»Sicher und einfach ist hier nichts«
Filmtipp: »Uma und wir«

by Kaiserin

Tabea Hosche arbeitet als TV-Journalistin und Filmemacherin, meistens porträtiert sie in ihren Filmen Menschen mit Behinderung, erzählt Lebensgeschichten von anderen. In ihrem ersten Dokumentarfilm „Uma und ich“ zeigte sie ihr Familienleben – nah und ehrlich. Heute Abend läuft ihr zweiter Dokumentarfilm „Uma und wir“ im WDR, in dem sie ihre dritte Schwangerschaft und die Ambivalenzen rund um Pränataldiagnostik behandelt. Weiterlesen

»Kein Zeitraffer. Es aushalten. Tag für Tag.«
22 Monate

by Kaiserin

Um 21:50 Uhr klingelt das Telefon. Ich gehe ran. Hier ist die stellvertretende Pflegedienstleistung. Es tut uns leid, aber der Nachtdienst kommt heute nicht. Die Schwester hat gerade angerufen. Sie hat sich den Fuß umgeknickt und kann nicht zu Ihnen. Heute kommt also keiner. Ist das für Sie in Ordnung? fragt sie. Mir rutscht ein Nein raus. Nein, es ist nicht in Ordnung für uns. Kann denn keine Vertretung kommen? frage ich. Nein, antwortet sie. Die Kollegen müssten ja vorschlafen. So kurzfristig gibt es keine Vertretung. Ich sage, wir als Eltern haben doch auch nicht vorgeschlafen. Es tut ihr leid, sagt sie. Sie sagt, wenn etwas ist in der Nacht, können wir sie anrufen. Sie hat Bereitschaftsdienst. Ich sage nur: Darf ich sie anrufen, wenn ich vor Müdigkeit nicht mehr auf Josef achten kann. Kommen sie dann vorbei? Nein, antwortet sie. So meint sie es nicht. Wenn es Josef schlecht geht. Ich antworte. Dann rufe ich doch eher einen Arzt an. Auf Wiederhören. Auszug aus dem Blog 22 Monate Weiterlesen

Und wie machst du das, Natascha?

by Kaiserin

Eine Schule in Berlin-Zehlendorf soll geschlossen werden, ohne offiziellen Beschluss. „Das Auslaufen der Pestalozzi-Schule ist auch deshalb umstritten, weil Förderkinder im Regel-Schulbetrieb oftmals nicht adäquat betreut werden können.“ Was das für betroffene Schüler*innen bedeutet, erzählt Natascha. Ihre Tochter Pauline geht auf die Pestalozzi-Schule – und ist darauf mehr angewiesen als andere Kinder. Weiterlesen

Und wie machst Du das, Sandra?

by Kaiserin

„Wer heute schwanger ist, braucht Kraft, um einfach guter Hoffnung zu sein.“ Sandra Schulz hat das Buch geschrieben, das sie selbst gern gelesen hätte. In „Das ganze Kind hat so viele Fehler“ – übrigens ein Originalzitat eines betreuenden Arztes – berichtet sie von der Entscheidung für ihre Tochter Marja. Ein kluges, berührendes und wichtiges Buch. Ich freue mich sehr, dass Sandra im Mutterfragebogen aus ihrer Schwangerschaft und ihrem Leben mit Marja erzählt.  Weiterlesen

Sommerpause

by Kaiserin

»Wann geht’s denn eigentlich weiter mit den Mütter-Interviews auf deinem Blog?“, wurde ich nach einer Lesung gefragt. Meine Antwort: »Ich weiß es nicht.«
Es wird irgendwann weitergehen – im Moment gibt es andere Prioritäten in meinem Leben. Leben, zum Beispiel.

»Ein Mal Erdbeere mit bunten Streuseln, bitte«, zum Beispiel.
»Warum heißt das eigentlich Bürgersteig, obwohl hier gar keine Burger verkauft werden?«, zum Beispiel.
»Einen Wodka-Lemon, bitte«, zum Beispiel.
»Ist ein See ein kleines Meer?«, zum Beispiel. Weiterlesen

Und wie machst du das, Julia?

by Kaiserin

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Name: Julia Latscha

Alter: 42 Jahre

Mutter von: Lotte (14 Jahre) und Kasimir (11 Jahre)

Wir wohnen in Berlin-Mitte – sehr zentral, auf 95 Quadratmetern, die leider nicht barrierefrei sind. Zwar gibt es einen kleinen Fahrstuhl, der aber nur in den Zwischenetagen hält. Acht Stufen sind mit oder ohne Rollstuhl zu überwinden. Aber weil die Wohnung so schön hell ist, mit kleinem Garten im Hinterhof und Balkon und vor allem auch viele Freundinnen und Freunde in der Nähe sind, wohne ich immer noch hier.

Beruf: ehemals Physiotherapeutin, heute Autorin und Lebens- und Projektmanagerin

Berufung: Visionärin für ein vielfältiges Leben. Weiterlesen

Und wie machst du das, Elisabeth?

by Kaiserin

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Name: Elisabeth*

Alter: 41 Jahre

Mutter von: Anouk* (12 Jahre), Rasmus* (9 Jahre) und Momme* (2 Jahre)

Wir wohnen in einer kleinen Stadt in Schleswig-Holstein, in einem Haus aus den 1950er Jahren, das wir mit sehr viel Eigenleistung in vielen großen und kleinen Schritten sanieren. Dazu gehört ein großer Garten. Es sieht noch sehr nach Baustelle aus, an vielen Stellen geht es weiter, mal sichtbarer, mal unsichtbar. Wir haben schon viel geschafft. Jemand sagte neulich, dass es immer mehr ein kinderfreundliches Haus wird. Viele befreundete Kinder kommen sehr gerne zum Spielen zu uns – das macht mich glücklich. Seit Einzug vor drei Jahren bewohnen wir die untere Etage. Es ist eng und provisorisch, kein Zimmer ist ganz fertig. Aber wir arbeiten mit all unserer Kraft am Ausbau des oberen Geschosses und hoffen, dass die Kinder in der zweiten Jahreshälfte im Dachgeschoss ihre Zimmer beziehen können und räumliche Entspannung eintritt. Weiterlesen

Und wie machst du das, Gaby?

by Kaiserin

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Name: Gaby

Alter: 52 Jahre

Mutter von: Selina Johanna (27 Jahre) und Fiona Marie (11 Jahre)

Oma von: Noah Immanuel (18 Monate)

Ich wohne in Langenfeld im Rheinland. Eine wenig schöne Stadt mit ca. 60 000 Einwohner*innen. Ich liebe dieses Nest von Herzen, denn ich bin hier geboren, tief verwurzelt und in einem guten Netzwerk mit wundervollen Menschen bestens aufgehoben. Kurz nach der Geburt von Fiona haben wir ein Reiheneckhaus in ganz ruhiger Lage und zentrumsnah (nein, das ist hier nicht paradox) gekauft. Mit Garten. Fiona kann toben, Fußball spielen, schaukeln. Im März 2015 konnten wir das Haus direkt nebenan erwerben. Ein riesiger Glücksfall. Das braucht man manchmal einfach: Glück.
Wir bauen um. Seit Monaten. Fiona wird mittelfristig in unserer Nähe leben können mit einer Pflegekraft. Später einmal soll sie sich weiter von uns entfernen. Aber so weit sind wir noch nicht… Weiterlesen

Und wie machst du das, Christin?

by Kaiserin

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Name: Christin

Alter: 30 Jahre

Mutter von: Emma (5 Jahre) und Maximilian (8 Jahre)

Wir wohnen in Panketal, im Berliner Speckgürtel. Noch in einem Haus zur Miete, aber das wird sich hoffentlich im nächsten Jahr ändern. Geplant ist ein barrierefreier Bungalow.

Beruf: Mutter, Hausfrau, Studentin, Ehefrau

Berufung: Allroundtalent

Wie war dein Leben, bevor deine Kinder kamen?
Ziemlich chaotisch und nicht besonders fokussiert. Aus jetziger Sicht war ich selber noch ein Kind und habe einfach in den Tag hineingelebt – sorglos und frei. Das ist weder verwerflich oder schlimm, sondern war meinem Alter entsprechend. Jung, wild, ein bisschen verrückt. Es war weder besser noch schlechter als jetzt, nur anders.

Wie sieht dein Alltag heute aus?
Voll und durchgeplant. Zu typischen Dingen wie Schule, Kindergarten, Haushalt kommen Studium, private Projekte und vier bis fünf Therapietermine für Emma (Physiotherapie, Logopädie), zweimal die Woche Leichtathletik und einmal die Woche Klavier von Max. Natürlich passieren dann noch ungeplante Sachen wie kaputte Autos, kranke Kinder, Kindergeburtstage, Elternversammlungen, Arzttermine. Unser Alltag ist nicht besonders langweilig. Weiterlesen