Die geplante Pflegereform: Ein Gesetzesentwurf, der Familien trifft, die längst am Limit sind.
Sehr geehrte Frau Bundesministerin Warken,
die Bundesregierung diskutiert derzeit über die Zukunft der Pflege in Deutschland. Wir leben diese Zukunft bereits jeden Tag. Wir sind Simone Brugger, Anna Mendel und Bárbara Zimmermann. Drei Mütter in Deutschland, die ihre Kinder mit Pflegegrad zuhause versorgen; neben Beruf, Haushalt und allem, was das Leben sonst noch mitbringt. Pflege bestimmt, wann wir aufstehen, wie und ob wir arbeiten, was wir planen können und was nicht. Sie formt unseren Alltag, unser Berufs- und Familienleben, unsere Gesundheit sowie unsere Rente. Unsere aktuellen Pflegesituationen sind bereits von Erschöpfung, finanzieller Not und dauerhafter Verantwortung gezeichnet. In den letzten Jahren haben wir als Publizistinnen auf Kaiserinnenreich.de vermehrt daran gearbeitet, den Pflegealltag von verschiedenen Familien sichtbar und öffentlich zu machen. Unsere Hoffnung auf Besserung der Rahmenbedingungen hat uns motiviert, den Kampf für Inklusion anzutreiben. Mit der Petition #mehrals28tage haben wir gemeinsam mit knapp 80.000 Unterstützer*innen die Situation pflegender Familien bereits in den vergangenen Jahren in die politische Debatte eingebracht. Die Bayerische Gesundheitsministerin, sowie der Bayerische Landtag unterstützen unser Anliegen ausdrücklich; zudem wurde bereits ein persönliches Gespräch mit Ihnen durch Frau Gerlach angefragt. Aber statt einer angemessenen Unterstützung müssen wir nun Ihren Referentenentwurf für das Pflegeneuordnungsgesetz (PNG) lesen und wir sind erschüttert.
Wir schreiben Ihnen als Betroffene, als pflegende Mütter, als drei von rund 7 Millionen Menschen, die zuhause pflegen. Wir wollen, dass Sie nicht länger nur über uns sprechen, sondern dass Sie mit uns sprechen.
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