„Ich kann nicht den Lead in einer Telefonkonferenz haben und gleichzeitig aufpassen, dass Amalia beim Übergeben keinen Mageninhalt aspiriert“

by Kaiserin

„Kannst du das Interview zeitnah veröffentlichen?“ fragt Magdalena per Mail. „Wir brauchen Munition.“ Magdalena kämpft gemeinsam mit anderen Eltern für den Erhalt von Integrationsplätzen in Frankfurter Kitas. Hier kommt das Interview mit einer Mutter, Rechtsanwältin und Kämpferin. Weiterlesen

Und wie machst du das, Frauke?

by Kaiserin

Als Kaiserin 1 noch ganz klein war, wollte ich keinen Kontakt zu anderen Eltern behinderter Kinder. Ich wollte weder akzeptieren, dass mein Kind behindert ist, noch es mit anderen Kindern vergleichen. Genau so wenig wollte ich mich mit anderen Eltern vergleichen. Mir war es ganz wichtig, normal zu sein. Zur normalen Babymassage gehen, mich mit normalen Eltern austauschen, normale Elternprobleme haben. Bis wir irgendwann den Schritt zu einer Krabbelgruppe für Kinder mit Behinderung gewagt haben. Keines der Kinder konnte krabbeln und der Austausch mit den anderen Eltern tat gut. In den Gesprächen ging es nicht nur um Impfungen oder schlaflose Nächte, sondern auch um Besuche im SPZ und Darmspülungen. Schon allein das Sprechen darüber fühlte sich wie eine Entlastung an.

Genau das ist einer der Gründe, aus denen ich auf meinem Blog Mütter behinderter Kinder vorstelle. Erfahrungsaustausch, Entlastung und Aha!-Momente. Einen ganz besonderen Aha!-Moment bescherte mir auch Frauke. Nein, eigentlich nicht einen, sondern ganz viele davon. Frauke und ich leben im gleichen Kiez. Wir besuchen die gleichen Cafés (wenn wir denn mal dazu kommen..), wir gehen auf die gleichen Spielplätze und schlecken unser Eis beim gleichen Eisladen. Und wir haben beide zwei Kinder, eines mit und eines ohne Behinderung. Wir leben beide zusammen mit vielen fremden Personen in unserem Alltag, denn unsere behinderten Kinder werden von einem Pflegedienst betreut. Frauke fasst diese gleichzeitige Be- und Entlastung ganz wunderbar in Worte. Außerdem ein Thema, das uns beide verbindet: Stolpersteine für Eltern behinderter Kinder, die erwerbstätig sein wollen – selbst, wenn es sich „nur“ um 20 Stunden pro Woche handelt. Vielen Dank für deine Offenheit und deine klugen Worte, liebe Frauke! Bis bald zum Kaffee. Weiterlesen

Es piept

by Kaiserin

Es piept. Es blubbert. Es quietscht. Es pfeift. Es zischt. Es hustet. Es weint. Es kratzt. Es pupst. Es piept. Es riecht. Es stinkt. Es nässt. Es niest. Es sabbert. Es schleimt. Es zehrt, es schüttelt und gerade, wenn es loslässt, packt es Dich am Kragen und beisst Dir in die Nase.
Es ist warm. Es ist heiß. Es ist kalt. Es ist trocken. Es ist ab. Es ist Zeit. Es ist Quatsch.
Es ist real, surreal, banal oder fatal im Wechsel, alles geht. Schwestern, Pfleger, Ärzte, Assistenzärzte, Oberärzte, Chefärzte. Blaue, grüne, pinke, weiße Kittel. Braune, schwarze, rote, aber vor allem blonde Zöpfe. Desinfektion, Seife. Einweg-Plastikflaschen, Sauger, zu große, zu kleine, zu grobe, zu feine. Zu kalte, zu warme, zu feste, zu eklige Speisen. Zu kalte Ärzte, zu steife Schwestern. Tolle Ärzte, empathische, kluge Köpfe. Trampel, Rabiatas, Fatzkes. Piep. Piep. Piep. Piep. Piep. Weiterlesen

Einer dieser Tage // Teil I

by Kaiserin

Heute ist einer dieser Tage. Er beginnt um 7 Uhr mit der Nachricht des Pflegedienstes auf meiner Mailbox: „Die Krankenschwester, die heute zur Kita-Begleitung eingeteilt ist, hat sich gerade krank gemeldet. Einen Ersatz haben wir bisher leider noch nicht gefunden. Wir suchen weiter.“ 7.15 Uhr, Kaiserin 1 wird wach. 7.20 Uhr, Kaiserin 2 wird wach, zum vierten Mal in dieser Nacht. „Hallo Mama!“ sagt sie. Dann: „Aufstehen!“ Ihr Wunsch, mein Befehl.

7.30 Uhr doppelter Windelwechsel. 7.45 Uhr Anruf in der Kita mit der Frage, in welchem Zeitraum die Integrationserzieherin von Kaiserin 1 heute arbeitet. Die Antwort gefällt mir nicht: 10.30 bis 14 Uhr. Aber immerhin ist sie da. SMS an die Einzelfallhelferin mit der Frage, ob sie Kaiserin 1 schon um 14 Uhr aus der Kita abholen kann. Kurze Zeit später die Antwort: sie kann. Glück gehabt. Trotzdem muss ich das geplante Interview für 10.30 Uhr verschieben. 8.30 Uhr: Mail an Interviewpartnerin, Bitte um Verschiebung. Schnell duschen. Danach drei Nachrichten auf dem Handy. Weiterlesen

Die kaiserliche Woche // KW 9

by Kaiserin

Die Elternzeit mit einem kleinen Baby ist das größte Glück?
Ja – aber nicht ausschließlich.
Teresa Bücker schreibt mir bei Edition F aus der Seele: Das Beste, was dir passieren kann? Ein Zwischenruf aus dem Leben mit Baby

Ein schönes Stück aus dem echten Familienleben bei Große Köpfe: Manchmal ist das alles ganz schön schwierig mit der ganzen Vereinbarkeit

Mein Lieblingsautor Tilman Rammstedt nimmt den Wirtschaftsjournalismus aufs Korn: Alles muss man selber machen! Herrlich!

Du bist Mutter oder Vater eines behinderten Kindes (6 bis 18 Jahre alt) und hast ein paar Minuten Zeit?
Prima! Dann füll doch bitte diesen Fragebogen aus. Es geht dabei um sozialrechtliche Hilfen von Familien mit behinderten Kindern – da gibt es noch Verbesserungsbedarf! Eine Umfrage der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Weiterlesen

Die kaiserliche Woche // KW 2

by Kaiserin

Ich bin eine Feministin.

Meine Erkenntnis der Woche. Verantwortlich dafür: Mein Blog. Das Schreiben meiner Texte für das Kaiserinnenreich. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Leben mit Behinderung, der Austausch mit Leser_innen, online und offline. Schon vor der Arbeit am Kaiserinnenreich sah ich die Welt durch feministische Augen. Einen Namen für den dringenden Wunsch nach Geschlechtergerechtigkeit habe ich aber erst jetzt gefunden. Den Austausch mit anderen feministischen Blogger_innen und Aktivist_innen – online und offline – empfinde ich als sehr bereichernd. Ich fühle mich nicht mehr allein mit meinem Unbehagen über gesellschaftliche Hierarchien und ungerechte Machtverhältnisse. Durch meine journalistische Arbeit zum Thema Inklusion habe ich gelernt, dass Feminismus ein Teil davon ist. Inklusion kann nur gelingen, wenn Feminismus umgesetzt wird. Damit schließt sich für mich ein Kreis und alles bekommt einen Sinn: Ich schreibe für mein Ideal einer feministischen, inklusiven Gesellschaft. Eine Utopie? Vielleicht. Aber auf jeden Fall eine, nach der es sich zu streben lohnt.

Das feministische Online-Magazin umstandslos veröffentlichte einen Artikel über meine Nächte, von 2011 bis heute; die großartigen fuckermothers verloren erst kürzlich nette Worte über mich. Ich freue mich, ein kleiner Teil des feministischen Netzwerkes zu sein, über die damit verbundenen Horizonterweiterungen und wünsche mir in manchen Situationen eine kluge Stimme im Ohr, eine feministische Fee. Weiterlesen

Die kaiserliche Woche // KW 48

by Kaiserin

Im Familienalltag kommt ein Wochenrückblick oft zu kurz. Hier nehme ich mir die Zeit, die Woche Revue passieren zu lassen. Mit meinen Lieblingslinks, Bildern von Instagram und Worten von mir.

Lesenswert: Ein Gespräch von vier Vollzeit arbeitenden Müttern in der ZEIT hat mich vor einigen Tagen gedanklich bewegt. Nun ist es auch online: „Zu Hause war ich diese Woche gar nicht“

Lesenswert II: Meine neue Lieblingsbloggerin Liz hat ihr erstes Kind per Kaiserschnitt entbunden. Um das Erlebte zu verarbeiten, hat sie darüber geschrieben. Für alle Frauen mit ähnlichen Erfahrungen, denen vielleicht die Worte fehlen: „Aus dem Bauch heraus“ Weiterlesen