Mutterschaft: Warum es nicht um Liebe geht

by Eszter

Dieser Artikel ist zuerst bei EDITION F erschienen.

Ich habe ihn letztes Jahr während meiner dritten Schwangerschaft geschrieben. Unsere Situation hat sich seitdem verändert. Was Sichtbarkeit und Inklusion angeht hat sich nichts verändert.

Ich habe mich bewusst dazu entschieden, Mutter zu werden. Alle meine Kinder sind gewünscht, geplant und geliebt. Ich hatte ein realistisches Bild vom Alltag mit Kindern. Ich setzte mich schon Jahre vor meiner Mutterschaft in einem feministischen Kontext mit Themen wie Rollenbildern und Altersarmut auseinander. Und dann wurde ich Mutter. Weiterlesen

Über Stimmen, Hände und Zugehörigkeit

by Bárbara Zimmermann

Ich habe einmal bei einer brasilianischen Schriftstellerin gelesen, dass das Größte, was wir haben, unsere eigenen Geschichten sind. Sie schrieb, dass eine Geschichte Menschen an die Hand nehmen kann. Mareices Geschichte und ihre Stimme waren eine solche Hand, die ich gefunden habe, als ich vieles bei mir neu definieren musste und dabei meine Stimme leise wurde. Weiterlesen

Warum kein Mensch Lean Care braucht

by Eszter

Mein erster Anruf bei einem Pflegedienst begann mit einer Frage: „Helfen Sie auch, wenn es um Kinder geht?“. Ich hatte den ganzen Vormittag damit verbracht, im Internet nach Pflegediensten zu suchen. Und ich hatte keinen einzigen gefunden, auf dessen Homepage ein Kind abgebildet war. In der Vorstellung der meisten, die damit wenig zu tun haben, ist Pflege etwas, das nur alte Menschen betrifft. Es stimmt zwar, dass der Großteil der pflegebedürftigen Menschen älter sind, aber eben nicht alle. Damals dachte ich, das wäre zumindest denjenigen, die mit Pflege zu tun haben, bewusst. Weiterlesen

Von Wut und Liebe und dem Dazwischen

by Mareice Kaiser

Liebe Leser*innen,

vor fast genau sieben Jahren klickte ich auf „veröffentlichen“: Mein erster Kaiserinnenreich-Artikel ging am 2. März 2014 online und heißt – ich musste echt lachen, als ich das gerade las – „Ich-Zeit“. Was für eine gute Überschrift für alles, was danach kam – beziehungsweise nicht kam. „Ungestörtheit ist der seltenste mütterliche Aggregatzustand“ habe ich in meinem neuen Buch geschrieben. Und ja, 2014 hätte ich es auch schreiben können. Denn „Ich-Zeit“ gab es immer zu wenig in meinem Leben, seitdem ich Mutter bin. Weiterlesen

Wie viel Wissen tut uns gut?

by Mareice Kaiser

Es sind die Fragen, die weh tun. „Wusstet ihr das vorher?“ Alle Eltern behinderter Kinder kennen diese Frage. Unzählige Male habe ich sie gehört. Eine andere: „Sowas gibt`s noch?“ Die rhetorische Frage einer älteren Dame, als sie meine erste Tochter bei einem Familienfest das erste Mal sah. Mit „sowas“ meinte sie meine mehrfach behinderte Tochter. Mit „das“ meinen die Leute die Behinderung der Kinder. Diese Fragen suggerieren: Muss das denn sein, ein behindertes Kind? Eine Frage, die sich niemand traut zu stellen, aber viele denken: Hätte man da nicht was machen können? Weiterlesen

Hä, was ist denn Inklusion?

by Mareice Kaiser

In diesem Text geht es um das Wort „Inklusion“, darum, was es bedeutet und warum es wichtig ist. Der Begriff „Inklusion“ kommt aus einer sehr alten Sprache. Sie heißt Latein. Er bedeutet Einbeziehung, Einschluss und Zugehörigkeit – in der Schule, in der Freizeit, im Beruf, in den Medien, im ganzen Leben. Es geht um die Gesellschaft und um die Menschen, die in ihr leben. Weiterlesen

Und wie machst du das, Natascha?

by Mareice Kaiser

Eine Schule in Berlin-Zehlendorf soll geschlossen werden, ohne offiziellen Beschluss. „Das Auslaufen der Pestalozzi-Schule ist auch deshalb umstritten, weil Förderkinder im Regel-Schulbetrieb oftmals nicht adäquat betreut werden können.“ Was das für betroffene Schüler*innen bedeutet, erzählt Natascha. Ihre Tochter Pauline geht auf die Pestalozzi-Schule – und ist darauf mehr angewiesen als andere Kinder. Weiterlesen

Happy Birthday, Buch!

by Mareice Kaiser

Vor genau einem Jahr saß ich mit meinem Buch »Alles inklusive – Aus dem Leben mit meiner behinderten Tochter« vor mir, einer Weißweinschorle in der Hand und der Journalistin Manuela Heim neben mir im Berliner taz-Café. Vor genau einem Jahr fand dort meine Buch-Premiere statt, ich las das erste Mal die Sätze laut vor, die ich bisher immer nur leise in mir getragen hatte. Vor genau einem Jahr, etwas später, war ich ziemlich betrunken und ziemlich glücklich. Weiterlesen

Und wie machst Du das, Sandra?

by Mareice Kaiser

„Wer heute schwanger ist, braucht Kraft, um einfach guter Hoffnung zu sein.“ Sandra Schulz hat das Buch geschrieben, das sie selbst gern gelesen hätte. In „Das ganze Kind hat so viele Fehler“ – übrigens ein Originalzitat eines betreuenden Arztes – berichtet sie von der Entscheidung für ihre Tochter Marja. Ein kluges, berührendes und wichtiges Buch. Ich freue mich sehr, dass Sandra im Mutterfragebogen aus ihrer Schwangerschaft und ihrem Leben mit Marja erzählt.  Weiterlesen