortet. Weiterlesen

Fremdwerte

by Kaiserin

Auf diesem Blog geht es um Inklusion, Chancengerechtigkeit, Familie, Feminismus und mehr. Um das alles – und mehr – geht es auch in diesem Text, über den ich gestolpert bin und von dem ich mir wünsche, dass ihn sehr viele Menschen lesen. Die Autorin möchte anonym bleiben; ich freue mich, den Text veröffentlichen zu dürfen.

In der letzten Woche habe ich viel über Frauen und ihre Sichtbarkeit nachgedacht, dazu gab es einige Texte im Netz: einerseits den Ursprungstext über die gebotoxte Frau, in dem eine Frau darüber schrieb, wie schwierig es ist, als Frau über 40 noch sichtbar zu bleiben, DasNuf schrieb „Im Gegensatz zu meinem Körper dürfen meine Worte Gewicht haben“, Journelle schrieb „Sichtbarkeit einfordern“, und Kitty Koma einen Text über das Altern in der Filmbranche, „Nimm! Mich! Wahr!“. Weiterlesen

Sommerpause

by Kaiserin

»Wann geht’s denn eigentlich weiter mit den Mütter-Interviews auf deinem Blog?“, wurde ich nach einer Lesung gefragt. Meine Antwort: »Ich weiß es nicht.«
Es wird irgendwann weitergehen – im Moment gibt es andere Prioritäten in meinem Leben. Leben, zum Beispiel.

»Ein Mal Erdbeere mit bunten Streuseln, bitte«, zum Beispiel.
»Warum heißt das eigentlich Bürgersteig, obwohl hier gar keine Burger verkauft werden?«, zum Beispiel.
»Einen Wodka-Lemon, bitte«, zum Beispiel.
»Ist ein See ein kleines Meer?«, zum Beispiel. Weiterlesen

Und wie machst du das, Julia?

by Kaiserin

julia

Name: Julia Latscha

Alter: 42 Jahre

Mutter von: Lotte (14 Jahre) und Kasimir (11 Jahre)

Wir wohnen in Berlin-Mitte – sehr zentral, auf 95 Quadratmetern, die leider nicht barrierefrei sind. Zwar gibt es einen kleinen Fahrstuhl, der aber nur in den Zwischenetagen hält. Acht Stufen sind mit oder ohne Rollstuhl zu überwinden. Aber weil die Wohnung so schön hell ist, mit kleinem Garten im Hinterhof und Balkon und vor allem auch viele Freundinnen und Freunde in der Nähe sind, wohne ich immer noch hier.

Beruf: ehemals Physiotherapeutin, heute Autorin und Lebens- und Projektmanagerin

Berufung: Visionärin für ein vielfältiges Leben. Weiterlesen