Tag der Pflege – ein wütendes Dankeschön

by Jasmin Dickerson

Heute ist internationaler  Tag der Pflege und eine Gruppe, die das kränkelnde Gesundheitssystem mit am Laufen hält, nämlich die pflegenden Angehörigen sind mal wieder am unsichtbarsten. Am Tag der Pflege möchte ich danke sagen, für 728 Euro Pflegegeld monatlich, die ich als Aufwandsentschädigung für rund um die Uhr Pflege bekomme, welche ich neben meiner Erwerbsarbeit und meinen anderen mütterlichen Pflichten leiste. Weiterlesen

Und wie machst du das, Alex?

by Der Mutterfragebogen

Alex ist mit ihrem Instagram Account  eine erfrischende Abwechslung von der perfekten Welt, die dort oft zu sehen ist. Ehrlich und sympathisch schreibt sie vom Leben mit einem behinderten Kind und den Grenzen, die sie manchmal erreicht. Aber eben auch von den schönen Momenten. Vor kurzem hat sie mit ihrem Label „Special Edition“ Premiere gefeiert und wir haben das als Anlass gesehen, ihr hier eine Stimme zu geben. Hier erzählt sie uns also heute, wie sie das macht. Weiterlesen

Das Portemonnaie

by Eszter

Die Maße meines Lebens betragen 16.5 x 5.4 x 26.4 cm. Mein Leben steckt in vier große, fünf kleine und zwölf Fächern für Karten. Von außen ist mein Leben schlicht und unauffällig. Umspannt mit schwarzem, glattem Leder. Mit einem kleinen Griff. Praktisch, und auch ein kleines bisschen elegant. Innen drin ein bunter Haufen aus Handy, vollgeschriebenem Terminkalender, to do Listen, Attesten, Rezepten, Überweisungen, Telefonnummern, Adressen. Gut organisiert und strukturiert, aber so voll, dass es fast aus allen Nähten platzt. Ich nehme meine Gefühle und Gedanken sortiere sie, jedes hat sein Fach, seinen Reißverschluss. Zusammen mit dem Zettel, den die Schwester mir reicht, stecke ich die Sorgen in das Fach für die Termine. Die Überweisung kommt in die Tasche mit dem Reißverschluss, zusammen mit meiner Erschöpfung. Die Müdigkeit ist wie die Bankkarten und Krankenkassenkarten immer griffbereit. Und in der tiefsten Tasche, fest verschlossen, sind das Kleingeld und meine Tränen, damit sie nicht einfach herauskullern. Am Ende des Tages hole ich sie manchmal raus und zähle nach, wie viel noch von mir übrig ist. Weiterlesen

Warum kein Mensch Lean Care braucht

by Eszter

Mein erster Anruf bei einem Pflegedienst begann mit einer Frage: „Helfen Sie auch, wenn es um Kinder geht?“. Ich hatte den ganzen Vormittag damit verbracht, im Internet nach Pflegediensten zu suchen. Und ich hatte keinen einzigen gefunden, auf dessen Homepage ein Kind abgebildet war. In der Vorstellung der meisten, die damit wenig zu tun haben, ist Pflege etwas, das nur alte Menschen betrifft. Es stimmt zwar, dass der Großteil der pflegebedürftigen Menschen älter sind, aber eben nicht alle. Damals dachte ich, das wäre zumindest denjenigen, die mit Pflege zu tun haben, bewusst. Weiterlesen