Tage in Krankenhaus-Gelb

by Kaiserin

Miep, miep, miep, miep, miep, miep.

Der Überwachungsmonitor ist mein Wecker. Würde ich jedes Mal aufstehen und frühstücken, wenn er mich weckt, verdrückte ich jeden Morgen 50 Schrippen und 25 Eier. Aber ich stehe nicht auf. Ich tu so, als hörte ich ihn nicht und hoffe, dass die Nachtwache kommt, den Alarm quittiert und sich leiser als sie reinkam wieder vom Acker macht. Zwar ist das Krankenzimmer meiner Tochter mein Hoheitsgebiet, aber auch Kaiser brauchen ihren Schönheitsschlaf. Weiterlesen

Plan versus Realität

by Kaiserin

„Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“ Voll auf die Zwölf! Dieser Sinnspruch trifft das Leben mit einem behinderten Kind wie unserer Kaiserin 1 passgenau. Manchmal frage ich mich, warum ich überhaupt noch Pläne mache. Meistens kommt eh etwas dazwischen; oft sind es Infekte, die sich Kaiserin 1 von überall holt. Es scheint manchmal so zu sein, dass schon allein das Reden über eine Erkältungskrankheit dazu führt, dass Kaiserin 1 krank wird. Leider bedeutet das dann nicht bloß eine Rotznase und unruhige Nächte wie bei vielen nicht behinderten Kindern. Nein, bei meiner Tochter gibt`s dann das volle Programm: Sauerstoffabfälle, Bronchitis, Durchfall, Lungenentzündung. Wie oft die Diagnose „Pneumonie“ in den vergangenen 2 1/2 Jahren gestellt wurde, kann ich mittlerweile nicht mehr zählen. Für uns bedeutet das dann auch immer: Krankenhaus. Planänderung. Für Kaiserin 1 oft auch Antibiotikum, viele Blutabnahmen und gleichzeitig neue Keime und Bakterien, die in den Krankenhäusern umherschwirren. Weiterlesen

Zuhause im Krankenhaus

by Kaiserin

Kaiserin 1 ist nicht nur mehrfach behindert, sondern war auch schon mehrfach krank. Bisher hat sie sieben Operationen überstanden (Darm-Biopsien, Gaumenspaltenverschluss, Cochlear Implantat, Anlage Anus Praeter, Darmresektion und erst vergangene Woche die Rückverlagerung des Künstlichen Darmausgangs). Viel zu viele Tage musste sie deshalb schon im Krankenhaus verbringen. Sie ist dabei immer sehr geduldig, geduldiger als wir – lässt viele Einstiche über sich ergehen und weint nur, wenn es wirklich weh tut. Sie ist eine zähe kleine Kämpferin. Wir verbringen mit ihr nicht nur die Krankenhaustage, sondern auch die Nächte. Oft hat das ihr Papa übernommen, vor allem, seitdem es Kaiserin 2 gibt, die lange Zeit noch nachts gestillt werden wollte. Geht ja schlecht mit Papa.
Ehrlich gesagt war das für mich ein willkommener Grund, der gegen die Krankenhausnächte sprach. Denn diese Nächte sind das Gegenteil von Erholung. Oft sind die Stationen sehr voll, die kranken Kinder liegen in Mehrbettzimmern, den Eltern bleibt nur ein schmales Bett, das tagsüber (meist ab 7 Uhr!) zusammengeklappt in der Ecke stehen muss. Dazu kommen die ständig piependen medizinischen Gerätschaften* – je kränker das Kind, desto mehr Gepiepe. Vor allem die ersten Monate ihres Lebens war Kaiserin 1 mehr im Krankenhaus als Zuhause. Das Piepen der Intensivstationen verfolgte uns bis nachts in unsere Träume und hat uns auch Monate danach, als wir schon längst mit ihr zu Hause waren, weiter begleitet. Wie ein schlechter Ohrwurm. Weiterlesen