Zwischen den Jahren

by Kaiserin

Für die Entstehung der Redewendung Zwischen den Jahren gibt es viele Erklärungen. Mir gefällt am besten eine ganz alte: Die Ägypter teilten ihr Jahr in zwölf Monate à 30 Tage ein. Am Ende blieben dann aber noch fünf (im Schaltjahr sechs) Tage übrig. Das waren die Tage zwischen den Jahren.

Ich weiß nicht, welchen Wochentag wir heute haben oder welches Datum. Gestern war das auch so und morgen wird es vermutlich nicht anders sein. Nach einem Jahr, in dem der Terminkalender eine immer größere Rolle spielte, genieße ich diese Tage, an denen die Zeit still steht. Der Schnee, mit dem wir heute morgen aufwachten, hat die Welt nochmal leiser gemacht. Er knirscht unter den Schuhen und glitzert in der Sonne. Während des Mittagsschlafs meiner Töchter komme ich sogar mal wieder dazu, ein paar Seiten eines Buchs zu lesen. Ich sortiere die Fotos des Jahres auf meinem Computer und bestelle den neuen Familienkalender für das kommende Jahr.

Lesenswert: Es ist nicht das Jahr, es ist das Leben. Es ist nicht zu Ende, es fängt jetzt an, wird alles wieder heller und wärmer. Sie müssen nichts ändern, Sie sind das Perfekteste, was eben gerade möglich ist. Es soll alles gut werden. Für uns alle. Auch die grandiose Sibylle Berg beschäftigt sich in ihrer aktuellen Kolumne mit der Zeit zwischen den Jahren: Gute Vorsätze: Sie sind perfekt! Weiterlesen