Das Leben eben, Pt. IV

by Kaiserin

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In »Das Leben eben« teile ich in unregelmäßigen Abständen meine liebsten Fundstücke aus dem Netz – und eigene Gedanken. Oft geht es dabei um Inklusion, Gleichberechtigung und das Leben mit Kindern. Manchmal um kleine Szenen des Alltags; manchmal um Trauer, als Teil des Lebens. Außerdem dabei: Blumen, Empörung und Musik. Das Leben eben. Weiterlesen

Das Leben eben, Pt. II

by Kaiserin

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»Das Leben eben« ist (m)eine neue Reihe, in der ich in unregelmäßigen Abständen meine liebsten Fundstücke aus dem Netz teile – und eigene Gedanken. Oft geht es dabei um Inklusion, Gleichberechtigung und das Leben mit Kindern. Manchmal um kleine Szenen des Alltags; manchmal auch um Trauer, als Teil des Lebens. Außerdem dabei: Blumen, Empörung und Musik. Das Leben eben. Weiterlesen

Ein Zwischenblick

by Kaiserin

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Für die Entstehung der Redewendung Zwischen den Jahren gibt es viele Erklärungen. Mir gefällt eine ganz alte: Die Ägypter teilten ihr Jahr in zwölf Monate à 30 Tage ein. Am Ende blieben dann aber noch fünf (im Schaltjahr sechs) Tage übrig. Das waren die Tage zwischen den Jahren. Für mich ist es die Zeit im Jahr ohne Zeit. Welcher Wochentag ist heute? Ich weiß es nicht. Das Internet ist leer, genau wie die Straßen in Berlin. Ein paar wichtige Texte habe ich dennoch gefunden und gelesen.

Bei Zeit Online erklärt Kati Krause, wie Facebook als Katalysator für ihre Depressionen funktioniert und warum sie sich aus den Sozialen Netzwerken zurückgezogen hat. Facebooks psychische Störung

Lisa Ulrich ist mit ihrer gehörlosen Mutter Susanne Bindernagel aufgewachsen. Im Interview erzählen beide, wie die Verbindung aus hörender und nicht hörender Welt funktioniert: Ziemlich normal. Ein guter Draht

„Also, ich könnte das nicht!“ Ein Satz, den ich oft zu hören bekomme über unser Leben mit einem behinderten Kind. (Vor allem übrigens von Menschen, die meine Tochter gar nicht kennen.) Dieser und anderen Reaktionen auf behinderte Menschen hält Michael Bartlewski in seiner Sendung Die Frage einen Spiegel vor: Sind uns Behinderte egal?

Am häufigsten gelesen wurde in diesem Jahr mein Text Was ich nicht weiß – der gleichzeitig der Startschuss für Kreuzberg hilft war. Wir gründeten die Initiative zur nachhaltigen Unterstützung und Integration von geflüchteten Menschen, um uns schnellstmöglich wieder abzuschaffen. Dieser Plan ist nicht aufgegangen, die Arbeit von Kreuzberg hilft ist nach wie vor wichtig und noch lange werden nicht alle Aufgaben rund um die Soforthilfe und Integration von geflüchteten Menschen von Hauptamtlichen übernommen. Zum Jahresende zieht Marie Scharfenberg ein Resümee: Ein paar Worte und Gedanken zum Jahresende

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Die kaiserliche Woche // KW 13

by Kaiserin

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Mutterschaft ist heute ein Aspekt der Leistungsgesellschaft. Sarah Diehl ist gewollt kinderlos und stellt im Interview mit dem freitag das Konzept Kleinfamilie in Frage. Tolles Gespräch mit vielen Denkanstößen: „Ein historisches Versehen“

Und tief im Innern sehnt man sich nach einem Einbrecher, der sich unbefugt Zutritt verschafft in die eigene Innenwelt, sich dort umsieht und Dinge entdeckt, deren Wert einem selbst nicht bekannt war. Ein wunderbarer Text über die Liebe von Güzin Kar: Kaffeefahrt zur Liebe

Wie Liebe aussieht? Zum Beispiel so: Wie kann man Liebe zeigen?

Eine Stunde Zeit? Dann bitte Tee und Kekse bereit stellen und zuhören, mitfühlen, schlucken, seufzen und lachen: Drei Schwestern und ein Down-Syndrom ist ein wunderbares Radio-Feature. Weiterlesen

„Laufen und springen, klatschen und singen!“ – Zum 2. Geburtstag

by Kaiserin

Meine liebe große kleine Tochter,

heute feiern wir Deinen 2. Geburtstag. Deine große Schwester, die mit ihren Händen und Füßen immer Deine Nähe sucht. Dein Papa, der Dir jeden Wunsch von den Augen abliest. Und ich, Deine Mama, die schon lange Deinem Charme erlegen ist.

Ich bin zwei, und schon dabei, so heißt es in Deinem Lieblingslied, das wir beinahe jeden Tag miteinander singen. Und weiter:
Ich kann laufen und springen,
klatschen und singen!
Schau mich an, was ich so kann!
Ich bin zwei und schon dabei!

Und wie Du dabei bist! Weiterlesen

Die kaiserliche Woche // KW 4

by Kaiserin

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Diese Woche am allermeisten beeindruckt hat mich das Multimedia-Dossier bei ZEIT Online: Wer darf leben? ist die Frage. Es geht dabei um Pränataldiagnostik und Kinder mit Down-Syndrom. Um Eltern, die überfordert sind, Entscheidungen über Leben und Tod ihres Kindes zu treffen und immer auch im die Frage: Welches Leben ist lebenswert? Und wer hat das Recht, das zu entscheiden? Auch aus journalistischer Perspektive ein wunderbarer Beitrag, inklusive Videomaterial, Slideshow, Hashtag und Online-Debatten.
Über unsere Erfahrung mit Pränataldiagnostik habe ich hier geschrieben.

Ist es wegen des Rollstuhls?, fragte ich ihn.
Nein! Niemals! Aber…
Über die Liebe und das Flirten hat meine Freundin Anastasia Umrik für im gegenteil! geschrieben: Nein! Niemals! Aber…

Auf einem Workshop zum Thema Intersektionalität (was so viel bedeutet wie Mehrfachdiskriminierung) lernte ich May Ayim kennen. Leider nur durch einen Film, denn die afrodeutsche Lyrikerin und Aktivistin nahm sich im Jahr 1996 das Leben. Den Film gibt es zum Glück auch im Internet zu sehen. Bitte anschauen und mindestens so beeindruckt sein wie ich, von dieser großartigen, starken und talentierten Frau: May Ayim

Wie fördert man eigentlich ein blindes Kind? Der Verein Anderes Sehen hat eine hilfreiche Liste zusammengestellt: Tipps für Eltern und Pädagogen blinder Kinder

Aus seinem Leben mit einem Sohn mit Down-Syndrom hat der Journalist Hauke Schrieber erzählt: Was Anton besser kann als andere Kinder Weiterlesen

Die kaiserliche Woche // KW 1

by Kaiserin

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Heute ist der Welt-Braille-Tag. Braille, so heißt die Punktschrift, mit der auch blinde und sehbehinderte Menschen lesen können. Das Blog stufenlos erzählt die Geschichte der so genannten Blindenschrift. Der Verein Anderes Sehen gibt wunderbare Bücher heraus, die super für sehende, sehbehinderte und blinde Kinder sind. Getestet und für gut befunden von den kleinen Kaiserinnen.

Kommende Woche erscheint ein Buch, auf das ich schon lange vorfreudig warte: Seid fruchtbar und beschwert euch – Ein Plädoyer für Kinder, trotz allem vom Journalisten und Blogger Malte Welding. Ein Auszug ist bereits in der Berliner Zeitung erschienen. Hier ein Auszug aus dem Auszug: Auf den Fotos, die im ersten Monat nach der Geburt unseres Sohnes entstanden sind, sehen meine Frau und ich aus wie Krieger, die eine Schlacht überlebt haben. Erschöpft und glücklich. Nicht erschöpft und glücklich, wie man sich nach einem Beachvolleyballturnier fühlt. Nein, wir haben Narben abbekommen, wir haben Ängste ausgestanden, unser Körper und unser Geist sind nicht mehr dieselben. Wenn wir nun mit unserem Kleinen spazieren gehen, dann lächeln uns andere Eltern mit kleinen Kindern verstohlen zu, und wir signalisieren ihnen zurück, dass wir Bescheid wissen. Wir sind Mitglieder im Fight Club, wir erkennen einander an unseren Augenringen, an unseren Dehnungsstreifen und beknackten Haaren. Wir lächeln einander an, weil nur wir wissen, wie gut es ist, Mitglied zu sein.
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Zwischen den Jahren

by Kaiserin

Für die Entstehung der Redewendung Zwischen den Jahren gibt es viele Erklärungen. Mir gefällt am besten eine ganz alte: Die Ägypter teilten ihr Jahr in zwölf Monate à 30 Tage ein. Am Ende blieben dann aber noch fünf (im Schaltjahr sechs) Tage übrig. Das waren die Tage zwischen den Jahren.

Ich weiß nicht, welchen Wochentag wir heute haben oder welches Datum. Gestern war das auch so und morgen wird es vermutlich nicht anders sein. Nach einem Jahr, in dem der Terminkalender eine immer größere Rolle spielte, genieße ich diese Tage, an denen die Zeit still steht. Der Schnee, mit dem wir heute morgen aufwachten, hat die Welt nochmal leiser gemacht. Er knirscht unter den Schuhen und glitzert in der Sonne. Während des Mittagsschlafs meiner Töchter komme ich sogar mal wieder dazu, ein paar Seiten eines Buchs zu lesen. Ich sortiere die Fotos des Jahres auf meinem Computer und bestelle den neuen Familienkalender für das kommende Jahr.

Lesenswert: Es ist nicht das Jahr, es ist das Leben. Es ist nicht zu Ende, es fängt jetzt an, wird alles wieder heller und wärmer. Sie müssen nichts ändern, Sie sind das Perfekteste, was eben gerade möglich ist. Es soll alles gut werden. Für uns alle. Auch die grandiose Sibylle Berg beschäftigt sich in ihrer aktuellen Kolumne mit der Zeit zwischen den Jahren: Gute Vorsätze: Sie sind perfekt! Weiterlesen

Ein Elefant für dich – Zum 3. Geburtstag

by Kaiserin

Meine liebe kleine große Tochter,

heute feiern wir Deinen 3. Geburtstag. Deine kleine Schwester, die jeden morgen als erstes Deinen Namen ruft. Dein Papa, der Dich seit Deiner ersten Sekunde auf der Welt bedingungslos liebt. Und ich, Deine Mama, die sich erstmal an ihre superspezialbesondere und behinderte Tochter gewöhnen musste.

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