Das Unwohlsein der modernen Mutter

by Kaiserin

Dieser Text entsteht als Sprachnachricht auf dem Fahrrad, ich fahre vom Büro zur Kita. Zehn Minuten habe ich noch, bevor die Kita schließt. Wenn ich schnell fahre, brauche ich eine Viertelstunde. Während ich auf meinem Fahrrad in mein Smartphone spreche, fahre ich über zwei rote Ampeln und das ist mehr als eine Metapher. Ich bin spät dran, wie immer. Gern hätte ich heute noch länger gearbeitet. Mein Kind mag es nicht, wenn es pünktlich abgeholt wird. Pünktlich bedeutet hier 16 Uhr, Schließzeit der Kita. Um 16 Uhr bin ich fast immer die Mutter, die später kommt als alle anderen Eltern. Ich habe keine Ahnung, wie die anderen Familien das machen. Weiterlesen

Die kaiserliche Woche // KW 20

by Kaiserin

Und ich hätte mir gewünscht, irgendjemand hätte mir die Erlaubnis erteilt, zu machen was mir gut tut. Weil ich das nicht konnte. Wünschte, irgendjemand hätte gesagt, es ist okay, beim stundenlangen Stillen auch stundenlang Filme zu gucken, oder es ist okay, auf Pausenmodus zu gehen, und dass man sich nicht ins Aus katapultiert, wenn man für ein paar Monate nichts nebenbei macht und chillt. Nicole von Horst hat für Kleinderdrei einen intimen und tröstlichen Artikel darüber geschrieben, wie schwierig es ist, auf sich selbst zu hören. Über verschüttete Milch weinen

Blogs bilden das private Leben ab und sind damit politisch, denn private Fragestellungen beinhalten auch immer öffentliche Fragen. Heinz Bude ist einer der führenden deutschen Soziologen und spricht auf NIDO.de über Familie, Elternschaft und Perspektiven: „Niemand will dumm dastehen“

Fast hatte ich das Gefühl, keine Artikel mehr zu #regrettingmotherhood lesen zu wollen. Bis Jacinta Nandi mir gezeigt hat, dass eben doch noch nicht alles dazu gesagt ist. Hier der beste Text zur Debatte: Alleine mit dem Hass der Gesellschaft

Nicht jede Person ist zu symbolischen Beziehungen befähigt oder gewillt. Warum sollten alle Frauen, die Mütter werden, zu einer Mutter-Kind-Beziehung bereit sein, die von ihnen abverlangt, allgegenwärtig zu sein, unbedingt verfügbar – beides sowohl körperlich als auch emotional – und bedingungslos liebend? fragt Márcia Elisa Moser. Der ganze großartige Texte: Traurige Mütter

Katharina Ludwig ist Journalistin und hat den Blick für schräge Details und charmante Menschen. Ihre Beobachtungen des Alltags schreibt sie ab jetzt ins Internet. Ihr Blog, der abonniert gehört: Grüße aus B.

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Die kaiserliche Woche // KW 13

by Kaiserin

Mutterschaft ist heute ein Aspekt der Leistungsgesellschaft. Sarah Diehl ist gewollt kinderlos und stellt im Interview mit dem freitag das Konzept Kleinfamilie in Frage. Tolles Gespräch mit vielen Denkanstößen: „Ein historisches Versehen“

Und tief im Innern sehnt man sich nach einem Einbrecher, der sich unbefugt Zutritt verschafft in die eigene Innenwelt, sich dort umsieht und Dinge entdeckt, deren Wert einem selbst nicht bekannt war. Ein wunderbarer Text über die Liebe von Güzin Kar: Kaffeefahrt zur Liebe

Wie Liebe aussieht? Zum Beispiel so: Wie kann man Liebe zeigen?

Eine Stunde Zeit? Dann bitte Tee und Kekse bereit stellen und zuhören, mitfühlen, schlucken, seufzen und lachen: Drei Schwestern und ein Down-Syndrom ist ein wunderbares Radio-Feature. Weiterlesen