»Werde, die du bist!«

by Kaiserin

Tina hat ein Kind bekommen. Auf Facebook und ihrem Blog zeigt sie Fotos vom Baby und schreibt dazu einen Leitspruch, ein Zitat von Hedwig Dohm, Feministin und Publizistin: »Werde, die du bist«.

Abgesehen davon, dass ich Hedwig Dohm und ihr Schaffen schätze, bin ich bewegt von diesem Satz. Gibt es einen passenderen Begleitsatz (das Wort gefällt mir besser als »Leitspruch«) für ein neugeborenes Kind? Ich kenne keinen schöneren.

Gleichzeitig ist es ein wichtiger Satz. Denn schon während der Schwangerschaft sind Eltern mit der Frage konfrontiert, »was es denn wohl werden wird«.
»Ein Kind, hoffentlich«, habe ich schon während meiner ersten Schwangerschaft am liebsten geantwortet.

Heute wird Kaiserin 2 manchmal gefragt, was sie denn mal werden will. Ihre Antworten liegen dabei zwischen »fünf«, »Tierärztin« und »Handwerkerin«, je nach Laune. Und ich denke jedes Mal: Warum soll sie denn unbedingt was werden?
Sie ist doch schon so viel.

Beeindruckt hat mich in der letzten Woche auch Dörte Kuhn, die sich stark macht für Sport ohne gängigen Schönheitszwang. Sie sagt: »Ich muss atmen können, dann kann ich Yoga machen.“

Manchmal ist es doch wirklich sehr einfach. Vielleicht müssen wir uns gegenseitig daran erinnern, dass Atmen oft einfach reicht. Wir sind doch schon so viel.

9 Kommentare zu “»Werde, die du bist!«

  1. Ich liebe das neue Gewand und Deine klugen, wunderschönen Worte. Ein Text, der einen grauen Tag viel bunter macht. Ich bin so gern hier, kommet wieder, immer wieder.

    Danke! ♡

  2. Liebe Mareice,

    vielen Dank für deine schönen Worte! Sie erinnern mich daran, dass Teilnehmerinnen mir sagen „Bei dir bin ich immer richtig.“ Welch großes Geschenk einfach sein zu dürfen! Und welch großes Geschenk, genau das von seinen Teilnehmerinnen zu hören!

    Werde wie du bist ist ein wunderschöner Satz, der genau bescheibt, worum es im Yoga auch geht: Um Satya, Wahrhhaftigkeit. Ich bin ich und darf und soll genau das sein. Niemand sonst. Um deine Worte zu benutzen: „Manchmal ist es doch wirklich sehr einfach. Vielleicht müssen wir uns gegenseitig daran erinnern, dass Atmen oft einfach reicht. Wir sind doch schon so viel.“

    Herzliche Grüße,
    Dörte

  3. Mareice, diese Gedanken nehm ich mit auf meine Läufe, die ich auch und vor allem laufe, um zu atmen….

    Kisses from Switzerland ❤️

    PS: Mega-schön, der neue „Look“.

  4. Liebe Mareice,
    Was für ein schöner und wahrer Text!! Kinder sind schon so viel, einfach, weil sie da sind. Mich stört diese Frage auch schon so lange, zum einen, weil ich mir sicher bin, dass die Frage selbst ein Abiturient oft noch gar nicht richtig beantworten kann, wenn es auf die zukünftige Berufswahl ausgelegt sein soll, zum anderen, weil ich mir ja selbst immer mal wieder vor Augen halten muss, wer ich geworden bin und ob ich auch die bin, die ich sein möchte.
    Ein schönes Thema, über das man viel und lange nachdenken kann.

    Herzliche Grüsse
    Sandra

    Ps, ich freue mich, wenn wir wieder öfter von dir lesen dürfen.

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