Die kaiserliche Woche // KW 13

by Kaiserin

Mutterschaft ist heute ein Aspekt der Leistungsgesellschaft. Sarah Diehl ist gewollt kinderlos und stellt im Interview mit dem freitag das Konzept Kleinfamilie in Frage. Tolles Gespräch mit vielen Denkanstößen: „Ein historisches Versehen“

Und tief im Innern sehnt man sich nach einem Einbrecher, der sich unbefugt Zutritt verschafft in die eigene Innenwelt, sich dort umsieht und Dinge entdeckt, deren Wert einem selbst nicht bekannt war. Ein wunderbarer Text über die Liebe von Güzin Kar: Kaffeefahrt zur Liebe

Wie Liebe aussieht? Zum Beispiel so: Wie kann man Liebe zeigen?

Eine Stunde Zeit? Dann bitte Tee und Kekse bereit stellen und zuhören, mitfühlen, schlucken, seufzen und lachen: Drei Schwestern und ein Down-Syndrom ist ein wunderbares Radio-Feature. Weiterlesen

„Ich musste immer stark sein“

by Kaiserin

Kaiserin 2 ist noch nicht wirklich klar, dass ihre große Schwester behindert ist und was das überhaupt bedeutet. Wenn sie tanzt, soll ihre Schwester auch mittanzen. Dass sie gehbehindert ist und nicht einfach aufstehen kann, ist ihr nicht bewusst. Wir helfen Kaiserin 1 und dann tanzen beide zusammen. So einfach ist das. Beim Abendessen ruft Kaiserin 2 ihre große Schwester: „Abendbroooooot!“ – egal, ob ihre gehörlose Schwester das hören kann oder nicht.

Wir bemühen uns um Normalität – was auch immer das bedeutet. Der Alltag ist, je älter Kaiserin 1 wird, immer weniger Ausnahmezustand. Wir als Eltern versuchen, unsere Zeit gerecht unter beiden Töchtern aufzuteilen. Und doch wird Kaiserin 2 schon früh mit Themen konfrontiert, mit denen andere Kinder nichts zu tun haben: Krankenhausaufenthalte, Pfleger_innen, Therapien ihrer Schwester. Die Angst um das Leben ihrer großen Schwester, in den ersten zwei Lebensjahren von Kaiserin 1 omnipräsent, hat uns geprägt. Wir sind uns der Gefahren und auch der Chancen dieser besonderen Geschwisterbeziehung bewusst. Weiterlesen

„Laufen und springen, klatschen und singen!“ – Zum 2. Geburtstag

by Kaiserin

Meine liebe große kleine Tochter,

heute feiern wir Deinen 2. Geburtstag. Deine große Schwester, die mit ihren Händen und Füßen immer Deine Nähe sucht. Dein Papa, der Dir jeden Wunsch von den Augen abliest. Und ich, Deine Mama, die schon lange Deinem Charme erlegen ist.

Ich bin zwei, und schon dabei, so heißt es in Deinem Lieblingslied, das wir beinahe jeden Tag miteinander singen. Und weiter:
Ich kann laufen und springen,
klatschen und singen!
Schau mich an, was ich so kann!
Ich bin zwei und schon dabei!

Und wie Du dabei bist! Weiterlesen

Doppelt hält besser

by Kaiserin

Geschwister haben ist toll! Fast immer. Ich bin ein Nesthäkchen mit zwei älteren Brüdern, die nur 1 1/2 Jahre auseinander sind und somit fast wie Zwillinge aufgewachsen sind. Beide sind zwar total unterschiedliche Persönlichkeiten, hatten und haben aber eine sehr enge Verbindung. Ich als Nachzüglerin und sechs beziehungsweise sieben Jahre jünger – und dann auch noch ein Mädchen! – kam nie dazwischen. Dennoch haben sie mich beschützt, wenn es nötig war und bis aufs Blut geärgert, wenn sie dachten, dass es nötig wäre.

Seitdem ich das digitale Kaiserinnenreich mit meinen Texten fülle, bekomme ich immer wieder Mails von Familien mit einem behinderten Kind, die sich noch ein zweites Kind wünschen, sich das aber nicht (zu)trauen. Ich werde dann gefragt, wie das bei uns war mit der Entscheidung für ein zweites Kind und werde oft beglückwünscht zu unserem „Mut zum zweiten Kind“ nach der Erfahrung mit einem behinderten Kind. Mutig habe ich mich damals nicht gefühlt, nur entschlossen. Ich war entschlossen, mein Leben nicht ausschließlich mit Themen rund um ein behindertes Kind füllen zu wollen: Termine bei Ärzten und Therapeuten, Anträge bei Pflege- und Krankenkasse, Suche nach geeigneten Betreuungspersonen und immer auch viel Trauer und Enttäuschung. Die Entschiedenheit für ein zweites Kind kam bei mir recht schnell nach der Geburt von Kaiserin 1. Ich habe mich von Anfang an falsch gefühlt im Krankenhausleben mit ihr. Diese Abhängigkeit von Ärzten, Krankenschwestern, Pflegepersonal und Therapeuten fällt mir als eigenverantwortliche und selbständige Frau bis heute schwer und ich bin sehr dankbar, dass wir immer weniger mit Ärzten und mehr mit fördernden Menschen rund um Kaiserin 1 zu tun haben. Ein Leben am Krankenbett meiner Tochter konnte und kann ich mir bis heute nicht vorstellen. Ich weiß, das kann und will sich niemand vorstellen – ich weiß aber auch, dass es einige Menschen – meist Mütter – gibt, die in der Rolle der pflegenden Mutter aufgehen. Ich nicht. Ich kann und will das nicht.

Weiterlesen