Die kaiserliche Woche // KW 2

by Kaiserin

Ich bin eine Feministin.

Meine Erkenntnis der Woche. Verantwortlich dafür: Mein Blog. Das Schreiben meiner Texte für das Kaiserinnenreich. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Leben mit Behinderung, der Austausch mit Leser_innen, online und offline. Schon vor der Arbeit am Kaiserinnenreich sah ich die Welt durch feministische Augen. Einen Namen für den dringenden Wunsch nach Geschlechtergerechtigkeit habe ich aber erst jetzt gefunden. Den Austausch mit anderen feministischen Blogger_innen und Aktivist_innen – online und offline – empfinde ich als sehr bereichernd. Ich fühle mich nicht mehr allein mit meinem Unbehagen über gesellschaftliche Hierarchien und ungerechte Machtverhältnisse. Durch meine journalistische Arbeit zum Thema Inklusion habe ich gelernt, dass Feminismus ein Teil davon ist. Inklusion kann nur gelingen, wenn Feminismus umgesetzt wird. Damit schließt sich für mich ein Kreis und alles bekommt einen Sinn: Ich schreibe für mein Ideal einer feministischen, inklusiven Gesellschaft. Eine Utopie? Vielleicht. Aber auf jeden Fall eine, nach der es sich zu streben lohnt.

Das feministische Online-Magazin umstandslos veröffentlichte einen Artikel über meine Nächte, von 2011 bis heute; die großartigen fuckermothers verloren erst kürzlich nette Worte über mich. Ich freue mich, ein kleiner Teil des feministischen Netzwerkes zu sein, über die damit verbundenen Horizonterweiterungen und wünsche mir in manchen Situationen eine kluge Stimme im Ohr, eine feministische Fee. Weiterlesen

Die kaiserliche Woche // KW 49

by Kaiserin

Im Familienalltag kommt ein Wochenrückblick oft zu kurz. Hier nehme ich mir die Zeit, die Woche Revue passieren zu lassen. Mit meinen Lieblingslinks, Bildern von Instagram und Worten von mir.

Lesenswert: Fanny ist die Tochter von Okka Rohd und gerade vier Jahre alt geworden. Okka schreibt wie immer herzzerreißend schön darüber: Ich bin so sehr ich durch sie. Die Briefe an Fanny sind die besten Mutterliebezeilen, die es im Internet und auf der restlichen Welt gibt.

Lesenswert II: Christine Finke ist alleinerziehende Mutter von drei Kindern und versucht, gleichzeitig als freie Autorin und Journalistin berufstätig zu sein. Auf ihrem Blog Mama arbeitet schreibt sie diese Woche darüber, was Armut mit dir macht. Weiterlesen

Ein besonders normaler Tag, 2025

by Kaiserin

7 Uhr

Es kitzelt an meiner Nasenspitze, nur eine klitzekurze Sekunde. Dann wird aus dem Küßchen ein Kuss. Ein dicker fetter Schmatzer, der auf meiner Wange landet. Mama, Frühstück ist fertig! Wir warten schon!

Kaiserin 2, meine kleine Tochter, meint es heute wieder gut mit mir. Allerdings ist sie ungeduldig. Kein Umdrehen ist erlaubt, nicht nochmal unter die Bettdecke oder an meinen Mann kuscheln. Nein, wir sollen aufstehen, jetzt sofort. Schließlich hat sie Frühstück gemacht! Das passiert nicht alle Tage. Schon als kleines Mädchen ging es ihr morgens nicht schnell genug hinaus in die spannende Welt. Mit anderthalb Jahren rief sie morgens schon kurz nach dem Aufwachen: Autehn!

Auch heute wählen den Weg des geringsten Widerstands und tun, was sie sagt. Am Frühstückstisch werden wir bereits erwartet. Kaiserin 1, meine große Tochter, hat bereits ihr erstes Brötchen gegessen. Sie grinst uns an. Wir wissen nicht, ob sie uns, ihre Eltern, meint – oder das Essen. Aber das ist auch egal, denn ihr Lächeln ist das Zeichen, dass es ihr gut geht. Und nur das zählt. Es hat ihr erstes Lebensjahr gedauert, bis sie überhaupt lächeln konnte. Bis ihre Krankheiten soweit überwunden waren, dass sie Kapazität für ein Lächeln hatte. In den vergangenen 13 Jahren sind ihre Lächelmomente exponentiell angestiegen. Sie ist das, was man ein fröhliches Kind nennt. Eine fröhliche Jugendliche. Das Wort geht mir noch nicht leicht von den Lippe, ich muss mich noch dran gewöhnen, dass auch mein entwicklungsverzögertes Mädchen langsam aber sicher erwachsen wird – auf ihre Art. Unvorstellbar heute, dass wir sie vor langer langer Zeit in eine Spezialeinrichtung geben wollten. Heute können wir uns keinen Tag mehr ohne sie vorstellen – konnten wir eigentlich nie. Aber früher, unter anderen sozialpolitischen Voraussetzungen, sahen wir eine Zeit lang keine Perspektive für ein Familienleben mit unserer mehrfach behinderten Tochter. Zum Glück hat sich in den vergangenen zehn Jahren viel bewegt. Wir nähern uns der Inklusion, Stück für Stück.

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