Die Barrieren in den Köpfen – und im Alltag #MapMyDay

by Kaiserin

Wenn ich früher (damit meine ich die Zeit vor meinen Kindern) in Berlin unterwegs war, ging das ungefähr so: Kurz auf die Uhr geschaut, Mist!, schon wieder zu spät. Noch schnell einen Apfel schnappen, Jacke über den Arm werfen und los, aufs Rad. Über dunkelorangene Ampeln fahren und es in der Toleranzgrenze von fünf Minuten doch noch rechtzeitig zur Verabredung schaffen. Wenn ich einen Zug erwischen musste und es gut lief, stieg ich an der Station Schönleinstraße in die U8 ein, einmal umsteigen am Alexanderplatz, weiter mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof. Noch schnell einen Kaffee kaufen und rein in den Zug. Das alles war innerhalb von 20 bis 25 Minuten gut zu schaffen. Wenn es schlecht lief, bestellte ich ein Taxi, das ruckzuck da war und genau so schnell am Bahnhof. An guten Tagen ging das innerhalb von 15 Minuten.

Jetzt habe ich zwei Töchter, eine davon ist mehrfach behindert. Sie ist knapp drei Jahre alt und kann nicht laufen. In ihrem Schwerbehindertenausweis steht 100 Prozent und die Buchstaben G, aG, H, Gl, RF. Ziemlich viele Buchstaben für so eine kleine Person. Wir, ihre Eltern, sind auf ein Leben mit ihr im Rollstuhl eingerichtet. Zur Zeit ist sie noch so klein, dass sie problemlos in einen Kinderwagen passt – zum Glück auch in einen Doppelwagen mit ihrer Schwester. Dieser Doppelwagen hat übrigens das Format eines Rollstuhls. Das Unterwegssein damit ist eine gute Übung für „später“. Weiterlesen Weiterlesen

Meine re:publica // #rp15

by Kaiserin

Im Jahr 2014 habe ich dieses Blog gegründet. Gleichzeitig war ich das erste Mal auf einer Konferenz offiziell als Bloggerin unterwegs, nämlich bei der re:publica. Ich erinnere mich noch an den Moment, als ich vor dem Eingang in der Schlange stand und von einer Frau angesprochen wurde, warum ich denn dort sei. Ich wurde rot und berichtete unsicher von meinem Blog, der gerade erst ein paar Wochen alt war. Glücklicherweise war sie selbst (Familien-)Bloggerin und gleich begeistert.

In diesem Jahr war ich wieder bei der re:publica, dieses Mal als Speakerin. Die Überraschung war groß, als Raúl Aguayo-Krauthausen und ich die E-Mail mit dem Betreff „You`re in“ bekamen – und die Aufregung auch! Wir legten also los und begaben uns auf die Suche nach Menschen, die im Internet für Inklusion kämpfen. Passend zum Europa-Thema der re:publica schauten wir über den deutschsprachigen Tellerrand und fanden über 200 Menschen, Projekte und Initiativen. Fünf davon wählten wir aus, um sie in unserer Session vorzustellen. Während die konzeptionelle Vorbereitung reibungslos lief, sah das mit der organisatorischen anders aus. Natürlich wollten wir eine inklusive Session, in der uns jeder Mensch verstehen kann. Doch eine Gebärdensprachdolmetschung zu organisieren, stellte sich ebenso kompliziert heraus, wie eine Kinderbetreuung für ein digitales Festival mit über 6.000 Teilnehmer_innen zu organisieren. Weiterlesen

Die kaiserliche(n) Woche(n) // KW 50 & 51

by Kaiserin

Ein Tag hat 24 Stunden – ich finde das ungerecht, ich brauche mehr! Tage und Stunden. Es gibt so viel zu erleben, zu erzählen, zu empfehlen. In den vergangenen zwei Wochen war ich auf einem tollen Inklusionskongress und hing dort mit der liebgewonnenen Sozialhelden-Gang ab. Ich flog das erste Mal mit Kaiserin 2, beim Hinflug nassgeschwitzt mit schreiendem Kind auf dem Schoß, beim Rückflug mit nicht aufgeladenem iPad (erst im Flugzeug bemerkt), aber dennoch gut gelauntem Kleinkind. Ich weinte bei einer Hochzeit in Österreich, besuchte ein Wiener Kindermuseum, aß eine Dinkel-Topfengolatsche und dachte: Früher, da gab`s sowas nicht! Ich dachte, dass meine Sätze jetzt immer öfter mit früher anfangen.

Ich freute mich über die Mail einer Blog-Leserin, für die meine Texte den entscheidenenden Funken Mut entfachten, um ein inklusives Elterncafé zu gründen. Ich freute mich; darüber und sowieso über Menschen, neue und alte. Ich vermisste Kaiserin 1, bangte darum, mit ihr ins Krankenhaus zu müssen und war froh, dass wir sie zu Hause gesund pflegen konnten. Ich hielt einen Workshop zum Thema Inklusion in der Bildung und bekam inspirierenden Input von den klugen Teilnehmer_innen. Ich führte Interviews und antwortete auf Fragen. Ich schrieb. Und ich las viele gute Texte.

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Die kaiserliche Woche // KW 49

by Kaiserin

Im Familienalltag kommt ein Wochenrückblick oft zu kurz. Hier nehme ich mir die Zeit, die Woche Revue passieren zu lassen. Mit meinen Lieblingslinks, Bildern von Instagram und Worten von mir.

Lesenswert: Fanny ist die Tochter von Okka Rohd und gerade vier Jahre alt geworden. Okka schreibt wie immer herzzerreißend schön darüber: Ich bin so sehr ich durch sie. Die Briefe an Fanny sind die besten Mutterliebezeilen, die es im Internet und auf der restlichen Welt gibt.

Lesenswert II: Christine Finke ist alleinerziehende Mutter von drei Kindern und versucht, gleichzeitig als freie Autorin und Journalistin berufstätig zu sein. Auf ihrem Blog Mama arbeitet schreibt sie diese Woche darüber, was Armut mit dir macht. Weiterlesen